Leben, Liebe, Spike

Gedanken über das Leben

Heute Morgen in aller Herrgottsfrühe wurde ich durch lautes Vogelgeschrei geweckt. Schnell realisierte ich, das kommt doch aus meiner Wohnung… raus aus dem Bett, Monsterkater Spike 😼 vertrieben, Vogel geschnappt, nach draußen getragen, er schaute mich mit großen Augen an. Als ich noch mal nachschaute, hopste er kreischend davon. Vielleicht schafft er es.

Jedenfalls war ich dann wach. Und jetzt sitze ich auf dem Balkon, die Sonne scheint mir ins Gesicht, die orangefarbene Markise (Sommerfeeling pur🌞) ist ausgefahren, der Kaffeepott dampft… eine gute Zeit, um über das Leben nachzudenken. Und über das, was uns in eben diesem Leben begegnen kann an Unbill. Sage ich mal so locker. Krankheiten. Katinka machte sich Gedanken über Depression, ein Thema, mit dem ich auch konfrontiert wurde, mein Mann erkrankte schwer daran.

Egal, was ich denke, was ich erlebt habe, was ich von anderen erfahre, ich komme immer wieder zu der Frage zurück: was wollen wir eigentlich von diesem Leben.

buchcoverGestern fand ich ein Buch. Ein poetisches Biologiebuch. Doch. Gibt es wirklich. Ich fand es bei den Leselebenszeichen von Ulrike Sokul© und habe es mir sofort bestellt. Einige wissen vielleicht, dass ich noch ein Blog betreibe, wo es nur ums Schreiben geht. Meinen Raum für Worte, mein  raumwort

Und da ist Ulrike ein fester Bestandteil (es ist nicht das erste Buch, was ich auf ihre Empfehlung hin gekauft habe😊) und diesmal geht es um: Alles fühlt von Andreas Weber.

Ulrike schreibt: "Das Buch „Alles fühlt“ folgt dem roten Faden des Lebens, und es ist sehr hilfreich dabei, den Verirrungen lebensfeindlicher und naturzerstörerischer gesellschaftlicher Bedingungen nicht mehr zu folgen, sondern sich konsequent auf LEBENSWERTE neu zu besinnen.

Dabei gibt es ein neues, altes Land zu entdecken: Die LIEBE zum LEBEN, die LIEBE zur NATUR im umfassenden SINNE als Liebe zur natürlichen MITWELT und zu den MITGESCHÖPFEN sowie als Liebe zur innersten menschlichen Natur – kurz: Alles Leben und alle Lebensformen bilden eine tatsächliche, leibliche – und nicht bloß ideelle – EINHEIT in wechselwirksamer VERBUNDENHEIT. „Alles fühlt“ ist eine höchst lebensdienliche Lektüre!"

Das hat mich neugierig gemacht. Liebe zum Leben. Liebe zu den Mitgeschöpfen. Lebensdienliche Lektüre. Ich musste es kaufen. Wenn ich es gelesen habe, werde ich berichten.

Doch die Frage bleibt: was will ich vom Leben. Mein Lebensgefährte ist grad den Camino del Norte gepilgert, er kam völlig beseelt zurück, ganz umfangen von der Kraft der Natur, von der Weite, von den Begegnungen. Mit Menschen, die einen ähnlichen Gedanken hatten, mit sich selber. Vor allem mit sich selber. Wir sprechen grad über nichts anderes als über das Leben. Über uns. Über den Camino. Über den LebensCamino. Wo kommen wir her, wo geht es hin. Was wird uns noch begegnen. Wie gehen wir damit um.

Seit ich an Krebs erkrankte, hat sich die Grenze verschoben. Vieles von dem, was ich dachte, was man für ein zufriedenes Leben braucht, ist mir völlig gleichgültig geworden. Menschen, die sich mit sich und ihrem Schicksal nicht auseinander setzen, mit denen will ich kein Stück meines Weges gemeinsam gehen. Probleme verleugnen, gar nach außen tragen, anderen überstülpen. Da habe ich kein Bock mehr drauf. Aufregen über Kleinigkeiten, Unwichtigkeiten, ich war aber zuerst dran und sowas, das nervt nur noch. Eigentlich hat mich der Krebs zu eindeutigen Antworten geführt. Auf die Frage: was will ich NICHT.

Was ich will, vielleicht finde ich ein paar Hinweise darauf in diesem Buch.

Und was wollt Ihr?
fragt mit sonnigen Grüßen und einem
immer noch angeschlagenen Ohr
Eure samate

6 Gedanken zu „Gedanken über das Leben“

  1. Guten Morgen Samate! Welch ein Zufall… erst vorgestern saß ich ebenfalls morgens draussen bei einer Tassee Kaffee und liess mir die Sonne ins Gesicht scheinen. Und genau in diesem Moment stellte sich mir die gleiche Frage: „Was will ich vom Leben?“. Die Antwort kam mir fast genauso schnell in den Sinn… „Nicht mehr als jetzt“. Genauso wie es ist, ist es gut. Mit einer Tasse Kaffee draussen. Die Frage für mich nun ist… was will ich meinem Leben geben?
    Schöner Artikel – Danke dafür!
    Oliver 2.0

