Familie, Leben, Weihnachten

Klosterweihnachten

Wir sind dieses Jahr im Klostergemäuer, ich musste mein Heim verlassen, in dem ich vor über 50 Jahren die schönsten Weihnachten meines Kinderlebens verbrachte. Und auch danach folgten so manche schöne Weihnachten. Doch dieses Jahr musste ich weg. Ich hatte genug Familie, ich brauchte mein ureigenes Weihnachten mit meinem Wandersmann.

Wir sind ins Klostergemäuer gefahren. Da waren wir schon einmal für eine Woche, jetzt sind wir hier über die Weihnachtstage bis ins neue Jahr. Es ist wundervoll. Das alte Kreuzgewölbe, die Stimmung, die dadurch entsteht, die alte Klosterküche, ich liebe es einfach hier. Und es ist so liebevoll eingerichtet. Wie wir dann alles aufgebaut hatten, unser Baumgebilde erstrahlte, der Kaminofen brannte, die Weihnachtsmusik lief, da war ich richtig glücklich. Einfach nur richtig glücklich 🎄🕯🎁🎅🏼

Chemo, Urlaub, Weihnachten

Frisur zu verschenken

Als meine Mutter an Krebs erkrankte und eine Chemotherapie bevorstand, da hat sie sich eine Perücke gekauft. Da ihre Kasse alles bezahlte, hat sie sich eine richtig gute gekauft. Sie hat sie zweimal getragen, dann verschwand sie im Karton.

Nun habe ich sie ausgegraben und stehe vor der Entscheidung, soll ich sie nun fortwerfen oder… lieber wäre mir verschenken.

Hat jemand Interesse?

Als meine Chemo bevorstand, da wusste ich, ich kauf mir keine, ich trage lieber Tücher und Mützen. Es war ja auch Winter, da fiel das manchmal gar nicht auf. Wenn ich heute daran zurück denke, was habe ich alles mitgemacht. Manchmal kommt mir das so unwirklich vor.

Und dann habe ich heute die Vorweihnachtszeit eingeläutet, meine Deko ausgepackt und in der Wohnung verteilt. Wir werden dieses Jahr Weihnachten im Kloster sein, also einem ehemaligen Kloster, was jetzt eine Ferienwohnung ist. Nicht das ganze Kloster natürlich 😉 einen umgebauten Teil davon, die Stimmung dort ist jedenfalls wundervoll, das passt zu Weihnachten. Wenn dann noch Schnee liegt, wäre alles perfekt.

Vor vielen Jahrhunderten haben adelige Jungfrauen dort gewohnt. Im Laufe der Zeit müssen die Mädels aber heftig über die Stränge geschlagen haben 😜 „nachhaltige Lockerung der Lebensformen“ heißt es in dem Bericht, da war bestimmt einiges los in dem Gemäuer 😉

Wir jedenfalls werden dort Weihnachten feiern. Mit Baum und allem drum und dran. Ich freue mich schon 🎄 Da werden wir unsere Lebensform auch mal so richtig nachhaltig lockern und an Silvester im Klostergarten im Kreis tanzen 🤪

Familie, Weihnachten

dies und das und Weihnachten

Gut Ding will Weile haben, ich habe „gebastelt“, meine Mutter würde sich im Grabe umdrehen, basteln! Niemalsnienicht ist das basteln, das ist Pappe ineinander stecken. Recht hat sie. Sie musste es wissen, denn sie war die Bastelerin vor dem Herren. Kreativ ohne Ende, leider hat sie uns davon nichts vererbt, was aber nicht an uns lag, sondern an ihrer Art uns mitzuteilen, dass sie die Bastelkönigiin ist und wir niemals… aber das ist eine andere Geschichte.

Jedenfalls habe ich jetzt schon einmal angefangen, für die Wandersmannenkeliene einen Adventskalender „zusammenzustecken“, der muss noch befüllt werden, der Kalender, nicht der Wandersmann 😉 aber das kriegen wir auch noch hin. Was kommt denn heutzutage in Adventskalender hinein? Profane Süßigkeiten? Spielzeug? Es ist 55 Jahre her, da hing bei meiner Großmutter in der Küche ein Papierkalender mit kleinen Törchen, und hinter jedem dieser kleinen Törchen war ein Bildchen mit Glitzer. Auf dieses kleine Bildchen habe ich mich jeden Tag gefreut. Und dann? Dann habe ich einfach nur gespürt, den Glitzer, Glitzergefühle, Weihnachten, Aufregung, es zaubert mir noch heute ein Lächeln ins Gesicht 😀🎄

War früher alles besser? NEIN, war es nicht. Früher hätte ich den Krebs nicht überlebt, Standardchemo ohne Antikotz, fraglich, ob die Krebszellen überhaupt drauf ansprechen und tot umfallen, letztendlich wäre dann ich nach einer unmenschlichen Tortur tot umgefallen. Nein, früher war beileibe nicht alles besser. Aber ob der grenzenlose Konsum heute besser ist… NEIN, ist er auch nicht.

