Chemo, Urlaub, Weihnachten

Frisur zu verschenken

Als meine Mutter an Krebs erkrankte und eine Chemotherapie bevorstand, da hat sie sich eine Perücke gekauft. Da ihre Kasse alles bezahlte, hat sie sich eine richtig gute gekauft. Sie hat sie zweimal getragen, dann verschwand sie im Karton.

Nun habe ich sie ausgegraben und stehe vor der Entscheidung, soll ich sie nun fortwerfen oder… lieber wäre mir verschenken.

Hat jemand Interesse?

Als meine Chemo bevorstand, da wusste ich, ich kauf mir keine, ich trage lieber Tücher und Mützen. Es war ja auch Winter, da fiel das manchmal gar nicht auf. Wenn ich heute daran zurück denke, was habe ich alles mitgemacht. Manchmal kommt mir das so unwirklich vor.

Und dann habe ich heute die Vorweihnachtszeit eingeläutet, meine Deko ausgepackt und in der Wohnung verteilt. Wir werden dieses Jahr Weihnachten im Kloster sein, also einem ehemaligen Kloster, was jetzt eine Ferienwohnung ist. Nicht das ganze Kloster natürlich 😉 einen umgebauten Teil davon, die Stimmung dort ist jedenfalls wundervoll, das passt zu Weihnachten. Wenn dann noch Schnee liegt, wäre alles perfekt.

Vor vielen Jahrhunderten haben adelige Jungfrauen dort gewohnt. Im Laufe der Zeit müssen die Mädels aber heftig über die Stränge geschlagen haben 😜 „nachhaltige Lockerung der Lebensformen“ heißt es in dem Bericht, da war bestimmt einiges los in dem Gemäuer 😉

Wir jedenfalls werden dort Weihnachten feiern. Mit Baum und allem drum und dran. Ich freue mich schon 🎄 Da werden wir unsere Lebensform auch mal so richtig nachhaltig lockern und an Silvester im Klostergarten im Kreis tanzen 🤪

Urlaub

Bergfestnachtgedanken

IMG 0483Es ist noch stockdunkel, ich kann nicht mehr schlafen, so habe ich mir einen Kaffee gekocht und mich an den Computer gesetzt. Meine Blogs aufräumen 😉 denn schließlich soll alles ordentlich sein, wenn ich auf dem #blogsofa sitze.

Ansonsten erhole ich mich wunderbar!! Meinem Lieblingsschotten ergeht es nicht anders, auch er fühlt sich hier pudelwohl. So ein altes Cottage hat einen eigenen Flair, auch wenn es vollständig restauriert wurde. Es ist ein kleines Cottage, maximal vier Menschen können hier bequem wohnen, zu Zweit ist es gerade richtig. Gestern hatten wir erneut Katzenbesuch. Diesmal ein schwarzes Kätzchen, was ausgehungert schien, drei Döschen Katzenfutter (nach dem Besuch der ersten Katze sofort Futter besorgt! 😻) verschlang sie, bevor sie sich wieder auf den Weg machte. Da musste ich an meinen Spikey denken, das schwarze Loch, der auch alles verschlingt, was in ihn reinpasst.
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Heute haben wir einen Regenbogen gesehen, das Sommerwetter – ja, es war regelrechtes Sommerwetter bisher, man konnte im T-Shirt herumlaufen, völlig krass – ist fortgezogen und es kamen Wolken und Wind. Ab und an regnet es auch, aber die Sonne lugt immer wieder durch. Der Wind pfeift gewaltig hier über die Hügel, zerrt an dem Cottage, das die unheimlichsten Geräusche von sich gibt und ich male mir dann aus, wie die Menschen damals in der rauhen Natur lebten und arbeiteten. Ohne Fußbodenheizung und elektrischem Kochherd und den ganzen Bequemlichkeiten, die wir heute haben.

