Familie · Liebe · Nachwirkungen

ich bessere mich 😛

Ich bin ja umgestiegen, von Aromatasehemmer 😱😨😬🤢😩😖 auf Tamoxifen 😎🤗🙂 und was soll ich sagen, also ich sage: laaaaaaaaaaaaangsam merke ich, wie sich die Schmerzen zurück ziehen. Immer öfter kann ich die Treppen ohne Schmerzen raufgehen. Und runter. Ich kann schon wieder vom Stuhl aufstehen, ohne dass es aussieht, als bräche ich gleich zusammen. Und wenn ich aus dem Auto steige, dann kann ich mich direkt aufrichten und muss nicht erst drei, vier Schritte gebückt gehen.

Alles in allem bin ich sehr zufrieden.

Grad sitze ich auf dem Balkon, es ist nach Mitternacht, der Hund liegt im Garten, es windet, die riesigen Birken schwanken im Wind, es ist kühl nach der Hitze des Tages (36 Grad) und ich denke über das Leben nach. Ist ja nicht schlecht, so ab und an mal über das Leben nachzudenken. Zumal, wenn man nicht wusste, ob man noch lange darüber nachdenken kann, über das Leben.

Heute war ich bei aufziehendem Unwetter mit dem Hund am Bach und dachte an Mutti, unsere Kanzlerin, sie ist doch Physikerin und man sagt immer, sie denke vom Ende her. Und ich finde, das sollten alle, vom Ende her denken. Man sollte denken, was will ich am Ende meines Lebens erreicht haben, worauf will ich zurück blicken? Auf eine Familie, die mich mag, die ich gerne um mich habe, auf einen Beruf, der mir Freude gemacht hat, auf Freunde, mit denen ich gerne zusammen war? Und dann: was muss, was kann ich dafür tun, dass das dann auch so kommt.

Wenn ich eine Familie möchte, dann sollte ich nicht mit der Axt eine Schneise in selbige schlagen. Wenn ich einen interessanten Beruf haben möchte, dann sollte ich eine gute Ausbildung anstreben, lernen, mich bemühen. Und Freude sollte ich nicht abwertend behandeln, wenn ich sie behalten will. All solche Dinge. Partnerschaft gehört auch dazu. Was will ich, wen will ich, wie will ich behandelt werden.

Ich weiß, es gibt Familienmitglieder, da kann man sich nur abwenden, da ist es besser, Abschied zu nehmen. Es liegt nicht immer an einem selber, das weiß ich wohl. Aber darum geht es mir hier nicht, mir geht es darum, was kann ich tun, damit das eintritt, was ich gerne möchte. Vom Ende her denken.

Das heißt nicht, dass es dann auch genauso kommen muss, aber ohne Bemühung kommt es garantiert nicht.

Ich habe mich während der akuten Therapie nie gefragt, was ich erreicht habe, ob ich zufrieden sein kann, ob ich was vermisse, ich habe einfach ums Überleben gekämpft. Ich habe nicht an die Zukunft gedacht, sondern nur an die Gegenwart. Weiterlesen ich bessere mich 😛

Allgemein

Luke, ich bin dein Vater…

Ich finde diesen Beitrag so unglaublich gut, so absolut unglaublich gut, ich kann Euch gar nicht sagen, wie gut ich ihn finde! Danke „fünfPhasen“, dass Du uns mit Deiner Ehrlichkeit und Deiner wunderschönen herzlichen offenen Art zu schreiben daran teilhaben lässt:

fünf phasen

Montag war es wieder soweit: Ich war bei Gamma Knife und mir wurden Metastasen aus meinem Hirn gelasert. Das geht so:

Erst bekomme ich den Zugang gelegt, dann verschwindet ich eine halbe Stunde im MRT, Kontrastmittelgabe und schon sitze ich wieder im Behandlungsraum auf dem Stuhl. Dort warten vier sehr große Spritzen auf mich und die sollen alle in meinen Kopf, tief, bis auf den Schädelkonochen runter. Und das tut so weh. Ich hätte gerne eine kleine betäubungsspritze für die große Betäubungsspritze. Aber, jetzt kommt der gute Teil, sehr großzügig wird auf Wunsch das Beruhigungsmittel verabreicht und ich habe den Wunsch! Ich würde schätzen, so wie zwei bis drei Gläser Sekt, man hat also einen Kleinen sitzen, ist aber nicht müde und kriegt auch noch alles mit. Ein wunderbar leichtes Gefühl macht sich in der Magengrube breit und zaubert ein kleines Lächeln auf die Lippen. Ich beschließe, wenn ich im…

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Brustzentrum · Chemo · Familie · Nachwirkungen · Seele

Gesamtüberleben

Das Bild ist meine wunderschöne neue Kaffeetasse, die mir meine Kolleginnen zum Geburtstag geschenkt haben ❤️ der war schon im Februar, aber ich war erst jetzt wieder arbeiten, die Schmerzen hatten mich ziemlich nieder gedrückt. So war es einfach. Doch die gute Nachricht ist, ich habe das Gefühl, sie ziehen sich zurück, ja wirklich, als ginge es langsam bergauf.

