Familie, Leben, Liebe, Spike

Leben ändern sich

Leben ändern sich zuweilen. Und manchmal ist es verdammt gut, dass es so ist. Hier ist ein Änderungsfoto 😉 weil, wie soll ich sagen, also vor Jahren hätte es das nicht gegeben, der Wandersmann, welcher der Schotte ist, mit einem Tier im Bett. Niemalsnienicht!! Heute schläft er seinen Champagnerrausch aus mit Spikey, dem Kater 😻

Naja, zwei Gläser Champagner machen noch keinen Rausch, aber müde ist er trotzdem, er hat seinen Kindern  beim Umzug geholfen und geschleppt. Wie das so ist mit Umzügen, zweimal umgezogen ist wie einmal abgebrannt sagte mein Vater immer und da ist was wahres dran.

Champagner? Ein Lebensabschnitt geht zu Ende, was ihn glücklich macht und mich dazu. Spreche ich in Rätseln? Das ist ok so, mehr will ich nicht verraten, nur soviel, jeder kennt es, Trennungen, ehemals gewollte Gemeinsamkeiten werden gelöst und manchmal ist das mit viel Mühe verbunden, gemeinsame Besitztümer werden aufgelöst… das kennt doch jeder irgendwie, selber oder im Freundeskreis, das ist doch heute normal. Mühe macht es trotzdem und ist zuweilen mit viel Enttäuschung verbunden.

Whatever, Leben ändern sich, darüber denke ich nach, die letzten Jahre gab es viele Veränderungen und auch wenn nicht alles leicht war und vieles verdammt verdammt verdammt schwer, dass es nun so ist, wie es ist, ist WUNDERBAR!!

Seine Kinder sind auf dem Weg hierhin, ich bin so glücklich über diesen „Zuwachs“, den ich in meinem Leben auf’s herzlichste Willkommen heiße 💙💚❤️

Als mein Mann starb, als ich an Krebs erkrankte, niemals, NIEMALS hätte ich gedacht, dass mein Leben sich so ändern würde.

Ich weiß nicht, was die Zukunft bringt, aber eins weiß ich: ich bin glücklich! Heute und jetzt bin ich glücklich! Mit Mann und Kater im Bett! 😎

Leben, Spike

mein Leben wird sich ändern

img_1618…und nicht nur meins, seins auch! Spikey hat das Hundebett okkupiert, es gefällt ihm, er räkelt sich und schnurrt und will da gar nicht mehr weg. Aber Anfang Dezember kommt unser neuer Mitbewohner, Askan, ich bin mal gespannt, wie die beiden miteinander auskommen. Spikey ist so eine liebe Seele, da mache ich mir keine Gedanken. Und so ein Welpe ist auch unproblematisch, wir kriegen das schon hin!

Jedenfalls wird sich mein Leben ändern. Ich lebte ja mit meinem Muxi zusammen, also ganz neu ist für mich eine Hundeseele nun nicht, aber trotzdem, es ist anders. Ich hatte nie einen Hund ganz für mich alleine. Ich weiß gar nicht, wie ich das erklären soll, das Bienlein und das Mixlein, es waren die Hunde von meinem verstorbenen Mann und mir. Ich meine das jetzt nicht wertend, so von wegen, alleine ist besser oder so einen Quatsch, es geht nicht um besser und schlechter. Es geht um anders.

Ich hatte immer Hunde, aber immer mit Familie. Und dieser Hund jetzt, den habe ich mir ganz alleine ausgesucht, der wird mit mir hier im Haus leben, es ist mein Hund. So wie ich mir Spike ausgesucht habe, so habe ich mir Askan ausgesucht. Ich will mit Tieren leben. Ohne Tiere ist einfach nur blöd 🙄

Und ich merke wieder, wie gerne ich genau so lebe, wie ich lebe. Ich lebe in einer Partnerschaft, aber wir haben unsere eigenen Bereiche und ich denke, anders geht es gar nicht. Anders will ich nicht. Nicht in meinem Alter.

Wenn man jung ist, Familie plant, Kinder groß ziehen will, dann ist das alles eine ganz andere Nummer. Aber mit Ende 50, Anfang 60, da braucht man keine gemeinsame Wohnstatt mehr. Man kann, aber man muss nicht. Wir müssen nicht. Und wir wollen nicht.

