Brustzentrum

Sometimes, it takes little to be happy…😃🐦🤗

Habe ich heute bei Twitter gefunden 😉

Ich bin nämlich auch happy, ich war im Brustzentrum und es ist alles ok. Danach Psychoonkologin, das war wieder richtig gut.

Jetzt aber muss ich in meinen Sessel, solche Tage sind anstrengend.
Und es ist schön, dass ich lebe! Ich saß hinterher in der Kapelle, in der ich vor 6 1/2 Jahren gesessen und gehofft habe, dass ich diesen ganzen Mist überlebe. Ich saß da und dachte sechseinhalb Jahre, was für eine Hausnummer!

Ich lebe!

Mein Sessel ruft… 🛋

 

Brustzentrum, Chemo, Familie, Nachwirkungen, Seele

Gesamtüberleben

Das Bild ist meine wunderschöne neue Kaffeetasse, die mir meine Kolleginnen zum Geburtstag geschenkt haben ❤️ der war schon im Februar, aber ich war erst jetzt wieder arbeiten, die Schmerzen hatten mich ziemlich nieder gedrückt. So war es einfach. Doch die gute Nachricht ist, ich habe das Gefühl, sie ziehen sich zurück, ja wirklich, als ginge es langsam bergauf.

Dienstag war ich im Brustzentrum (an dieses Wort werde ich mich nie gewöhnen können) und auch da war alles in Ordnung. Ich sagte meiner Operateurin, dass ich nun auf Tamoxifen umgestiegen sei und sie fragte mich, ob ich am Ende auch solche Schmerzen in den Füßen gehabt hätte 😲

UND WAS FÜR WELCHE 😩 ich dachte manchmal, ich könne kaum laufen.

Mich kontaktierte eine Journalistin, die an einem Artikel über Krebsüberlebende und die Langzeitfolgen von Krebsbehandlungen schreibt (mehr erzähle ich, wenn es soweit ist). Es geht dabei auch um Langzeitfolgen, es geht auch darum, dass die Familie, Freunde, Bekannte, Arbeitskollegen möglicherweise oft denken, dass alles wieder beim Alten ist, wenn der Krebs geheilt wurde.

Nein, nichts ist beim Alten und mich haut das zuweilen mehr um als die Diagnose selber. Die habe ich ja erstaunlich ruhig aufgenommen. Ich war nicht geschockt. Und es war auch kein Antischock oder was auch immer da reingedichtet wurde, ich habe mir das angehört und gedacht, na klasse, nun musst du dich nach der ganzen Scheiße der letzten Jahre auch noch – ebenso wie meine Mutter übrigens – mit Brustkrebs auseinander setzen. Ich habe nicht eine einzige Träne vergossen, das macht mich weder stolz noch ängstigt es mich, es war einfach so. Ich war nicht wütend, ich war nicht erschüttert, ich stand einfach da und dachte, ok, nun bekämpfen wir eben den Krebs. Wird bestimmt nicht schön, aber was hilft es. Augen zu und durch. So bin ich, so war ich immer, so werde ich bleiben. Und da lasse ich mir auch nichts erzählen.

Meine Therapeutin nennt das eine Riesenportion Resilienz. Was auch immer es ist, es hat mich getragen. Trägt mich bis heute. Auch wenn mich diese Langzeitfolgen manchmal ziemlich schaffen. Sowohl da, wo sie auftreten als auch im Kopf. Und es sind beileibe nicht nur die Knochenschmerzen. Soll ich mal aufzählen? Wollt Ihr es wirklich wissen? Die meisten, die hier lesen, kennen es vermutlich selber. Es ist eine verdammte Scheiße, ‚tschuldigung, aber so ist es doch. Wer glaubt denn wirklich, dass eine Chemo nur die Krebszellen kaputt macht? Dass eine Bestrahlung nur genau da wirkt, wo sie auch hinstrahlt? Dass das ganze Gepille ohne Nebenwirkungen ist?

Überleben hat seinen Preis. So ist es einfach. Punkt.