IMG 0433 1Dann waren wir bei der Mariengrotte, wenn ich das sehe, muss ich immer an das Buch „Die Asche meiner Mutter“ denken, dieser Katholizismus, der ist mir so fremd. Aber ich glaube, wir brauchen uns da weiter keine großen Sorgen machen, es wird nicht so schnell passieren, doch langsam aber sicher schafft sich die katholische Kirche selber ab. Diese ganzen Skandale! Der Verein gehört aufgelöst!
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Meer, Urlaub

Nachtgedanken

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Heute waren wir unterwegs, haben im ältesten Pub von Cahersiveen ein Guinness getrunken, das ist nicht nur ein Pub, das ist auch eine Eisenwarenhandlung, da kann man dann, während man das leckere Guinness genießt, zum Beispiel Türbeschläge kaufen. Hat doch auch was, oder?

Hier wird gälisch gesprochen, d.h. wir verstehen nichts. Der Wirt gibt sich Mühe und spricht so etwas wie Englisch mit uns, mit etwas Anstrengung verstehen wir ihn. Er lacht und macht ein Foto von uns. Sein Hund, ein älterer Labbi, hat uns sofort ins Herz geschlossen und will auf den Schoß. Nur knapp können wir ihn daran hindern, er begleitet mich dafür aufs Klo, ich fühle mich beschützt, muss aber um das Toilettenpapier kämpfen.

Zu Hause wird gekocht, Lammfrikadellen, das Lammfleisch stammt von Weidetieren von hier, man kann es also kaufen. Der Metzgerladen ist ähnlich skurril wie der Pub, scheint üblich zu sein in dieser Gegend. Zu Hause dann machen wir den Kamin an, wie jeden Abend, schauen in die Flammen und hängen unseren Gedanken nach. Draußen ist fast Vollmond, die Bucht ist in malerisches Licht getaucht, ich versuche es zu fotografieren.

Urlaub.

Urlaub mit meinem Liebsten ist schön. Wir haben die gleiche Wellenlänge, die gleichen Vorstellungen, und das macht es uns leicht.

IMG 7639Hier kann ich einfach mal alles vergessen. Zwei Wochen Urlaub, weg von zu Hause, zwei Wochen was ganz anderes sehen. Zwei Wochen keine Nachsorgegedanken, Arzttermine, Blutwerte oder Pillengedöne. Zwei Wochen frei sein, so fühlt es sich an.

Morgen fahren wir nach Portmagee, Fisch essen, Leute gucken, Leben genießen.

Hier ist alles perfekt, es fehlt mir nur mein Schmusebär!

Leben, Meer, Urlaub

Leben am Meer

IMG 0296Ein kleines Cottage in Irland, in der Nähe von Portmagee, am Meer, herrliches Wetter, der Liebste an meiner Seite, Abends vor dem offenen Kamin sitzen und in die Flammen schauen, Ruhe, Gemütlichkeit, einfach sein können, die Wellen beobachten, den lieben Gott einen guten Mann sein lassen 😉 im Augenblick brauche ich nicht mehr.

Doch! Internet 😜 das gibt es hier auch, das steht am Fenster und darum kann ich Euch schreiben 😎

Heute morgen wurde ich wach und dachte an: Krebs. Echt jetzt. Nicht an meinen im besonderen, sondern so allgemein an diese Krankheit, ich dachte daran, wie ich mich fühlte, als ich akut dagegen ankämpfen musste, nicht wissend, ob auch alles funktioniert und ob ich das überhaupt überlebe. Damals war ich weniger in Sorge als heute, manchmal denke ich, mein Gott was war ich blauäugig, heute weiß ich einfach, was das bedeuten kann, was daraus folgen kann… all das dachte ich heute morgen, als ich neben meinem Liebsten wach wurde an diesem wunderschönen Fleckchen der Erde.

Leben dürfen, weiter leben dürfen, sich Gedanken machen dürfen über die Zukunft, wobei ich nicht definieren kann, was das ist, Zukunft, nicht mehr definieren kann. Das ist mir abhanden gekommen. Nicht, dass ich denke, ich habe keine Zukunft mehr, nein, so ist es nicht, ich weiß einfach nicht, was ich bei Zukunft denken soll. Ich habe auch damals bei der Diagnose nicht gedacht, oh Schreck, jetzt habe ich keine Zukunft mehr, eigentlich habe ich gar nicht an Zukunft gedacht. Irgendwann bemerkte ich, dass sie gar nicht mehr da ist, so als etwas Konkretes. Zukunft ist möglich. Aber gewiss, nein, gewiss ist sie nicht mehr.