Ich entscheide bei mir, was ich will. Er entscheidet bei sich. Für viele ist das selbstverständlich, für uns war es das nun mal nicht so, wir haben uns erst rauspellen müssen. Und nun sind wir rausgepellt und leben, wie wir es wollen.

Ihr glaubt gar nicht, wie ich das genieße!! Mein Wandersmann ebenso. Und ich habe mich für ein Leben mit einem Hund und einem schwarzen Kater entschieden. Ich freue mich so auf den Hund. Die ganze Familie freut sich, die WunderbareWaffelnmachendeBeuteSchwiegertochter freut sich und wird sich um den Hund kümmern, derweil ich mit meinem geliebten Wandersmann in Edinburgh bin. Am Jahreswechsel.

Das Leben ist schön. Ja, es ist schön. Ich habe jetzt wieder einen Untersuchungsmarathon vor mir, Mammographie, Sono… und so weiter, aber ich weiß jetzt schon, das Leben ist schön. Heute ist es schön.

Gute Nacht!

 

Spike

Katzen und Hunde und Patriarchen

Kater Spike findet das Getue um diesen Welpen etwas, wie soll er sagen, äh… übertrieben 😼 Hunde sind schließlich doof, die brauchen immer eine Leine. Undenkbar für einen Kater 😸

Nun, es wird noch eine Weile dauern, bis die beiden so richtig zusammen wohnen, Spikey jedenfalls geht es gut. So richtig gut. Er kommt, wann er will, geht, wann er will, killt wann er will… äh… 😇 und macht irgendwie sowieso was er will. Kater eben. Nachts ist er meist draußen, da mischt er das vierbeinige Volk hier auf, vermutlich wird er seinen Speiseplan mäusemäßig aufstocken. Er ist jedenfalls bei allen Nachbarn sehr beliebt. Was will man mehr, so als Kater.

Das neueste Filmchen von den Welpchen gibt es hier!

Und dann gibt es noch ein krasses Foto von dem Patriarchen… äh Wandersmann 😎 ich besorge mir jetzt auch ein Kostüm aus dieser Zeit, damit wir mal zusammen so richtig was los machen können 😜

Familie, Leben, Liebe, Meer, Nachwirkungen, OnkoDoc, Spike

PaarGedanken

So, der Alltag hat mich wieder, ich war sogar schon im Büro. Erholt sähe ich aus, sagten die Kolleginnen, und ich denke, das bin ich auch. Erholt. Zu Hause angekommen war Dank bester Nachbarin der Welt die Wohnung leichenteilbefreit 😼 und der Kater satt gefüttert, die Blumen gegossen und der Vorgarten gepflegt, ich lebe wirklich sehr sehr schön, wirklich wahr 💚

Dann habe ich heute für November den nächsten Kontrolltermin im Brustzentrum gemacht, die haben einen langen Vorlauf. Doch nach dem Urlaub hatte ich plötzlich das Gefühl, es stehen nun die ganzen Termine an… aber da bin ich wohl durcheinander gekommen oder die NachSORGE hat sich gemeldet. Onkologe steht erst im Januar an, da war ich grad erst, ich habe das völlig verdrängt. Nun, dann werde ich diesen Monat noch zur Mammographie gehen.

Wie oft geht Ihr dahin? Wie sind Eure Intervalle?

Dann hatten mein Freund und ich ein gutes aber schweres Gespräch. Es ging darum, dass ich nicht so tun will, als sei nun wieder alles in Ordnung, als könne nichts passieren, nach fünf Jahren gilt man ja als „geheilt“. Ich wünsche mir nichts sehnlicher, aber ich will es nicht auf die leichte Schulter nehmen. Ich will die Möglichkeit einer erneuten Erkrankung zumindest aussprechen. Ich will meiner Angst Raum geben. Und er will das auch. Er hat Angst um mich, es ist nicht einfach alles wieder gut. Ich hatte einen Tumor. Ich habe eine harte Therapie durchstehen müssen. Ich leide noch heute unter den Nebenwirkungen. Ich gehe nicht umsonst einmal die Woche zur Schmerzärztin.

