Abschied, Krebsgedanken, Leben, Vergangenheit

„Was für ein Ritt!“

Das Thema Krebs hat sich mal wieder in den Vordergrund gedrängt, bei einer lieben Freundin, an die ich dieser Tage oft denke. Und wie das so ist mit dem Denken, kommt man dabei von Höcksken auf Stöcksken, wie das im Rheinland ausgesprochen wird, was ok ist, doch manchmal sind auch schwere Stöcksken dabei, so ist das Leben nunmal, es scheint nicht immer nur die Sonne, auch wenn ich mich damit zuweilen schwer abfinden kann.

Hier in London ist das Leben so anders für mich, was nicht unbedingt an der Stadt liegt sondern an dem Teil meiner Familie, der hier lebt und der so jung ist. Der am Anfang des Berufslebens steht, Karriere vor Augen hat, Ziele, Pläne, der sich grad was aufbaut mit Eigentum und… das gibt es überall auf der Welt, aber für mich ist das ein Lebensabschnitt, der nun lange hinter mir liegt und der, mit der Rente, abgeschlossen ist. Ich plane keine Karriere mehr. Und Eigentum hatte ich und bin froh, dass ich das alles los bin. So anders kann es werden. Was mal so ähnlich war.

Heute Morgen stöberte ich im Internet auf Blogs herum, ich kam sozusagen von Blog auf Blögsgen 😉 und ich fand so manches, was mir gefallen hat. Dabei lernte ich auch Hunter S. Thompson kennen, einen US-amerikanischen Schriftsteller, der einen wahrlich fulminanten Abtritt hatte, Johnny Depp schoss seine Asche auf der Trauerfeier mit einer Kanone in die Luft. So hatte er es gewollt, dieser Hunter, spektakulärer geht es ja kaum. Nachzulesen ist das alles auf Wikipedia, Hunter S. Thompsen sagte mir dennoch nichts, aber an diese Geschichte mit der Kanone meinte ich mich zu erinnern, vermutlich war das damals ein Skandal, über den auch hier berichtet wurde.

Wie auch immer, dieser Hunter hat was sehr Kluges gesagt, was mir so richtig richtig gut gefällt:

Das Leben sollte keine Reise ins Grab sein mit dem Ziel, dort stinkreich, über-versichert und mit einem makellosen Körper anzukommen. Wir sollten eher quer und mit voller Breitseite hineinschlittern, ein Glas Rotwein in einer Hand, Schokolade in der anderen, unser Körper abgenutzt, ausgelebt und abgeliebt, und dabei laut jubeln: “Mein Gott! Was für ein Ritt!”

JAU!! Das ist es doch! Oder? Ist es nicht genau das?!?

Wir gucken hier grad Babylon-Berlin, jeden Abend mindestens drei Folgen, meist schaffen wir vier, heute kommen die letzte drei dran, eine tolle Serie. Und dann reden wir über das Leben, reden von früher, wie es Opa und Oma erging, reden von damals, als wir jung waren, reden von heute, was sich alles geändert hat und kommen unweigerlich zu der Frage, was ist wirklich wichtig im Leben.

Ich glaube, wenn man am Ende sagen kann „Was für ein Ritt!“ dann hat man alles richtig gemacht, auch wenn vieles vielleicht falsch war.

Und der Krebs? Der macht manchmal alles einfach nur kaputt.

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