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Mutant

Ich wusste ja, dass ich nicht ganz normal bin, dass es aber gleich so schlimm ist, das blieb mir bisher verborgen. Heute Augenärztin, Kontrolle. Neue Augenärztin. Die blickte mir tief in die Augen und wurde blass. Sagte nichts weiter und ordnete einige neue Untersuchungen an, mein Kopf wurde in Apparate gespannt und die Augen wurden mit allen möglichen Instrumenten elektronisch vermessen. Dann rief sie mich wieder zu sich.

Die Untersuchungen ergaben nichts, alles war normal. Nur: mein Sehnerv sieht massiv beschädigt aus, was er aber nicht ist. Nicht sein kann, da ich sehen kann. Er ist nur, naja, irgendwie nicht richtig. Normalerweise müsste ich blind durch die Gegend tappeln. Ich kann aber gucken. Es sieht auf den Computerbildern aus wie Grüner Star im Endstadium, nahezu blind. Was es aber nicht sein kann, da ich einen niedrigen Augeninnendruck habe und völlig normal gucken kann.

Ob mir denn noch nie ein Augenarzt was gesagt hätte. Nein, nie. Ich muss noch mehr Untersuchungen über mich ergehen lassen, sie will es nun genau wissen. Eine Vermutung hat sie aber schon: ich bin so auf die Welt gekommen. Möglichkeit eins: ein Gendefekt. Meine Sehnerven sind so verbogen und ich habe einfach damit gucken gelernt. Möglichkeit zwei: bei der Geburt ist irgendwas schief gelaufen. Dafür spricht, dass ich eine riesige Narbe auf der Netzhaut habe, die älter sein muss. Riesig, sagte sie mir, sehr riesig. Aber auch damit habe ich dann offensichtlich gucken gelernt.

Aber vielleicht sehe ich ja alles anders und weiß es bloß nicht 😉 Nein, kann auch nicht sein, ich habe auf den gefühlten 1000 Tafeln, die sie mir vors Gesicht gehalten haben, alles richtig erkennen können.

Bin ich ein Mutant? Außerirdisch? Invasion von der Wega (wer kann sich daran noch erinnern?)? Oder die Frogs (aaaaaaah wie ich Raumschiff Orion liebe!!!!)?

Tja, ich weiß es nicht. Ich kann jedenfalls gucken.

Und jetzt gehe ich ins Bett, auch ein Mutant muss mal schlafen 😛

 

 

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nächtliche Grüße

Ich will nur mal kurze Grüße in der Nacht los werden! Ich denke derzeit so sehr über das Leben nach, bald beginnt mein Hospizkurs, meine Psychoonkologin meinte, ob ich das wirklich machen wolle, grad Krebspatienten seien da ja sehr vorsichtig, sie seien dem Sterben immerhin sehr nah gekommen.

Dem ist wohl so. Aber das bedeutet für mich, dass ich mich mit dem Leben auseinander setzen will, immer und überall. Ich freue mich auf den Kurs, ich freue mich auf die Menschen dort, auf die Themen. Ich freue mich auf die Auseinandersetzung.

Und jetzt wünsche ich allen eine wirklich gute Nacht!

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London

Morgen nach der Arbeit geht es los, wir fliegen nach London, meine Schwester und ich, besuchen dort über das Wochenende ihre älteste Tochter, die dort grad Karriere macht und den Brexit verflucht. Vor 34 Jahren bin ich ständig nach London geflogen, immer wenn ich Zeit hatte, saß ich im Flieger und habe meine Schwester besucht, die dort studierte. Was haben wir diese Stadt geliebt 💙 damals gab es noch die Busse, wo man draufspringen musste. Am liebsten bin ich mit der U-Bahn gefahren, dieser Geruch! Ich rieche ihn heute noch 💙 Wir haben jeden Winkel der Stadt erkundet, waren nahezu überall, wir waren jung und die Welt lag uns zu Füßen (glaubten wir jedenfalls, aber das ist ein anderes Thema). Dann war sie fertig mit dem Studium und zog in den Orient, dort wurden ihre Kinder geboren, die auch in London studierten (der jüngste Sohn ist noch fleißig dabei). Die Zeit ist eine andere geworden, das mit den Füßen und der Welt hat sich ein wenig verschoben, es gibt überall sowas wie Brexit, der Bauch bestimmt die Forderungen an die Politik, also Bauch finde ich ja grundsätzlich nicht schlecht, nur wenn man dabei den Verstand ausschaltet, fängt es an kritisch zu werden.

Vor, lasst mich rechnen, 28 Jahren war ich das letzte Mal mit meiner Schwester in London. Kinder wie die Zeit vergeht. Morgen nach der Arbeit fliegen wir wieder. Ich bin so gespannt. Ob wir noch was wieder erkennen? Uns erinnern? Kalt wird es sein. Winter in London sind kalt.

Ich werde berichten.