Familie, Heimat, Leben, Urlaub

im Wendland

Lange habe ich nichts von mir lesen lassen, ich war einfach, wie das so schön heißt: busy, aber sowas von! 🙂 Und jetzt bin ich im Wendland, bin eben mit dem Hund eine Stunde durch die unendlichen Wälder gelaufen, jetzt ruhen wir uns aus und dann geht es ins Städtchen. Die Anreise war ein wenig beschwerlich, eine junge Frau fuhr im Stau auf uns auf und drückte unser Auto in den Wagen davor, zum Glück im Stau und darum mit sehr geringer Geschwindigkeit, es ist nicht viel passiert, wir mussten die junge Frau trösten, weil sie in Tränen ausbrach, aber alles ist gut und wir sind hier und wenn es weiter nichts ist, Blechschäden interessieren mich sowieso nicht. Und wenn ernsthaft was sein sollte, wird es repariert und gut ist.

Probleme sehen anders aus. Jedenfalls für mich.

Hier ist es herrlich, ein eingezäuntes Grundstück, direkt im Wald, der Hund kann rennen, wir haben gestern bei 20 Grad bis 22 Uhr auf der Terrasse gesessen, in einen wundervoll angelegten Garten geschaut, überall bunte Blumen, hohe Bäume, Wiese, man hört nur den Wind rauschen oder die Hunde bellen. Es ist herrlich.

Nicht weit steht, zwischen all den großen Bäumen, eine kleine Birke, deren Blätter im Wind zappeln, und das ist etwas, was mich an meine Kindheit bei meiner Großmutter erinnert. Der Garten damals war umrahmt von Birken, durch deren Blätter ständig der Wind rauschte, man hörte nichts, weil es damals kaum Autos gab, ab und an fuhr mal ein Bus. Schafe liefen durch unsere Straße, die damals noch nicht asphaltiert war, der Schäfer mit seinen Schäferhunden folgte ihnen stumm, nickte zum Gruß und sagte nicht viel, eigentlich nichts, er rauchte Pfeife, trug einen langen Mantel und einen großen Hut. Ich fand ihn imposant und ich glaube, ab da wollte ich einen Hund 😉

Die kleine Birke jedenfalls hat schöne Erinnerungen bei mir geweckt, ich fühle mich gut, es ist so viel passiert in meinem Leben, es war verdammt nicht immer leicht, aber wenn ich hier sitze, mein Freund bei mir, mein Hund, dann geht es mir gut.

Mögen die Götter uns gewogen bleiben!
wünscht uns allen
Eure SaMaTe

 

 

Meer, Urlaub

Meeresrauschen

Nun sagen sie immer wieder an, in diversen Wetter-Apps, dass es am nächsten Tag regnen soll. Doch die Sonne strahlt vom Himmel und die Apps ändern ihre Meinung 😎 und so liegen wir ein um den anderen Tag am Strand ⛱ und hören das Meer rauschen 🌊 und die Schiffe tuuuuten 🛳⛴🚢⚓️ die mal mehr, mal weniger laut an uns vorbei tuckern.

Es ist wirklich wunderbar hier, Erholung pur, auf dem Rückweg vom Strand gibt es einen Eiscafé und dann sitzen wir da und es geht uns einfach nur gut.

Wir haben ein Haus gefunden, direkt hinter der Düne, so hoch gelegen, dass man vom 1. Stock aus das Meer sehen kann. Es ist zu mieten. Wir haben angefragt. Die Anfragen werden gesammelt und im Dezember erhalten wir eine Nachricht. Vielleicht klappt es ja. Dann nehme ich aber Askan mit, für den diese Ferienwohnung hier leider nichts ist, sie ist nur über eine steile Treppe zu erreichen, so eine Art Hühnerleiter, hoch wäre vielleicht kein Problem, aber runter, und das will ich ihm einfach nicht zumuten. Das Haus hinter der Düne hat einen Garten, 50 Meter und man ist am Strand 😄 der Maler Ferdinand Hart Nibbrig hat es 1910 gebaut, drückt uns Eure Daumen, damit das klappt!!

