Leben, Liebe, Pilgern, Rügen, Wandern

wohin die Füße tragen

IMG_2663Mein Wandersmann ❤️ Da waren wir auf Rügen und erkundeten den Strand in der Nähe von Prora. Je länger ich mit ihm zusammen bin, desto besser finde ich den Wandersmann, aber das sage ich ihm nicht, sonst bildet er sich noch was drauf ein 😜 aber ich muss sagen, es ist wirklich schön mit ihm. Einfach nur schön. Nach dem Tod meines Mannes und nach der Krebsdiagnose dachte ich an alles, aber nicht mehr an eine zufriedene Partnerschaft. Ich hatte andere Sorgen, ich wusste ja auch gar nicht, was mich erwartet. Wie es mir gehen wird. Wie die Erkrankung verläuft und außerdem, ganz ehrlich, ohne Haare, zerschunden von Giftinjektionen, ich fühlte mich nicht mehr wirklich dazugehörig, ich hab versucht, einfach nur zu überleben. Ich lag Nachts mit meinem Muxi unter einer Decke, meinem kleinen Fellfreund, an ihm konnte ich mich festhalten. Ich denke so oft an ihn und vermisse ihn sehr. Sehrsehrnochvielmehr.

Vor über einem Jahr sagte mein Wandersmann, dass er schon lange gerne pilgern wolle, da war dann das Projekt geboren: wohin die Füße tragen 😍 und ab ging es zu Sack&Pack, die Ausrüstung wurde nach und nach komplettiert und es gab einige Vorbereitungswanderungen, die ich auch oft und gerne mitgelaufen bin.

Das war so soooo sooooooo schön!! Soooo schön 😍 und wir haben uns fest vorgenommen, dass das noch lange nicht zu Ende ist. Jetzt habe ich ihm erstmal ein Büchlein über den Camino Portugues geschenkt, wir werden sehen, was das alles an wunderbaren Vorbereitungen bedeutet, auf die ich mich jetzt schon wie jeck freue 😎

Ich habe mich so sehr an ihn gewöhnt, ich habe ihn in mein Leben integriert, er gehört nun zu mir, ich schätze die Zeit, die wir miteinander verbringen, sehr. Es ist so schön, wie wir das händeln, eigene Wohnungen, unter der Woche jeder sein Leben, am Wochenende gemeinsam. 12 Kilometer. Mal eben besuchen ist auch kein Problem.

Ach wie ich das liebe, dass es so ist!! Man weiß am Anfang der Reise nie, wohin einen die Füße tragen. Und ich bin so dankbar, dass sie mich immer noch tragen (wenn auch die Fußgelenke derzeit arg schmerzen, aber das ist ein anderes Thema).

Und jetzt verrate ich Euch auch den wundervollen Traum, den ich hatte und in diesem Post erwähnte, als mein Wandersmann seine Pilgerreise begonnen hatte:

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Leben, Rügen

Kikimora

Die Kikimora ist eine alte heidnische Gottheit, die nach der Christianisierung der Slawen umgewidmet wurde – da war die katholische Kirche ja groß drin, umwidmen, den Dingen eine andere Bedeutung geben, ich erinnere nur an Weihnachten – fortan war sie ein Poltergeist, brachte dem, der ihrer angesichtig wurde, Unglück, stahl Hühner oder hinderte sie am Eier legen. Was ja nicht grad nett ist. Aber ein echter Volksglaube hat natürlich auch ein Gegenmittel, klar, und das war der Hühnergott. Der machte diesem Hausgeist den Garaus und irgendwann dann war er ein Amulett gegen alles, was nicht gut ist 😉

Natürlich ist das kein echter Gott sondern ein Stein. Hühnergötter sind oft Feuersteinknollen mit herausgewitterten Kreideeinlagerungen. Und sowas findet man z.B. auf Rügen. Wegen der Kreidefelsen.