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mein Traum

Das ist derzeit mein Lebensthema, Raumschiffe. Wirklich jetzt. Also ich meine, natürlich nicht in echt, bin ich Prinzessin Lea oder was? 😜 Nein, es geht um Autonomie, Herr im Himmel ist das manchmal schwer. Nächste Woche habe ich Psychoonkologiestunde, da wird es mal wieder Thema sein, die Autonomie. Wenn ich jetzt sagen würde, es geht mir gut, wäre es gelogen. Würde ich sagen, es geht mir schlecht, stimmt es auch nicht. Es geht mir schwer. Meine Familie hat uns Kinder mit dichtem festem Wurzelwerk ausgestattet, aber leider nicht mit Flügeln. Und daran knabber ich grad. Aber holla. Und hier die Sache mit dem Raumschiff:

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Weibertratschurlaub 🤩 mit Meerblick 🌊

Wir haben es geschafft, wir sitzen auf der Terrasse der wunderschönen Ferienwohnung mitten in Zoutelande, eingeschmiert mit Sonnenschutz 50+ das brauchen alte Frauen 🤪 und es geht uns supergut. SUUUUUUPERGUT!!

Jetzt geht es ans Meer, dann gehen wir essen, dann wieder auf die Terrasse und Sue macht den besten Eiscafé der Welt 😍

Urlaub ist was wunderschönes ❤️⛱💛

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So ist es

Dieser Mann, Mario de Andrale aus Sao Paulo, Dichter und Schriftsteller, gestorben 1945, spricht mir aus der Seele:

Ich habe meine Jahre gezählt und festgestellt, dass ich weniger Zeit habe, zu leben, als ich bisher gelebt habe.

Ich fühle mich wie diese Kinder, die eine Schachtel Bonbons gewonnen haben: die ersten essen sie mit Vergnügen, aber wenn sie merken, dass nur noch wenige übrig sind, beginnen sie diese intensiv zu schmecken.

Ich habe keine Zeit für endlose Treffen, bei denen die Statuten, Regeln, Verfahren und internen Vorschriften besprochen werden, in dem Wissen, dass nichts getan wird.

Ich habe keine Zeit mehr, absurde Menschen zu unterstützen, die trotz ihres chronologischen Alters nicht erwachsen sind.

Meine Zeit ist zu kurz: Ich will die Essenz, meine Seele ist in Eile. Ich habe nicht mehr viel Süßigkeiten im Paket.

Ich möchte neben Menschen leben, sehr menschliche Menschen, die über ihre Fehler lachen können und die nicht von ihren eigenen Erfolgen aufgeblasen werden und die Verantwortung für sich selbst übernehmen. Auf diese Weise wird die Menschenwürde verteidigt und wir leben in Wahrheit und Ehrlichkeit

Es ist das Wesentliche, das das Leben nützlich macht.

Ich möchte mich mit Menschen umgeben, die es verstehen, die Herzen so zu berühren, das die harten Striche des Lebens lernen, mit süßen Berührungen der Seele zu wachsen.

Ja, ich habe es eilig. Ich habe es eilig, mit der Intensität zu leben, die nur die Reife geben kann.

Ich habe nicht vor, irgendwelche der restlichen Nachtische zu verschwenden. Ich bin mir sicher, dass sie exquisit sein werden, viel mehr als die, die bisher gegessen wurden.

Mein Ziel ist es, das Ende zufrieden und in Frieden mit meinen Lieben und meinem Gewissen zu erreichen.

Wir haben zwei Leben und das zweite beginnt, wenn du erkennst, dass du nur eins hast.

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Sue nennt sie glaube ich Krafträuber, diese Menschen, die einem im Grunde nicht wohl wollen. Egal wie sie auch heißen, Energiefresser, Lebenszeitvernichter… 😜 ich will sie nicht mehr haben. Sie sind da, ja, sie gehen ja nicht weg, nur weil ich sie nicht mehr haben will, aber ich kann mich zurück ziehen, ihre Nähe meiden. Und ich stelle fest, dass ich das schon seit geraumer Zeit tue.

Das ist verdammt gut. Weg mit euch, ihr Nachtischdiebe 😈 Von mir kriegt ihr keinen mehr!

Mein Seelenbegleiter und ich auf unserer frühmorgendlichen Hunderunde 😊

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Ehrenamtliche Arbeit im Hospiz

Ich habe ein Hospiz gefunden, wo ich mitarbeiten kann. Bis es soweit ist, muss ich noch Fortbildungen besuchen, die erst 2019 anfangen, aber ich denke, ich spüre, das ist es. Ich habe noch nie ein so warm und schön gebautes und eingerichtetes Haus gesehen. Wirklich nicht. Da sein Lebensende zu verbringen, dieser Gedanke ist trotz all der Schwere auch wirklich sehr schön.

Natürlich habe ich auch Infomaterial mitbekommen, auf einem Flyer war ein Spruch von André Malraux

Über den Tod zu sprechen, ist eine der vernünftigsten Arten, über den Sinn des Lebens zu sprechen.

und ich denke, so ist es. Das habe ich ganz deutlich gespürt dort, und das hat auch was Befreiendes, es geht nicht mehr um Materielles, es geht absolut überhaupt nicht mehr um den Tanz um das Goldene Kalb.

Jetzt aber erstmal gute Nacht!