Leben

…er wollte so gerne…

…noch mehr Zeit im Büro verbringen… das werde auf keinem Grabstein stehen, sagte mir letztens eine Kollegin, als wir über unsere Arbeit, über unser Alter, über unsere Zipperlein und den Sinn des Beamtenlebens sprachen 😉 und heute fand ich den letzten Blogeintrag einer 35jährigen Frau und Mutter von zwei Kindern, die an Darmkrebs gestorben ist. Auszüge:

…Es ist noch so viel Leben übrig, das ich gern leben würde, aber das geht jetzt nicht mehr. Ich will für meine Freunde da sein, wenn sie sich weiterentwickeln. Meinen Kindern dabei zusehen, wie sie erwachsen werden. Ich würde gern mit meinem Mann alt und griesgrämig werden. Alle diese Dinge bleiben mir verwehrt.

Aber sie bleiben euch nicht verwehrt. Bitte, bitte genießt euer Leben. Nehmt es in beide Hände, haltet es fest, schüttelt es und glaubt jede Sekunde daran. Vergöttert eure Kinder. Ihr habt keine Ahnung, wie gesegnet ihr seid, weil ihr sie morgens anschreien dürft, damit sie sich endlich die Zähne putzen…

Der letzte Satz, der hat es in sich. Und ich denke in der Tat immer öfter, wofür jetzt diese Aufregung, ist es das wirklich wert? Liegt das am Alter, dass man vermehrt so denkt? An den gesammelten Erfahrungen und, vor allem, gemachten Enttäuschungen? Nein, ich bin nicht verbittert, dafür lebe ich viel zu gerne. Ich bin ein sehr fröhlicher Mensch und oft auch sehr glücklich. Und ich habe es gut getroffen, Zufall oder nicht, man mag es nennen wie man will, ich habe mich mit 17 entschieden, dass ich „erstmal“ diese Beamtenausbildung mache. Aus „erstmal“ wurde eine Oberamtsrätin und ich habe meinen Beruf oft sehr geliebt, ich bin wirklich Beamte a.L. = aus Leidenschaft 😜

Es gibt nicht DIE richtige Entscheidung, was für den einen richtig ist, ist für die andere falsch. Für mich war es aber die richtige Entscheidung. Es war mein Weg und ich bin ihn gerne gegangen und gehe ihn immer noch gerne, nun die letzten Meter als aktive Beamtin. Denn bald will ich in Pension gehen.

Ich hoffe, dass noch viele viele Meter übrig bleiben, die ich hoffentlich weiterhin fröhlich gehen werde. Da denke ich wieder an den obigen Satz, und ich denke, wir sollten uns wirklich öfter daran erinnern, dass alles von jetzt auf gleich vorbei sein kann. Es heißt ja nicht, sich alles gefallen lassen, alles zulassen, weil es schlimmer kommen könnte… Blödsinn, es heißt, sich nicht unnötig aufregen, Zeit nicht vertun, das, was man tut, gerne tun. Zeit- und Energieräuber verbannen und sich nichts vormachen lassen.

Bevor man aus der Hose springt überlegen, lohnt sich das jetzt wirklich oder sollte ich lieber Blümchen betrachten? Ich entscheide mich immer öfter für die Blümchen, die sind wenigstens schön bunt und nicht so unglaublich blöd wie manche…

Mehr sag ich jetzt nicht 😎 in diesem Sinne

Ein Gedanke zu „…er wollte so gerne…“

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