Corona, Krebsgedanken, Podcast

der „Kampf“ gegen den Krebs

Seit ein paar Tagen denke ich mal wieder über den Krebs nach, zwei Frauen hier bei uns auf der Straße hat es erwischt, mit einer bin ich groß geworden, es war die Spielkameradin meiner Schwester, wir kennen uns seit mehr als 50 Jahren. Gerade ist sie Oma geworden und war eigentlich richtig glücklich. Dann kam die Diagnose.

Hippokrates gab dieser Krankheit den Namen. Es war im antiken Griechenland, er untersuchte mit seinen Schülern die Toten und man sah, dass sich die Tumore bei ihnen ins Fleisch eingegraben hatten „wie Krabben im Sand“. Darum bezeichnete er sie als Karkinos: Krebs. Doch wo kommt diese Kriegsrhetorik her? Das wiederum geht zurück auf Zeit, als Infektionskrankheiten die Haupttodesursache weltweit waren. Das war um 1880, als jeder zweite in Deutschland zwischen 15 und 40 an Tuberkulose starb. Robert Koch gelang es schließlich, das dafür verantwortlichen Bakterium zu entdecken, wofür er auch den Nobelpreis erhielt. Nach und nach konnten immer mehr Ärzte diesen Krankheiten endlich etwas entgegensetzen, war es ihnen doch gelungen, Bakterien als Krankheitserreger auszumachen. Damals sprach man von „Invasoren“, die „einsickerten“ und „bekämpft“ werden müssten.

Und diese Bilder von Belagerung und Krieg bringt man bis heute mit Krebs in Verbindung, auch wenn Krebszellen nicht von außen in unseren Körper eindringen, wie das Bakterien tun.

Hier ein guter Artikel aus „DIE ZEIT“ vom März 2018.

Ich glaube, jeder Mensch geht anders mit seiner Erkrankung um, der eine braucht die Kampfrhetorik, braucht den Kampf, die Auseinandersetzung, die Waffen, die den Krebs besiegen können… die andere braucht genau das nicht. Ich glaube nicht, dass es dabei ein richtig oder falsch gibt, jeder Mensch macht das eben so, wie er es machen will oder sie es braucht. Mein Tumor war nie mein Feind, ich wollte ihn los werden, ja klar, aber ich sah ihn nicht als Feind, auch nicht als Freund, ich weiß nicht, als etwas, was in mir gewachsen ist. Er war ein verdammter Teil vom mir. Ich war froh, als er weg war, aber den Abend vor der OP habe ich sehr weinen müssen. Ein seltsamer Abschiedsschmerz.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.