Abschied, Familie, Heimat, Träume

Heimweh

Letztens waren wir Schwestern mit unserem Vater essen und da sagte er uns, dass er manchmal richtig Heimweh habe nach dem Haus im Wendland, wo er mit unserer Mutter viele Jahre lebte und das er einige Jahre nach ihrem Tod verkaufte, es wurde ihm, mittlerweile immerhin über 80, alles zu viel.

Er wohnt ja nun wieder in seinem alten Elternhaus, in der Wohnung über mir, der ersten gemeinsamen Wohnung seiner jungen Ehe, mich gab es damals auch schon.

Es ist etwas anderes, etwas ganz anderes, wenn man mit einem alten Menschen in einem Haus wohnt, wenn man sich alte Geschichten anhört, wenn fast alles nur noch „damals“ stattfindet, wenn Erinnerungen wichtiger sind als die Zukunft und wenn Abschied oft zur Sprache kommt und er immer mehr Namen kennt, die in den Todesanzeigen stehen.

Letzte Woche noch war ich bei meiner Nichte in London, die ihre Karriere plant, die in die Zukunft lebt, an neue Stellen denkt, an Weiterbildung, an ein weiteres Studium vielleicht… Pläne, Hoffnungen, Wünsche.

Ich werde jetzt Eiskonfekt essen. Eis mit Schokolade überzogen. Meine Gedanken werden mir sonst zu schwer. Schokolade löst zwar keine Probleme, das ist mir schon klar, aber das tut ein Apfel auch nicht 🤣

Träume

traumhaft

Ich gehe auf dem Feldweg hinter unserem Dorf spazieren, alleine, komme aus dem kleinen Wäldchen raus und biege Richtung Siedlung ein. Vor mir ist ein Vater mit einem Kind, das auf einem kleinen Fahrrädchen flink herumfährt, das Kind so im Kindergartenalter. Mit dabei ist eine Taube, die wie ein Hund hinter ihnen hertippelt. Das Kind fährt mit seinem Rädchen immer von rechtes nach links und hat gute Laune. Es hat geregnet und es ist matschig. Die Taube tippelt wie ein Hündchen hinterher. Ab und an tippelt sie von der Straße runter in den Graben, da geht der Mann hin, hebt sie wieder heraus, klopft den Lehm von ihr ab und stellt sie auf die Straße. Dann tippelt die Taube weiter. Ich sehe, wie die Taube wieder in den Graben geht und der Mann das aber nicht bemerkt. Sie taucht ihr Köpfchen immer wieder in den Matsch. Ich nehme sie hoch und rufe den Mann. Er kommt an. Wir machen den Matsch ab und ich frage, warum die Taube das macht. Und er sagt, sie denkt, sie sei ein Frosch. Ich lache und sage: „Die Taube gibt den Frosch“ und wir müssen beide furchtbar lachen.

Diesen Traum hatte ich letztes Jahr im Dezember, ist der nicht skurril? Wem fällt denn dazu was ein?

Und sonst so? Ach, was soll ich sagen, mein Auto ist in der Werkstatt, es gibt nur zwei Möglichkeiten, entweder es ist nichts oder es ist hinüber. Mehr erfahre ich dann wohl morgen. Ich (und ich glaube, da bin ich nicht alleine) wäre jetzt gerne wieder im Kloster. Fühle mich leicht überfordert, dabei hat das Jahr doch gerade erst angefangen 😉 aber dafür haben wir das nächste Weihnachtsfest schon klösterlich gebucht. Es hat uns allen so gut gefallen, wir wollen wieder hin.

Nein, ich will nicht klagen, es geht mir gut, auch wenn ich zuweilen eine leichte Überforderung spüre. Die hat wohl damit zu tun, dass mein alter Vater im Dezember 2017 hier eingezogen ist und wie das mit alten Vätern so ist, ist es nicht immer leicht mit ihnen. Er wird zusehens älter, es war also die richtige Entscheidung, sein großes Haus mit dem riiiiiieeeesigen Grundstück im Wendland zu verlassen und wieder in sein altes Elternhaus zu ziehen, wo er mit Mutter und uns Töchern angefangen hat. Alles ist gut, alles ist richtig, aber anstrengend ist es eben doch.