Bahrain, Leben, Liebe, Meer

Grenzgedanken

DSCN0546DSCN0571DSCN0573-001Meer übt eine Faszination auf mich aus, diese Unendlichkeit, ich finde, das kann man wirklich spüren. Und so habe ich denn auch unendliche Gedanken. Und heute habe ich mal wieder unendlich gedacht. Und das war gut. Sue und ich teilen ja nun das gleiche Schicksal, nämlich Krebs. Jede auf ihre Art und doch ähnlich, weil Krebs was mit Endlichkeit zu tun hat. Und das ziemlich konkret. Eine irre Paarung, das unendliche Meer und das endliche Leben 😎 Doch darum geht es mir nicht. Mir geht es um die Spuren, die wir hinterlassen, in Begegnungen, mit Menschen. Zum Beispiel. Und ich merke, dass ich immer ungeduldiger werde. Menschen gegenüber, die einfach nicht merken, wo ihre Grenze ist. Die hässlich sind zu anderen und es für ihr gutes Recht halten. Ich merke, dass die Begegnungen mit ihnen reine Zeitverschwendung sind und dass sie außer dass ich ärgerlich werde keinerlei Spuren hinterlassen. Und dass ich genau darauf keinen Bock mehr habe.

Meine Zeit ist mir zu schade dafür, denn das Leben ist zu kostbar, um es mit sinnlosem Gezetere zu vertun. Ich wünschte wirklich, einige Menschen würden einfach schweigen. Weil eh nix Gutes von ihnen kommt.

Es war ein guter Tag heute, ein sehr guter Tag! Ich bin mir wieder klarer. Sozusagen unendlich klar 😍

Morgen ist im übrigen Hajos Todestag.

Bahrain, Leben, Meer

Abendgedanken

Bald bin ich am Meer! Was bin ich glücklich!! Mit einer lieben Freundin, die ich übrigens über das Internet kennen gelernt habe 😎 die liebe Sue! Zur Einstimmung stelle ich schon mal ein Bild ein vom Strand, allerdings im Orient. Bei meiner Schwester. Eine Insel im Arabischen Golf.

Wir werden es uns einfach nur gut gehen lassen!

Bahrain, Heimat, Leben, Weihnachten

Familiengedanken

IMG_3056Gestern nun bin ich aus dem Orient zurück gekommen, ich habe mich sehr erholt, ich habe mich sozusagen prächtig erholt 😊 dann kam mein Freund und brachte mir ein kleines Geschenk vom Weihnachtsmarkt des Freilichtmuseums Kommern mit, wo er mit seiner Familie war. Ein Anhänger aus Zinn, handgemacht. Wunderschön. Soetwas gefällt mir ja wirklich. Das habe ich von meiner Mutter, für die Dekorieren zu ihren Lieblingsbeschäftigungen gehörte.

Mein Freund und ich sind essen gegangen, so war es verabredet. Ich hatte mich vom Orient aus so darauf gefreut 😊 und das nicht zu Unrecht, wie sich dann herausstellte. Der Italiener ist wirklich richtig gut. Bandnudeln mit Steinpilzen. Köstlich. Bei einem Gespräch über unsere Familien. Was sie unterscheidet. Was ähnlich ist. Und wie schwer das eigene Muster oftmals zu erkennen ist.

Meine Familie ist sehr eng miteinander, Großeltern, Eltern, Kinder, Kindeskinder… in allen Generationen eng. Ein großes Wir. Nicht immer leicht zu leben, denn alles hat nunmal zwei Seiten. Doch es ist das, was ich „gelernt“ habe, was für mich Familie ist. Gemeinsam. Zusammen. Aneinander denken. Füreinander da sein.

Nein, wir sind keine heile Familie und frohlocken nur vor uns hin 😋 beileibe nicht, da flogen und fliegen auch die Fetzen. Aber wir sind eng. Und das ist etwas, was mir entspricht. Was ich bin. Ein Teil meiner Art. Die zwei Wochen Orient haben mir das wieder näher gebracht. Mein Freund meinte, touristisch hätte ich da ja wahrscheinlich schon alles gesehen… und mir wurde klar, was es ist, was mir so gut tut dort: ich lebe mit meiner Schwester und ihrer Familie. Ich LEBE dort, zwar nur für Wochen, aber ich lebe mit ihnen, es ist anders wie Urlaub. Es ist Familienleben. Ein anderes wie bei mir zu Hause. Vielleicht öffnet mir das grad eine andere Sichtweise auf mein Leben hier. Was auch immer es ist, es tut mir gut. Woanders sein und doch zu Hause. Familie. Eng. Und ich habe gemerkt, dass es genau das ist, was ich wollte und will. Diese Familie ist meine Familie. Ich will keine andere. Ich will diese. So, wie sie ist. Mit allen Ecken und Kanten.