Mit diesen Gedanken lasse ich Euch jetzt alleine, ich muss MarsEdit lernen, kennt Ihr das? Ein Programm für Blogschreiber, für Mac, angeblich das beste, was es gibt. Die Verwaltung der Blogs ist genial, aber der Editor ist… gewöhnungsbedürftig. Ich kriege ihn nicht an meine Bedürfnisse angepasst.

Ach und der Wandersmann, der wird doch befüllt. Nämlich mit Rinderschmorbraten 😀 natürlich Bio, was sonst. In einem französischen Schmortopf, den hat er mir dauergeliehen, weil er ihn nicht benutzt. Göttlich!! Darin schmoren ist göttlich!!

Hab ich erzählt, wo wir Weihnachten sind? Im Kloster. Ok, ehemaliges Kloster, aber seht selbst, ist es nicht -> wunderschön?

Weihnachten

Frohe Weihnachten 🎄

Weihnachten 2017

Ich wünsche Euch allen eine schöne Weihnachtzeit, wie meine Mitholländerin schon schrieb: egal ob weihnachtlich oder nicht, eine schöne Zeit sollt Ihr haben!

Patchworkfamiliengerecht (des Wandersmannes Seite) und über-den-Erdball-verstreut-familiengerecht (meine Seite) feiern wir stückweise 😉 heute Abend werden wir mit meinem Vater, der ja wieder hier wohnt und seiner Enkeltochter, welche meine Nichte ist, die aus London geflogen kam, in meiner Wohnung unsere Geschenke auspacken 😃🎁

Morgen gibt es dann dort Geschenke und übermorgen da. Wie das mit heutigen Familien halt so ist. Gestern erst las ich in der Frankfurter Rundschau, dass das Bild der bürgerlichen Kernfamilie, die unterm Weihnachtsbaum zusammenkomme, für immer mehr Menschen wenig mit der eigenen Lebensrealität zu tun habe, auch wenn die Werbung in der Adventszeit etwas anderes suggeriere. Es gebe Patchwork-Konstellationen, gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften, Alleinerziehende oder Singles und diese moderne Vielfalt erlaube es, dass zum weihnachtenlichen Familienfest zunehmend nur die zusammen finden, die sich auch zusammenfinden mögen, jenseits aller gesellschaftlichen Zwänge und blutsverwandtschaftlichen Bindungen. TSCHAKKA! So habe ich es mir immer vorgestellt, Weihnachten als ein Fest der Liebe, egal, wer da wen liebt und wo.

Dann gestern ein Radiobeitrag über Weihnachten in der früheren Zeit. Das mit dem Familienbild und Vater, Mutter, Kind ist sowieso alles Kokkolores, also der Gedanke, dass DAS dahinter steckt. Steckt es nämlich nicht. Dahinter stecken Helloween-ähnliche Bräuche, den Winter austreiben, die Dunkelheit besiegen und man zog von Haus zu Haus und bekam „Gaben“, die dann für die Dorfgemeinschaft waren und dann wurde gemeinsam gefeiert.

Der katholische Klerus hat dann mal wieder ganze Arbeit geleistet und alles so verdreht, dass es zu ihren Gunsten war und zum Nachteil vieler anderer, wie oft bei denen. Sehr verkürzt dargestellt 😜 aber ich halte von dem Verein wenig bis gar nichts, womit ich die Amtskirche meine und nicht die oft sehr wertvolle Arbeit in den Gemeinden (den besten Priester ever den ich kennen lernte, war ein katholischer, der von der Amtskirche genauso wenig gehalten hat wie ich, „Rom ist weit“ war sein entsprechender Spruch und dann besorgte er die Antibabypille an den Eltern vorbei, immerhin vor über 40 Jahren!!).