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  2. Hallo Samate
    Dein Beitrag hat mir gut gefallen. Auch ich stelle mir die Frage, was ich vom Leben noch möchte, oft. Ob das das Erlebte in den letzten 10 Monaten oder der Krebs, oder einfach nur das „Alter“, mit sich bringt, keine Ahnung.
    Noch stehe ich ziemlich am Anfang, und ich mache mir allein um die Frage schon „Gedanken“
    „Was will ich vom Leben?“ versteckt für mich eine Erwartungshaltung. Und „Erwartungen“ gegenüber bin ich vorsichtig geworden. Da wurde ich zu oft enttäuscht. Ich möchte nichts mehr erwarten….Zudem setzt es mich unter Druck, das was erwarte auch zu erreichen… Ich frage mich eher: „ Was / Welchen Inhalt möchte ich meinem Leben geben“ beziehungsweise: „was möchte ich nicht mehr in meinem Leben“
    Ich versuche meinem Leben eine „neue“ Richtung zu geben, mit Neugierde und Offenheit dem gegenüber, was mir geboten wird, mit Achtsamkeit und Innehalten um hinein zu spüren, ob ich das, was da kommt, mir gut tut, ob ich es annehmen will oder ablehne.
    Natürlich warte ich nicht nur, sondern verändere auch aktiv.

    Während die Frage nach dem Lebensinhalt in mir rumgeistert kommt ein Bild in mir hoch. Schwach, nicht klar, wie durch eine Nebelwand. Da taucht ein Meer auf. Ich sitze am Ufer, die Sonne scheint, sie wärmt mich. Ein lauer Wind weht. Gefühle wie Traurigkeit, Unsicherheit, Abschied, aber auch Spannung auf Neues…. Alles wirkt so ungreifbar, Tränen steigen auf, denn es bedeutet auch Verlust. Das Ausmaß des Ganzen noch nicht absehbar….. und dennoch klar und deutlich: die Zeit ist gekommen…

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  3. Ich glaube wir wollen alle glücklich sein. Das ist so ein großes Wort. Vielleicht etwas bescheidener ausgedrückt, wir wollen uns wohl fühlen,
    möglichst wenig Leid erleben, möglichst selbstbestimmt leben. Ich glaube, dass das die grundlegenden Dinge sind, die jeder Mensch braucht um sich wohl zu fühlen und um nicht unglücklich zu sein und die Abwesenheit von Unglücklichsein ist ja auch schon ein Schritt in Richtung Glücklichsein.

    Was einen Menschen Glücksmomente beschehrt ist ja ganz individuell.
    Ich zum Beispiel habe sie immer in der Natur und auch wenn es verrückt klingt, seit dem ich vor einem Jahr die Nordsee, das Wattenmeer entdeckt habe und dort ein unbeschreibliches Glücksgefühl und das Gefühl von Freiheit erlebt habe, wie noch nie zuvor in meinem Leben, lebe ich seit einem Jahr täglich in der Vorfreude auf die nächste Reise an die Nordsee und schaue jeden Tag die Nordsee webcams der Inseln an .

    In 2 Wochen ist es dann soweit und wir fahren wieder hin, trotz 10 stündiger Anreise.
    Ich habe das Gefühl diese Reise wird der Höhepunkt meines Lebens, weil
    ich mich am Wattenmeer, auf den Inseln mitten im Ozean so unglaublich eins fühle mit der Natur, dem Universum und diesmal haben wir genug Zeit um dieses Gefühl auch stressfrei auszukosten.

    Ich glaube es ist das selbe „beseelte “ Gefühl, was Dein Lebensgefährte auf seiner Pilgerreise hatte.

    Mir ist es vor allem im Hinblick auf den Krebs wichtig, nochmal alles
    gemacht zu haben, was mir wichtig ist, damit man am Ende des Lebens
    das Gefühl hat alles erlebt zu haben was man wollte, oder zumindest fast alles.

    Aber ich kann die Worte von Kämpferkind nur bestätigen, dass man mit seinen Erwartungen vorsichtig sein sollte, denn sonst setzt man sich unter Druck und Enttäuschungen sind vorprogrammiert. Meine Oma hat immer gesagt:“ man muss das Leben nehmen wie es kommt.“ Ihre Generation ist noch viel bescheidener mit dem Thema Erwartungen ans Leben umgegangen. Da war man schon froh, wenn der Krieg vorbei war und man genug zu essen hatte. Unsere Generation hat es da schwehrer, weil es viel mehr Möglichkeiten gibt, aber dadurch auch mehr Risiken für Enttäuschungen.

    So viel wollte ich eigentlich gar nicht schreiben, aber das ist wiklich ein Thema über das man stundenlang philosophieren könnte.

    LG

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    1. Liebe Lisa, ich habe hier eine komplette Wohnung über mir, wenn Ihr also eine Nacht ruhen wollt, ich nehme Euch gerne auf! Küche, Bad, Wohn- und Schlafzimmer sind vorhanden. Für eine Nacht sollte es wohl reichen.
      Wenn Ihr also mögt, sehr gerne!

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  4. Für alle Naturfans. Der Film auf youtube „die Nordsee von oben- Kino-
    trailer“ zeigt atemberaubende Naturaufnahmen der Nordseeinseln .
    Wem das nicht berührt, dem ist nich mehr zu helfen.

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  5. Ich habe Deinen Beitrag erst jetzt entdeckt und mich gefreut über Dein
    liebes Angebot. Ich würde es gerne annehmen, schon allein um Dich mal
    kennenzulernen, aber wir haben das ziemlich teure Ferienhaus schon gebucht und mein Lebensgefährte bekommt leider nicht mehr Urlaub, so dass wir nicht 1 Tag vorher fahren können. Aber vielleicht kommen wir später nochmal auf Dein Angebot zurück, denn wir wollten schon lange mal nach Hamburg um die Stadt zu besichtigen .

    LG

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