Dienstag war ich im Brustzentrum (an dieses Wort werde ich mich nie gewöhnen können) und auch da war alles in Ordnung. Ich sagte meiner Operateurin, dass ich nun auf Tamoxifen umgestiegen sei und sie fragte mich, ob ich am Ende auch solche Schmerzen in den Füßen gehabt hätte 😲

UND WAS FÜR WELCHE 😩 ich dachte manchmal, ich könne kaum laufen.

Mich kontaktierte eine Journalistin, die an einem Artikel über Krebsüberlebende und die Langzeitfolgen von Krebsbehandlungen schreibt (mehr erzähle ich, wenn es soweit ist). Es geht dabei auch um Langzeitfolgen, es geht auch darum, dass die Familie, Freunde, Bekannte, Arbeitskollegen möglicherweise oft denken, dass alles wieder beim Alten ist, wenn der Krebs geheilt wurde.

Nein, nichts ist beim Alten und mich haut das zuweilen mehr um als die Diagnose selber. Die habe ich ja erstaunlich ruhig aufgenommen. Ich war nicht geschockt. Und es war auch kein Antischock oder was auch immer da reingedichtet wurde, ich habe mir das angehört und gedacht, na klasse, nun musst du dich nach der ganzen Scheiße der letzten Jahre auch noch – ebenso wie meine Mutter übrigens – mit Brustkrebs auseinander setzen. Ich habe nicht eine einzige Träne vergossen, das macht mich weder stolz noch ängstigt es mich, es war einfach so. Ich war nicht wütend, ich war nicht erschüttert, ich stand einfach da und dachte, ok, nun bekämpfen wir eben den Krebs. Wird bestimmt nicht schön, aber was hilft es. Augen zu und durch. So bin ich, so war ich immer, so werde ich bleiben. Und da lasse ich mir auch nichts erzählen.

Meine Therapeutin nennt das eine Riesenportion Resilienz. Was auch immer es ist, es hat mich getragen. Trägt mich bis heute. Auch wenn mich diese Langzeitfolgen manchmal ziemlich schaffen. Sowohl da, wo sie auftreten als auch im Kopf. Und es sind beileibe nicht nur die Knochenschmerzen. Soll ich mal aufzählen? Wollt Ihr es wirklich wissen? Die meisten, die hier lesen, kennen es vermutlich selber. Es ist eine verdammte Scheiße, ‚tschuldigung, aber so ist es doch. Wer glaubt denn wirklich, dass eine Chemo nur die Krebszellen kaputt macht? Dass eine Bestrahlung nur genau da wirkt, wo sie auch hinstrahlt? Dass das ganze Gepille ohne Nebenwirkungen ist?

Überleben hat seinen Preis. So ist es einfach. Punkt.

Heute war eine Beilage in der ZEIT, ging auch um Krebs, da schrieb ein Arzt, selber betroffen, über die Folgen für ihn und seine Patienten. Und er sagte, viele hätten ihm nach erfolgreicher Therapie, Jahre später, gesagt, dass der Krebs ihnen mehr gegeben als genommen hätte. Wenn ich jetzt mal die Nebenwirkungen auf das Pluskonto zähle… war’n Scherz 😉 nein, ich glaube, da ist was Wahres dran. Ich lebe bewusster, ich lebe endlicher. Was heißt das? Ich WEISS einfach, dass das Leben von jetzt auf gleich kippen kann, dass nichts selbstverständlich ist. Und was heißt das noch? Dass ich keinen Bock mehr auf sinnloses Gelabere habe. Dass mir Menschen unglaublich auf den Zeiger gehen, die nur an ihren Vorteil denken oder sich mit Pillepalle aufhalten. Oberflächlichkeit geht mir auf den Senkel. Ich werde immer ungeduldiger.

Und jetzt muss ich los zur Massage, damit die Schmerzen erträglicher werden.

Ich grüße aus dem Neanderthal ❤️

Nachwirkungen

o.B.

Mein Hund hat grad einen Knochen verspeist, ich gucke die Sondersendung der ARD über diesen unsäglichen Anschlag in Manchester. Diese elenden Terroristen, diese Mörder, ich bin einfach nur erschüttert, das hat nichts, aber auch gar nichts mit dem Islam zu tun, das sind brutale Mörder und verblendete Terroristen. Sonst nichts.

Mir geht es trotz der schrecklichen Ereignisse gut, denn ich war heute bei zwei ÄrztInnen, ich bin gründlichst untersucht worden, keine Tumoransiedlungen gar nirgendwo, was für ein Glück!! Und das „Go“ für Tamoxifen!

