Familie, Heimat, Leben, Urlaub

im Wendland

Lange habe ich nichts von mir lesen lassen, ich war einfach, wie das so schön heißt: busy, aber sowas von! 🙂 Und jetzt bin ich im Wendland, bin eben mit dem Hund eine Stunde durch die unendlichen Wälder gelaufen, jetzt ruhen wir uns aus und dann geht es ins Städtchen. Die Anreise war ein wenig beschwerlich, eine junge Frau fuhr im Stau auf uns auf und drückte unser Auto in den Wagen davor, zum Glück im Stau und darum mit sehr geringer Geschwindigkeit, es ist nicht viel passiert, wir mussten die junge Frau trösten, weil sie in Tränen ausbrach, aber alles ist gut und wir sind hier und wenn es weiter nichts ist, Blechschäden interessieren mich sowieso nicht. Und wenn ernsthaft was sein sollte, wird es repariert und gut ist.

Probleme sehen anders aus. Jedenfalls für mich.

Hier ist es herrlich, ein eingezäuntes Grundstück, direkt im Wald, der Hund kann rennen, wir haben gestern bei 20 Grad bis 22 Uhr auf der Terrasse gesessen, in einen wundervoll angelegten Garten geschaut, überall bunte Blumen, hohe Bäume, Wiese, man hört nur den Wind rauschen oder die Hunde bellen. Es ist herrlich.

Nicht weit steht, zwischen all den großen Bäumen, eine kleine Birke, deren Blätter im Wind zappeln, und das ist etwas, was mich an meine Kindheit bei meiner Großmutter erinnert. Der Garten damals war umrahmt von Birken, durch deren Blätter ständig der Wind rauschte, man hörte nichts, weil es damals kaum Autos gab, ab und an fuhr mal ein Bus. Schafe liefen durch unsere Straße, die damals noch nicht asphaltiert war, der Schäfer mit seinen Schäferhunden folgte ihnen stumm, nickte zum Gruß und sagte nicht viel, eigentlich nichts, er rauchte Pfeife, trug einen langen Mantel und einen großen Hut. Ich fand ihn imposant und ich glaube, ab da wollte ich einen Hund 😉

Die kleine Birke jedenfalls hat schöne Erinnerungen bei mir geweckt, ich fühle mich gut, es ist so viel passiert in meinem Leben, es war verdammt nicht immer leicht, aber wenn ich hier sitze, mein Freund bei mir, mein Hund, dann geht es mir gut.

Mögen die Götter uns gewogen bleiben!
wünscht uns allen
Eure SaMaTe

 

 

Familie, Heimat, Klösterle, Leben

Klosterleben

Als Kind, ich muss so 8 oder 9 Jahre alt gewesen sein, wollte ich ins Kloster. Mich interessierte einfach das geregelte Leben. Also was ich mir so darunter vorstellte. Noch mehr aber interessierte mich die Bibel. Ich wollte die Geschichten darinnen verstehen und wollte darüber studieren. So stellte ich mir damals Klosterleben vor. Man wohnt in einem alten Haus beieinander, alt und dunkel und irgendwie verwunschen, und dort gibt es eine Bibliothek, mit vielen vielen Büchern, und die erklären einem die Bibel. Und dann denkt man sich Geschichten aus, die man dann in einem Gottesdienst vorliest.

Das war für mich Kloster 😎 ich weiß nicht, wo ich dieses Bild herhatte, wer mir was darüber erzählte oder wo ich etwas darüber hätte erfahren können. So aber war für mich Kosterleben.IMG_3364

Nun bin ich im Kloster. Sie haben in der Tat eine große Bibliothek. Mit vielen vielen Büchern. Sie haben eine Kirche. Und sie lesen Geschichten vor. Und einmal am Tag diskutiert man darüber.

Also ganz so falsch war meine Vorstellung nicht. Reglementiert ist der Alltag auch, er unterliegt einer klaren Struktur. Auch das gefällt mir.

Eigentlich gefällt mir hier alles, auch wenn ich nicht für immer hier leben möchte. Aber derzeit lebe ich hier und es ist schön. Sehr schön.

Und lebte ich hier, wäre der kleine Schreibtisch in der Bibliothek sicherlich mein Lieblingsplatz. Wie ich es mir vorstellte, vor 50 Jahren 😎

Und das wäre bestimmt auch eine meiner Lieblingsaufgaben gewesen, Tiere beschützen und pflegen, so wie hier, Mäusle und Spätzle mit ihrem himmlischen Beschützer, sie folgen ihm auf Schritt und Tritt:

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Heimat, Leben

160

Eben sagt mir Google, Sigmund Freud hat heute seinen 160. Geburtstag. Nun denn. Normalerweise würde ich mit meinem Freund darüber reden, ganz bestimmt, wenn er hier wäre. Aber er ist auf dem Camino del Norte unterwegs und ob er da an Freud denkt… keine Ahnung, vermutlich nicht.

Ich stelle fest: so eine Auszeit in einer Beziehung tut richtig gut. Ich merke, wie gut ich mit mir selber zurecht komme und wie gerne ich hier lebe, wo ich lebe. Auch ohne Bio-Laden. Ja, leider, der hat nämlich zugemacht 😓 doch es gibt hier einige echte Bauernläden, wo es Obst und Gemüse aus der Region gibt, nicht immer reines Bio, aber immer gut. Ich habe nämlich absolut keinen Bock mehr auf Supermarkt. Wirklich nicht. So war ich heute in meinem Lieblingsbauernlädchen und habe mich eingedeckt. Da steht überall bei, von welchem Hof das ist, was man kauft, und, was mir besonders wichtig ist, keine Massentierhaltung.