All das will ich aussprechen. Wie gehen wir miteinander um? Wie integrieren wir diese Angst in unsere Beziehung? Wie lassen wir sie nicht übermächtig werden? Wie schaffen wir trotz allem eine „normale“ Partnerschaft zu leben?

Ein paar PaarGedanken 😎 wir werden gemeinsam zu meiner Psychoonkologin gehen. Wir brauchen das einfach, reden und aushalten und das Leben genießen. Miteinander. Trotz Krebs.

Spike

skrupellos

Ja, das bin ich. Ich gebe es zu. Und warum? Nun, ich gehe über Leichen. Nein, ich tue es nicht gerne, aber ich tue es. Wie jeder skrupellose Mensch sage ich, ich würde es ja unterlassen, aber es lässt sich eben nicht verhindern. Es passiert. Vieles passiert.

Blut klebt an meinen Füßen. Nein, nicht an den Händen, auch nicht im übertragenen Sinne. Es klebt tatsächlich an meinen Füßen. Eben weil ich über Leichen gehe. Mit meiner Psyche macht das nichts, ich bin stark. Ich halte das aus. Was ich nicht aushalte ist das Ekelgefühl. Darum hüpfe ich auf einem Bein zum Waschbecken und schreie aus Leibeskräften: „Spikey Du Monsterkater! Kannst du deine verdammten Mäuse gefälligst woanders verspeisen und die Reste nicht immer auf dem Teppich liegen lassen!!!!!!!“ bevor ich mir heißes Wasser über den blutigen Fuß laufen lasse 🙀

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Antiseptisches Spray nicht vergessen 😳

Nachwirkungen, Spike

Fatigue

„Krebspatienten können im Laufe ihrer Erkrankung an einen Punkt völliger körperlicher, emotionaler und/oder geistiger Erschöpfung kommen. Fehlender Antrieb, anhaltende Müdigkeit und Kraftlosigkeit, die in keinem Verhältnis zu vorangegangenen körperlichen oder geistigen Anstrengungen stehen, sind durch Schlaf und Erholungsphasen nicht mehr auszugleichen. Außerdem können Konzentrationsschwäche und Gedächtnisprobleme hinzukommen. Oft hält dieser Zustand wochenlang an, was das gesellschaftliche, berufliche und ganz persönliche Alltagsleben zusätzlich erschwert. Dennoch gibt es Möglichkeiten, mit diesem Syndrom, das als tumorbedingte Fatigue bezeichnet wird, zurechtzukommen.“

mehr dazu bei der Krebsgesellschaft.de

Bei mir ist es diese anhaltende Müdigkeit, die in keinem Verhältnis zu vorangegangenen Anstrengungen steht und durch Schlaf nicht mehr auszugleichen ist. Ich kann schlafen schlafen schlafen und es ändert sich nix. Seit der Bestrahlung kommt das in Phasen immer wieder. Manchmal ist es ganz weg, derzeit habe ich es wieder.

Schlafen. Müde. Bleierne Augenlider. Sitze an PC, kann mich kaum wach halten. Auf einmal ist es weg.

Bei der Bestrahlung vor 4 Jahren war es so schlimm, dass ich noch auf dem Bestrahlungstisch eingeschlafen bin. Wirklich jetzt. Der Weg zum Taxi war oft eine Tortur. Und dann senkte sich die Müdigkeit über mich und ich wurde schlafend nach Hause geschaukelt.

Nein, es ist besser geworden. Vor allem, seit ich Ozon bekomme. Und ich habe einen Mitbewohner, der mich verwöhnt. Echt jetzt. Er bringt mir Essen ans Bett. Nachts. Und wenn ich nicht aufpasse, dann latsche ich barfuß drauf und es knackt und dann hüpfe ich schreiend mit einem Bein durch die Bude.

IMG_1086Aber er liebt mich. Heute Nacht bekam ich zwei Mahlzeiten. Ich habe sie aber nicht gegessen, ich habe sie beerdigt 😸

 

Leben, Liebe, Spike

Gedanken über das Leben

Heute Morgen in aller Herrgottsfrühe wurde ich durch lautes Vogelgeschrei geweckt. Schnell realisierte ich, das kommt doch aus meiner Wohnung… raus aus dem Bett, Monsterkater Spike 😼 vertrieben, Vogel geschnappt, nach draußen getragen, er schaute mich mit großen Augen an. Als ich noch mal nachschaute, hopste er kreischend davon. Vielleicht schafft er es.

