Abschied, Familie

Abschied

Was kommt, was geht fragte ich im letzten Post, es war im alten Jahr und das neue stand vor der Türe. Und dann ging meine Mutter. Sie starb am 5. Januar. Vater war dabei. Sie lebte schon über ein Jahr im Demenz-Heim, es ging ihr immer schlechter und zuletzt ging es ihr sehr schlecht. Als ich den letzten Post schrieb, war der Notarzt bei ihr, das wusste ich da aber noch nicht. Er nahm sie nicht mit in die Klinik, dort, so sagte er meinem Vater, gehe die Krankenhausmaschinerie los und das wäre nur noch eins, eine elendige Quälerei. Und so starb sie in Ruhe.

Es gibt auch Ärzte, die bereit sind, Verantwortung zu tragen. Was für ein Glück.

Ich sitze nun hier im Wendland, Montag ist die Trauerfeier, und denke an IKEA. Ich war so oft mit meiner Mutter bei IKEA, als wir noch nebeneinander wohnten im Rheinland. Mutter liebte die Stoffe, die man damals dort kaufen konnte, damit ließ sich wunderbar alles mögliche dekorieren. Ich liebte die kleinen Aufbewahrungsmöglichkeiten. Stunde um Stunde schlenderten wir durch die Gänge und dachten uns Zimmer aus, richteten imaginäre Wohnungen ein, verschönerten in Gedanken alle Zimmer, und dann denke ich daran, dass wir das schon lange nicht mehr haben tun können und nun auch nie wieder tun werden.

Warum ich das alles ausgerechnet an IKEA festmache? Weiss der Teufel, aber daran denke ich die ganze Zeit. Vielleicht weil es so schön war dort, weil es eine schöne Zeit war. Es war die Zeit vor der Dunkelheit. Bevor mein Mann so krank wurde, bevor meine Mutter so krank wurde, bevor auch ich Krebs bekam.

Langsam wird es wieder hell in meinem Leben. Langsam. Und nun ist Mutter gestorben.

Tschüss Mutsch! Irgendwann sehen wir uns wieder. Ich glaube daran.

3 Gedanken zu „Abschied“

  1. liebe samate,
    dein post ist wunderschön geschrieben und hat soviel erinnerungen. positive erinnerungen. wie gut, dass du sie hast.
    wie gut, dass der arzt verantwortung getragen hat und deine mutter in ruhe einschlafen konnte.
    ja, es ist traurig die mutter zu verlieren, aber ich hatte das gefühl, dass du sie schon lange verloren hast….vor langer zeit.
    *ich nehm dich in den arm und bin bei dir*
    alles liebe
    babs

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