Bahrain

Abschied

IMG_2959Gleich geht’s zum Flughafen, auch wenn es, anders als auf dem Foto, nun Nacht ist und somit dunkel. Eine knappe halbe Stunde brauchen wir, dann geht die Prozedur der Fliegerei los, Koffer aufgeben, warten, warten, einchecken, warten, fliegen, aussteigen, warten, warten, wieder einchecken, wieder warten, wieder fliegen, wieder… warten… aber mein Freund hat schon Recht, wenn er zu bedenken gibt, dass wir für diese Warterei eben riesige Entfernungen überbrücken. Früher hatte man nur Pferde und Kamele und da dauerte die Reise ein Jahr mindens und ob man wirklich ankam, stand in den Sternen. Als Frau vermutlich gänzlich unmöglich. Na, dann lieber warten 😎

Jedenfalls, warten hin oder her, ich muss Abschied nehmen. Für diesmal. Denn natürlich möchte ich wieder kommen. Seit über zwei Jahrzehnten fliege ich schon hierhin, es hat sich viel verändert, aber eins ist gleich geblieben, meine Gedanken sortieren sich, der andere Blick auf mein Leben tut mir gut.

Ich habe mir heute meinen Terminkalender angeschaut, denn natürlich werde ich auch wieder mit dem Krebs konfrontiert, neue Untersuchungen stehen an, die Intervalle müssen eingehalten werden, im Oktober noch war ich im Brustzentrum, meine Operateurin strahlte mich an, alles ok. Jetzt folgt der Onkologe, dann die Mammografie, Frauenärztin war letztens noch gewesen, auch alles ok (Blasenentzündung erwähne ich einfach nicht mehr, die ist ja schon fast „normal“). So geht das Leben weiter, doch es ist alles sortiert, Termine sind gemacht, es geht seinen Gang und das ist auch ein gutes Gefühl.

Es geht weiter.

Jetzt freue ich mich auf zu Hause, ich freue mich auf meinen Freund, er holt mich morgen abend ab, dann gehen wir bei ihm umme Ecke italienisch Essen, ich könnte frohlocken bei dem Gedanken, so sehr freue ich mich. Beisammen sein. Hier in der Ferne habe ich gemerkt, wie wichtig mir das ist.

Und jetzt kommt Weihnachten. Mein Lieblingsfest 🎄 schon immer gewesen. Und auch da merke ich, wie wichtig mir meine Familie ist, mein Freund mit seiner Familie, gemeinsam Geschenke überlegen, Essen planen, all diese schönen Dinge, die nur mit lieben Menschen wirklich Freude machen, jedenfalls mir.

Und nun geht es los ✈️ 💺💺

😎

 

Bahrain, Weihnachten

das glaubt mir doch kein Schwein 😧

Nordmanntannen
MITTEN
in Bahrain!!

IMG_2940Echt jetzt, wir kamen in der Mall an, riesiges Einkaufszentrum, darinnen auch ein Supermarkt mit 35 Kassen. In Worten: fünfunddreißig! Nochmal zum Verständnis: dieser riesige Supermarkt ist nicht das riesige Einkaufszentrum, der riesige Supermarkt ist IN dem riesigen Einkaufszentrum. Und in diesem riesigen Supermarkt mit 35 Kassen gab es Nordmanntannen. ECHTE Nordmanntannen. Kein Plastikzeugs, echte. Ich hab’s nicht glauben wollen, ich hab drangepackt. Die waren echt. ECHT.

Voll krass 😮

 

Bahrain

orientalischer Winter

IMG_2955Huihuihui hier pfeift der Wind ums Haus und alles Klappert und rappelt, der Winter ist ausgebrochen. Es wird kalt, für hiesige Verhältnisse, das sind 16 Grad. Dunkle Wolken sind am Himmel, zeitweise regnet es sogar. Winter eben.

Der Wind ist heftig. Und er bringt Sand mit sich. Reichlich Sand. Alles ist voller Sand. Statt Schnee. Durch jede Ritze dringt der Sand und setzt sich überall fest. Orientalischer Winter.

Mein Alltag nähert sich wieder, in drei Nächten fliege ich mit meiner Schwester nach Deutschland. Zum Glück fliegt sie mit. Der Abschied fällt mir immer so schwer. Dann habe ich schon im Flugzeug Vermissungsanfälle.

Doch jetzt freue ich mich erstmal auf die deutsche Weihnachtszeit.