Eier habe ich vergessen. Die kommen von einem Demeter-Hof. Die verkaufen da auch Fleisch. Hach, Ihr seht, ich bin in meinem Element. Kochen 😎 heute habe ich mir einen frischen Salat gemacht. Mit echtem gutem Leinöl. Köstlich. Kochen ist für mich wie meditieren. Wirklich wahr. Ich stehe dann versonnen in der Küche und denke mir extra komplizierte Gerichte aus, damit es auch ja lange dauert, das Kochen, und wenn es meinem Freund dann schmeckt, dann ist die Welt für mich in Ordnung…

Eine kleine Welt. Eine einfache Welt. Aber ich habe sie schätzen gelernt, als sie zerbrochen ist. Als ich hinaus katapultiert wurde und mich selber wieder neu ausrichten musste. Darum ist mir das, was ich habe, umso wertvoller.

Bahrain, Heimat, Leben, Weihnachten

Familiengedanken

IMG_3056Gestern nun bin ich aus dem Orient zurück gekommen, ich habe mich sehr erholt, ich habe mich sozusagen prächtig erholt 😊 dann kam mein Freund und brachte mir ein kleines Geschenk vom Weihnachtsmarkt des Freilichtmuseums Kommern mit, wo er mit seiner Familie war. Ein Anhänger aus Zinn, handgemacht. Wunderschön. Soetwas gefällt mir ja wirklich. Das habe ich von meiner Mutter, für die Dekorieren zu ihren Lieblingsbeschäftigungen gehörte.

Mein Freund und ich sind essen gegangen, so war es verabredet. Ich hatte mich vom Orient aus so darauf gefreut 😊 und das nicht zu Unrecht, wie sich dann herausstellte. Der Italiener ist wirklich richtig gut. Bandnudeln mit Steinpilzen. Köstlich. Bei einem Gespräch über unsere Familien. Was sie unterscheidet. Was ähnlich ist. Und wie schwer das eigene Muster oftmals zu erkennen ist.

Meine Familie ist sehr eng miteinander, Großeltern, Eltern, Kinder, Kindeskinder… in allen Generationen eng. Ein großes Wir. Nicht immer leicht zu leben, denn alles hat nunmal zwei Seiten. Doch es ist das, was ich „gelernt“ habe, was für mich Familie ist. Gemeinsam. Zusammen. Aneinander denken. Füreinander da sein.

Nein, wir sind keine heile Familie und frohlocken nur vor uns hin 😋 beileibe nicht, da flogen und fliegen auch die Fetzen. Aber wir sind eng. Und das ist etwas, was mir entspricht. Was ich bin. Ein Teil meiner Art. Die zwei Wochen Orient haben mir das wieder näher gebracht. Mein Freund meinte, touristisch hätte ich da ja wahrscheinlich schon alles gesehen… und mir wurde klar, was es ist, was mir so gut tut dort: ich lebe mit meiner Schwester und ihrer Familie. Ich LEBE dort, zwar nur für Wochen, aber ich lebe mit ihnen, es ist anders wie Urlaub. Es ist Familienleben. Ein anderes wie bei mir zu Hause. Vielleicht öffnet mir das grad eine andere Sichtweise auf mein Leben hier. Was auch immer es ist, es tut mir gut. Woanders sein und doch zu Hause. Familie. Eng. Und ich habe gemerkt, dass es genau das ist, was ich wollte und will. Diese Familie ist meine Familie. Ich will keine andere. Ich will diese. So, wie sie ist. Mit allen Ecken und Kanten.

Bahrain, Heimat

was mir fehlen täte

Sonne1Ich stehe im Büro meiner Schwester und schaue mir an, wie die Sonne schnell am Himmel versinkt. Nein, nicht langsam, schnell. Hier geht das zackzack und es ist dunkel. Dämmerung kennen sie hier nicht wirklich. Die paar Minuten kann man nicht Dämmerung nennen. Auch etwas, was ich vermissen würde. Herbst und Frühlung und Dämmerung. Das würde mir fehlen.

Nein, wenn ich ehrlich bin, ich lebe schon gerne da, wo ich lebe. In dem Haus, in dem ich wohne. Ich bin gerne hier, aber nicht für immer. Mir würden die Wälder fehlen. Der Schnee. Mir würde das Neanderthal fehlen. Die Wege voller Laub im Herbst. Die Bäche. Blütenknospen im Frühling. Die lauen Abende vor der Haustüre. Das Zwielicht im Herbst. Der rote Himmel, wenn die Engelchen Plätzchen backen 😉 und die vielen Lichter in den Fenstern, wenn Weihnachten naht.

Nennt mich kitschig. Mir würde es fehlen.

Heimat, Leben

kein Gedanke

PuppenwagenHeute war ich arbeiten, das war gut, das erste Mal fit wie ein Turnschuh… naja… äh… also sagen wir so, ich bin um 5 Uhr 30 aufgestanden ohne Probleme und bin arbeiten gewesen und hinterher ging es mir immer noch gut und ich werde diese Woche darum auch wieder zwei Tage im Büro arbeiten! Wenn das nichts ist. Und dann kam ich nach Hause, fiel mir dieses Bild in die Hand. Das bin ich, mit meinem ersten Puppenwagen. Ich kann mich noch genau daran erinnern. Auch an die Puppe. Sie hieß Grotewohl und hatte keine Arme und keine Beine. Aber ich liebte sie 😛

Die Haustüre dort, die ist heute 63 Jahre alt!! DREIUNDSECHZIG und es zieht wie Hechtsuppe durch dieses marode Teil, aber ich liebe sie ähnlich wie damals meine Grotewohl. Doch nun wird sie, auch das hat sie mit Grotewohl gemein, entsorgt. Es kommt eine neue Türe. Eine ohne Hechtsuppe.

Und damals, da habe ich an alles gedacht. Nur nicht an Krebs.