Heute war eine Beilage in der ZEIT, ging auch um Krebs, da schrieb ein Arzt, selber betroffen, über die Folgen für ihn und seine Patienten. Und er sagte, viele hätten ihm nach erfolgreicher Therapie, Jahre später, gesagt, dass der Krebs ihnen mehr gegeben als genommen hätte. Wenn ich jetzt mal die Nebenwirkungen auf das Pluskonto zähle… war’n Scherz 😉 nein, ich glaube, da ist was Wahres dran. Ich lebe bewusster, ich lebe endlicher. Was heißt das? Ich WEISS einfach, dass das Leben von jetzt auf gleich kippen kann, dass nichts selbstverständlich ist. Und was heißt das noch? Dass ich keinen Bock mehr auf sinnloses Gelabere habe. Dass mir Menschen unglaublich auf den Zeiger gehen, die nur an ihren Vorteil denken oder sich mit Pillepalle aufhalten. Oberflächlichkeit geht mir auf den Senkel. Ich werde immer ungeduldiger.

Und jetzt muss ich los zur Massage, damit die Schmerzen erträglicher werden.

Ich grüße aus dem Neanderthal ❤️

Brustzentrum, Leben

geheilt

Wir alle wissen, dass es ein „geheilt“ so einfach nicht gibt, wir wissen von den Statistiken und Risiken und Prognosen und… dem ganzen Gedöne, wir wissen aber auch, dass man Krebs tatsächlich überleben kann. Wir wissen, dass es Menschen gibt, die ihn hatten und dann nie wieder. Wir wissen auch anderes, wir kennen auch andere. Alles ist möglich. Nichts ist gewiss und dennoch…

img_2233…als meine Operateurin mir gestern im Brustzentrum (ich finde diese Bezeichnung nach wie vor gewöhnungsbedürftig 😉) gratulierte und meinte, nun sei ich geheilt, da lag ich da und… ja und was? Ich weiß es nicht. Sie schaute mich an und meinte, vermutlich könne ich mich gar nicht mehr daran erinnern, wie es war vor 5 Jahren, als ich genau auf der selben Untersuchungsliege lag, als sie den Tumor stanzte (auch an dieses Wort werde ich mich nicht gewöhnen 😜) und die Operation vorbereitet wurde.

Vielleicht schaute ich auch einfach nur verdutzt. Ich lag jedenfalls da und… lag da. Nicht, dass ich das Untersuchungsergebnis nicht erwartet hätte, ich war im Oktober zur Mammographie, da war alles ok, nein, es war die Tatsache, dass sie es aussprach. Geheilt. Das heißt nicht, dass ich jetzt so tue, als sei alles in Ordnung, beileibe nicht. Ich muss weiter meine Kontrolltermine einhalten, weiter…

Aber etwas hat sich geändert. Ich kann wieder mitmachen im Leben, ich kann wieder vorsichtig an die Zukunft denken. Ich kann wieder planen, so richtig laut, also ich kann es aussprechen, ohne mich vermessen zu fühlen, ich kann…

LEBEN!

Und ich möchte jetzt keine Ratschläge hören und keine Statistiken um die Ohren geklatscht bekommen. Ich möchte, dass man sich mit mir freut. Mehr nicht.

img_2232Mein Wandersmann jedenfalls freute sich riesig mit mir, hatte er doch Tags zuvor Geburtstag und ich habe ihm ein handgemachtes Sonnenglas aus Südafrika geschenkt, kennt Ihr die? Das ist so ein Solarteil, ganz klasse, das leuchtet in warmem weiß und das sieht wunderschön aus. Der Sommer kann kommen 😜 dabei ist der Winter noch gar nicht da 😎 jedenfalls hier nicht.

Die werden wir dann im Sommer auf seinem Balkon leuchten lassen! Und wir werden uns zuprosten und darüber reden, was wir alles schon ausgehalten haben. Und Urlaub werden wir planen und was man halt sonst noch so alles planen kann 😎

Und Morgen, da hole ich Askan!!

❤️