Wir waren doch in Prora, vormittags sind wir mit dem Schiff zu den Kreidefelsen gefahren, da hat uns der nette Schiffsreiseführer etwas über eben diese Hühnergötter erzählt, nachmittags nun fuhren wir nach Prora. Dort angekommen gingen wir direkt zum Strand, ein Schutzzelt wurde aufgebaut, das Kind wurde strandfest gemacht 😉 und ich marschierte schnurstracks ins Wasser, meine Füße mussten ins Wasser, Meer, Wasser, Sand, Muscheln… und kaum war ich in Wassernähe, da sehe ich

einen HühnergottIMG_2740

Na, wenn das nicht wunderbar ist! Nun habe ich ein Amulett um den Hals hängen, soll sich mir noch mal eine Kikimora nähern, die kriegt aber sowas von… äh… also notfalls habe ich ja noch das PendelZONG!! 😀

Leben, Rügen

gaaaanz langsam 😎

Der Urlaub liegt hinter uns, zwei erholsame Wochen, bei schönstem Wetter, was für ein unglaubliches Glück!!

IMG_2440Meer, Sonne, nette Menschen, gute Laune, was will man mehr? Eben, wir haben es genossen, einfach nur genossen!!

Rügen, ein völliges Kontrastprogramm zur Hauptstadt, die voller Lichter, Menschen, Events, Action, Autos, U-Bahnen… ist. Rügen ist eben eine Insel, wenn auch die größte Deutsche Insel, aber Insel bleibt eben Insel 😉 Und auf einer solchen, zumal in Norddeutschland, geht es etwas langsamer zu. Das jedenfalls war die Meinung des bärtigen Mannes im Spielkartenmuseum in Stralsund, der uns das Museum zeigte und dessen lange Geschichte erzählte. Museum hört sich jetzt nach großen Hallen voller Ausstellungsstücken an, aber das stimmt hier nicht. Es ist im Grunde eine Druckerwerktstatt, aber ABSOLUT SEHENSWERT. Natürlich haben wir handgemachte Spielkarten erstanden.

IMG_2682-001Zurück zu der Langsamkeit, das einzige, was wirklich schnell sei auf Rügen, so meinte der bärtige Museumsmann, wäre der Rasende Roland, und wer einmal mit ihm gefahren sei, der wisse, was Geschwindigkeit in Norddeutschland bedeute.

Wir sind dann mit ihm gefahren, mit dem Rasenden Roland, und ja, der bärtige Museumsmann hat Recht, DAS ist echte Geschwindigkeit, das ist sozusagen rasende Geschwindigkeit 😀

IMG_2688Und dann waren wir noch in einem Lokal, was sich auch „Rasender Roland“ nennt und wo die Kellnerinnen wie Schaffnerinnen aussehen und wo es für Kinder eine RasendeRolandÜberraschung gibt und das Essen köstlich schmeckt und wo man mit der Familie sitzen kann und darüber nachdenken, wie schön Urlaub ist.

Urlaub ist schön!

Rügen

der letzte Urlaubstag

Wir haben schon gepackt, naja, jedenfalls angefangen 😎 ich sitze am Gartentisch mit Blick auf das Meer, die Sonne scheint, es geht mir gut. Besser jedenfalls. Die Blase hat sich wieder eingekriegt, die Gelenkschmerzen, die heute besonders schlimm waren, habe ich mit Bahrainischen Schmerzmitteln (Kombipräparate, in Deutschland nicht zugelassen, aber ich vertrage sie einfach am besten) niedergerungen, es geht mir also gut, ich sage es mal so: so gut, wie es Krebstherapiebetroffenen nur gut gehen kann. KTB, das ist doch ein guter Begriff, oder? 😛 KrebsTherapieBetroffen.

Der Urlaub jedenfalls war wunderbar. Wirklich. Erst die eine Woche alleine in Berlin. Berlin ist eine Reise wert, was ging es uns gut!! Die Stadt ist schon klasse, jedenfalls war unsere Auszeit dort, das Abtauchen in die Jugendzeit, das war einfach nur gut. Und diese Familienwoche auf Rügen, die war, ist auch schön. Gestern Prora, Kraft durch Freude, gigantische Bauten, die jetzt restauriert werden. Ein Block ist schon fertig, sieht richtig toll aus. Wir waren am Meer, ich habe meine Füße im Wasser gehabt


ich habe das Meer genossen
ich war mit meinem Lieblingsmann zusammen 😍 
ganz nach dem Motto


und zum Abschluss wurde uns noch das geboten