Familie, Leben, Liebe, Meer, Urlaub

Idioten aus dem Weltall

Gestern Abend, nach einem sehr leckeren Fischtopf im Strandlokal, bin ich mit Askan noch über die Dünen gelaufen. Das war herrlich, ein riesiges Schiff tuckerte vorbei (ich wüsste gerne was für eins das ist) und ich ging aufgeräumt und zufrieden nach Hause in unser Ferienhäuschen.Später dann füllte ich meinen 10-Jahres-Kalender aus und schaute auf die Einträge des vorigen Jahres. Vor genau einem Jahr sind wir Opfer eines privaten eMailShitstorms geworden, ich hatte das schon ganz vergessen, habe mir daraufhin noch mal einiges durchgelesen. Holla die Waldfee, was für ein Stuss. Und jetzt aktuell neuer Stuss. Thema: Untermietermenschen. Die Wandersmannmietwohnung liegt in einem Haus voller schwerreicher Eigentümer, die Wert darauf legen, dass sie schwerreiche Eigentümer sind und die mehrfach deutlich machten, dass Mieter sowas wie… äh… ja… eben Untermietermenschen sind, die darum an der Suche der Mieter beteiligt werden wollen, damit nicht so einfache Unreiche einziehen, so Menschen ohne Niveau. Ich meine, wer sich keine Wohnung leisten kann, der ist halt nicht so… ja… anerkannt. Oder was auch immer. Ich kenne mich in deren verschrobenen Denkhorizonten nicht aus. Ich habe ein Haus, vielleicht ist das Eigentumswohnungsspezifisch. Oder liegt es am Wetter? Oder an der Lage? Da wohnen nur so Superreiche, von denen etliche sehr nett sind, aber die in dem Haus eben nicht. Ich glaube, in dem Haus wohnen alle Unnetten. Jedenfalls schrieb die Hausverwaltung, wir stören die Nachtruhe. Ich hab sowas von gelacht. Das sind die gleichen Leute, die vor einem Jahr behauptet haben, ich würde mir im Hausflur die Kleider vom Leib reißen. Wirklich jetzt. Kein Scherz. Absoluter Ernst. Haben sie genauso behauptet. Haben wir schriftlich. Ich sehe meinen Wandersmann und gerate dermaßen in Verzückung, dass ich mir… nunja, die Kleider vom Leib reiße. Und die liegen dann da im Hausflur rum. Die Kleider. Nicht der Wandersmann und ich. Obwohl… der Gedanke hat was… äh… 😜

Es gibt Menschen, die sind sowas von durchgeknallt, da hilft glaube ich nix. Wirklich nix. Und als ich das jetzt nochmal alles so Revue passieren ließ, da schrieb ich dem Wandersmann, nun sei es genug mit den Verrückten da aus dem Weltall. Viel zu lange hätten wir überhaupt darüber nachgedacht. Es gibt so viel wichtigeres im Leben. Da gehört diese Sorte von Gestörten nun wirklich nicht dazu.

Ich sitze seit vier Sommern auf dem Wandersmannmieterbalkon und schaue in den Schwerreicheneigentümergarten und habe die dort wohnenden Menschen noch NIE, wirklich NOCH NIE lachen gehört. Die mögen ja viel Geld haben, aber das sind ganz ganz arme Leute. Die sich beschweren, wenn der Kinderwagen im Keller unter der Treppe steht, wo NIEMAND hinkommt, wo man nicht vorbeikommt, leerer nutzloser Raum im Grunde, dann beschweren die sich, das sei im Hause nicht üblich. Die sich beschweren, wenn man 10 cm mit dem Hinterreifen über der Parkplatzabsperrung steht. Wirklich jetzt. Die ständig Zettel hinter Scheibenwischer stecken, was man alles falsch gemacht hat.

Und jetzt also stören wir die Nachtruhe. Ich glaube, ich kriege grade Lust, mal wirklich die Nachtruhe zu stören 😈