Es ist mittlerweile Standard, erst 5 Jahre Aromatasehemmer und dann 5 Jahre Tamoxifen. Also für Frauen mit dem Krebs, den ich hatte. Gilt nicht für alle. Vielleicht geht es mir ja bald besser, ich wünsche es mir.

Und die Terroristen wünsche ich zur Hölle. Es geht ihnen nicht um ihren Glauben, sie haben gar keinen. Es sind Mörder. Sonst nichts. Feige Mörder.

Nachwirkungen

es reicht

Die letzten Tage waren furchtbar, einfach nur furchtbar. Als hätten die Pillen sich gegen mich verschworen. Kaum erträgliche Gelenkschmerzen im rechten Bein. In Intervallen. Blinkerschmerzen, da, nicht da, Licht, kein Licht…

Die gute Nachricht: ich nehme seit heute diese Pillen nicht mehr. Keine Aromatasehemmer. Aus und vorbei, es reicht. Fünf Jahre sind genug.

Dieser Gedanke alleine hellt meinen regnerischen (wo ist der Sommer hin?) Alltag wieder auf. Jetzt aber muss ich in den Sessel, Beine hoch und seufzen. Das hilft wirklich. Dabei noch ein wenig Schokolade, das hilft noch besser 😜 und wenn der Hund dann noch kuscheln kommt, dann kann mir der Regen den Buckel runter…

😎

Leben · Nachwirkungen

weit weg fliegen

Das war auf meinem Flug nach Bahrain, vor anderthalb Jahren, ich landete in Istanbul zwischen, dort wird heute vermutlich viel los sein, in der Türkei überhaupt, Erdogan hat sein Referendum gewonnen und irgendwie ist mir gar nicht so klar, was das genau bringen wird.

Ich steige ja nun um, krebspillenmäßig, manchmal meine ich, seit dem tun mir die Gelenke noch mehr weh, so quasi zum Abschied drehen sie nochmal auf. Ist natürlich quatsch, aber ganz ehrlich? Ich fühle mich extrem belastet.

Heute war Ostern, also gestern, die Wandersmannkinder waren da, das Wandersmannenkelkind suchte die vom Wandersmannopa im ganzen Haus versteckten Ostersüßigkeiten, dicht gefolgt von Askan dem Welpling, es war ein schöner Tag! Dann gab es Krustenbraten von unserem guten Metzger und mit gut meine ich wirklich gut.

Ach es war ein schöner Tag. Knochenschmerzen hin oder her, das Leben ist schön!! Und trotzdem möchte ich manchmal weit weg fliegen, kleine Fluchten, einfach weg. Nein, ich möchte nicht weglaufen, ich möchte nur manchmal mit dem ganzen Mist nix mehr zu tun haben.

So ist es einfach. Gute Nacht!

Nachwirkungen · OnkoDoc

Umstieg

Es ist soweit, für mich ist die Grenze überschritten, die Grenze des Erträglichen 😩

Kontrolle beim Onkologen, alles soweit o.k. Gott sei es gedankt 😊

Aber diese Schmerzen. Knochenschmerzen. Muskelschmerzen. Es hat mich in die Knie gezwungen, wirklich, die letzten Wochen waren schlimm, so schlimm, dass ich krank geschrieben bin. Aufhören? Mein Onkologe hat mit mir gemeinsam nochmal die ganze Histologie durchgeackert und alles, was zu meinem Befund dazu gehört, befallene Lymphknoten, Gradigkeit, Größe… alles eben. Was würden sie ihrer Frau empfehlen, fragte ich ihn, weitermachen, kam es wie aus der Pistole geschossen. Weitermachen. Aaaaaber… es sind doch schon 5 Jahre um, wieder nachgeschaut, alles genau durchgeackert… es passt, ich kann umsteigen. Auf Tamoxifen. Völlig andere Wirkungsweise. Aber das geht jetzt. Nach 5 Jahren.

Gespräch mit der Psychoonkologin, die in der Materie genauso drin ist wie mein Onkologe, Studien, die zwei Kongresse im Jahr, einmal in Amiland, einmal in… ich kann mir das alles nicht merken, jedenfalls dort wurde beschlossen, 10 Jahre ist mittlerweile Standard, nach 5 Jahren der Umstieg. Auch in Fällen wie meiner.

Ich steige um.

Nun Augenarzt. Kristalline Ablagerungen in der Netzhaut sind möglich. Überleben hat halt seinen Preis. Aber, wenn alles gut geht, gehören die Knochen- und Muskelschmerzen bald der Vergangenheit an.

Jetzt kommt erstmal Ostern.

Ach, und neben den Pillen, das ist ein Schubladenknauf. Der lag da grad so rum und ich dachte mir, der muss mit auf’s Bild, damit wenigstens etwas Schönes drauf ist. Und nicht nur Antikrebsgepille 😋