Jedenfalls war ich dann wach. Und jetzt sitze ich auf dem Balkon, die Sonne scheint mir ins Gesicht, die orangefarbene Markise (Sommerfeeling pur🌞) ist ausgefahren, der Kaffeepott dampft… eine gute Zeit, um über das Leben nachzudenken. Und über das, was uns in eben diesem Leben begegnen kann an Unbill. Sage ich mal so locker. Krankheiten. Katinka machte sich Gedanken über Depression, ein Thema, mit dem ich auch konfrontiert wurde, mein Mann erkrankte schwer daran.

Egal, was ich denke, was ich erlebt habe, was ich von anderen erfahre, ich komme immer wieder zu der Frage zurück: was wollen wir eigentlich von diesem Leben.

buchcoverGestern fand ich ein Buch. Ein poetisches Biologiebuch. Doch. Gibt es wirklich. Ich fand es bei den Leselebenszeichen von Ulrike Sokul© und habe es mir sofort bestellt. Einige wissen vielleicht, dass ich noch ein Blog betreibe, wo es nur ums Schreiben geht. Meinen Raum für Worte, mein  raumwort

Und da ist Ulrike ein fester Bestandteil (es ist nicht das erste Buch, was ich auf ihre Empfehlung hin gekauft habe😊) und diesmal geht es um: Alles fühlt von Andreas Weber.

Ulrike schreibt: "Das Buch „Alles fühlt“ folgt dem roten Faden des Lebens, und es ist sehr hilfreich dabei, den Verirrungen lebensfeindlicher und naturzerstörerischer gesellschaftlicher Bedingungen nicht mehr zu folgen, sondern sich konsequent auf LEBENSWERTE neu zu besinnen.

Dabei gibt es ein neues, altes Land zu entdecken: Die LIEBE zum LEBEN, die LIEBE zur NATUR im umfassenden SINNE als Liebe zur natürlichen MITWELT und zu den MITGESCHÖPFEN sowie als Liebe zur innersten menschlichen Natur – kurz: Alles Leben und alle Lebensformen bilden eine tatsächliche, leibliche – und nicht bloß ideelle – EINHEIT in wechselwirksamer VERBUNDENHEIT. „Alles fühlt“ ist eine höchst lebensdienliche Lektüre!"

Das hat mich neugierig gemacht. Liebe zum Leben. Liebe zu den Mitgeschöpfen. Lebensdienliche Lektüre. Ich musste es kaufen. Wenn ich es gelesen habe, werde ich berichten.

Doch die Frage bleibt: was will ich vom Leben. Mein Lebensgefährte ist grad den Camino del Norte gepilgert, er kam völlig beseelt zurück, ganz umfangen von der Kraft der Natur, von der Weite, von den Begegnungen. Mit Menschen, die einen ähnlichen Gedanken hatten, mit sich selber. Vor allem mit sich selber. Wir sprechen grad über nichts anderes als über das Leben. Über uns. Über den Camino. Über den LebensCamino. Wo kommen wir her, wo geht es hin. Was wird uns noch begegnen. Wie gehen wir damit um.

Seit ich an Krebs erkrankte, hat sich die Grenze verschoben. Vieles von dem, was ich dachte, was man für ein zufriedenes Leben braucht, ist mir völlig gleichgültig geworden. Menschen, die sich mit sich und ihrem Schicksal nicht auseinander setzen, mit denen will ich kein Stück meines Weges gemeinsam gehen. Probleme verleugnen, gar nach außen tragen, anderen überstülpen. Da habe ich kein Bock mehr drauf. Aufregen über Kleinigkeiten, Unwichtigkeiten, ich war aber zuerst dran und sowas, das nervt nur noch. Eigentlich hat mich der Krebs zu eindeutigen Antworten geführt. Auf die Frage: was will ich NICHT.

Was ich will, vielleicht finde ich ein paar Hinweise darauf in diesem Buch.

Und was wollt Ihr?
fragt mit sonnigen Grüßen und einem
immer noch angeschlagenen Ohr
Eure samate