Ich schweife ab 😇 heute also „Heilig Abend“, das ich seit immerhin 58 Jahren hier in dieser Wohnung feiere, muss man sich mal vorstellen. Hätte ich ja nie gedacht, wirklich nicht, für so bodenständig habe ich mich nie gehalten. Naja ok, Beamte geworden, ins Haus gezogen in dem ich aufgewachsen bin, äh… gut… bodenständig 🤪

Ich schweife schon wieder ab 😜 Euch allen eine friedvolle Zeit, egal ob mit oder ohne Baum, gepatched oder alleine, mit oder ohne Lametta, Geschenke oder was auch immer, gut soll es Euch gehen! Und möge der Krebs uns in Ruhe lassen! Eine lange lange Zeit oder für immer!

Leben, Liebe, Urlaub, Weihnachten

Nachlese

Ich liebe diese hohen Zimmer mit den großen Christbäumen🎄 der hier steht in Edinburgh, ich liebe es einfach. Nun sind wir schon acht Tage wieder in Deutschland, es ist uns schwer gefallen, ich gebe es zu. Edinburgh war gar so schön und schön war auch, mal alles hinter sich zu lassen. Kaum hier, meldeten sich wieder die üblichen Nervensägen und machten uns klar, dass Alltag was völlig anderes ist als Auld Lang Syne 😓 aber es war trotzdem schön, es war einfach nur wunderschön!!

Was waren die großen Themen des letzten Jahres? Es ging so schnell vorüber, wobei, es ging ja nicht schneller als sonst 😜 aber irgendwie, je älter man wird, desto rasender ist alles, oder? Mein großes Thema war die Umstrukturierung meiner Arbeit, noch mehr Telearbeit, weil ich gesundheitlich einfach nicht mehr leisten kann. Damit verbunden die anhaltenden Schmerzen, die ich ganz gut aushalten kann, die aber mein ständiger Begleiter sind. Genauso wie die Vattigüh, die mir manchmal den letzten Nerv raubt.

Dann ein weiteres Thema war das Meer mit Sue. Unser wunderschöner Urlaub in Zoutelande.

Abschied von meinem Gemixe. Er fehlt mir noch heute.

Kater Spike zieht ein. Und später im Jahr Askan.

Camino, ein weiteres großes Thema. Zwar bin ich ihn nicht gegangen, aber ich habe die ganze Vorbereitung miterlebt und all meine guten Wünsche begleiteten meinen Wandersmann.

Kloster Wangen. Eine Woche ganz raus aus meinem Leben, während mein Wandersmann pilgerte. Das war auch eine sehr sehr schöne Erfahrung.

Was war noch? Die ganzen Kontrolltermine, die halt üblich sind. Die jedesmal Nerven kosten.

Es war, alles in allem, ein gutes Jahr. Auch wenn es nicht immer leicht war, aber es war ein gutes Jahr.

 

Leben, Weihnachten

Stille Nacht

Ja, sie war still, unsere Nacht. Also DIE Nacht. Die Heilige Nacht. Wir haben Fondue gemacht und in Erinnerungen geschwelgt und dann haben wir das große Weihnachtsfinale von Downton Abbey gesehen, dieser großartigen britischen Fernsehserie. Wer „Das Haus am Eaton Place“ kennt, wird Downton Abbey lieben 😍

Heute dann schwelgten wir in Erinnerungen. Wie waren die Weihnachten unserer Kindheit? Wie die als junge Erwachsene? Was haben wir die letzten Jahre gemacht, bevor wir uns kennen lernten? Was sind wir froh, hinter uns gelassen zu haben, was betrauern wir?

Alles fing damit an, dass wir wie so oft morgens Kaffee trinkend im Bett saßen, tötterten und surften. Dabei fand ich auf einem Blog einen Satz, der mich tief berührt hat. Eine Frau berichtet dort von ihrem Leben, zu dem auch ihre Borderline-Erkrankung zählt. Und sie zitiert Thomas Sydenham, einen englischen Arzt aus dem 17. Jahrhundert: „Sie lieben diejenigen ohne Maß, die sie ohne Grund hassen werden.“

Das hat vieles bei uns ausgelöst und wir redeten und redeten und so folgte der stillen Nacht ein nachdenklicher Tag und heute gibt es Fisch.

Morgen rückt die Familie an, diesmal hatten wir einen Heidenspaß an den Geschenken für ebenjene, wir sprudelten nur so vor Ideen 🎁 und all dies findet in dem Raum meiner Kindheitsweihnachten statt, die wunderschön waren, wirklich wunderwunderschön 🎄