Abschied, Familie, Seele

die Wikinger

Sowas will ich haben! Unbedingt und möglichst sofort!

Nun, das ist so, ich war heute auf einer Seite bei mir, da schrieb ich über meinen dritten Hörsturz und dass ich in der Therapie meine fehlende Schutzschilde bearbeitete, ganz im Sinne von Raumschiff Enterprise, wo Spock befiehlt, die Schutzschilde zu aktivieren und Scotty diveres Knöppe drückte… und schon hatte der Feind keine Chance mehr 😎

Damals in der Therapie war das ein Thema, eben dass sie mir fehlten, die eigenen Schutzschilde. Ich habe in meiner Familie nicht lernen können, mich zu schützen. Das habe ich mühsam nachholen müssen, aber es ist mir gelungen, manchmal mehr, manchmal aber auch weniger.

Derzeit gucke ich mit meinem geliebten Wandersmann „Vikings„, diese kanadisch-irische Fernsehsehrie, auf Amazon, x Folgen hintereinander, wir haben Games Of Thrones leer geguckt, Peaky Blinders, Downton Abbey, alles leer geguckt, dann habe ich bei Amazon rumgeklickt, wozu hat man den Stick und siehe: Vikings. SUPER! Und die bekriegen sich mit den Engländern, die damals noch nicht Engländer hießen, weil es England noch nicht gab. Aber bekriegen. Und die anderen wehren sich und beschießen die mit Pfeilen und dann schreit der Obervikinger „Schilde hoch!“ und dann sieht das eben so aus: lauter schöne bunte Holzkreise mit lauter Pfeilen drin 🤪

Nun habe ich das mit den Schutzschilden ja ein wenig gelernt, es klappt auch ganz gut, aber der Viking-Film hat mir dann doch noch mal klar gemacht, woran ich immer wieder arbeiten muss.

Und dann war ich heute am Grab meines Mannes, das Kreuz ist nun verwittert, so, wie er es wollte. Sein Grab hat keinen Stein, auch das wollte er so, nun weiß niemand, wer da liegt, auch das war sein Wunsch.

Man kann das auf dem Foto nicht so sehen, aber das Holz ist morsch und Friederike hat ihm den Rest gegeben, ich habe es nun entsorgt.

Mein Mann ist nun 8 Jahre tot, es war ein schwerer Abschied, er war sehr krank und er wollte auch nicht mehr leben. Er hatte aufgegeben und ich habe loslassen müssen. Jetzt lebe ich hier so ganz anders, wie ich es mit ihm tat, aber es ist gut so. Ich glaube, ich kann jetzt einen kleinen Stein auf sein Grab legen, ich glaube, er wäre einverstanden. Einfach nur sein Name. Er hieß Hajo. Das war keine Abkürzung, es ist ein altnordischer Name.

Wir haben so viele schöne Tage erlebt und so viele dunkle Stunden. Er hat so gelitten. Wenn ich heute an ihn denke, so sind es gute Gedanken. Das Leid ist vorbei. Er hatte es verdammt nicht leicht in seinem Leben und ich glaube, auch seine Schutzschilde waren marode. Anders als ich hat er sich nie Hilfe geholt.

Das Leben ist manchmal schwer. Und manchmal sogar unlösbar.

Seele

was sich verändert hat

Da ist mir doch glatt was durchgegangen 😉 und mir fällt an diesem Blogeintrag auf „derbrustkrebsundich“ auf, das sich was zum Guten geändert hat, wo ich doch immer dachte, dass sei ein Manko. Nämlich das nicht mehr so lange in die Zukunft planen. Ich war wehmütig, dass das „nicht mehr geht“, dabei ist es ja so viel besser, weil es viel intensiver ist, viel inniger, viel… ich weiß nicht so recht, bin grad etwas verworren, aber positiv verworren, da ist was, was schon so lange da ist und ich seh es gar nicht, jedenfalls nicht so positiv. Später mehr, muss jetzt weiter verworren sein 🤪 denn das macht was mit mir und das fühlt sich gut an 😍

DerBrustkrebsundIch

Nun ist fast ein Jahr seit Diagnose vergangen (fehlen noch 4 Tage) und ich blicke zurück, nur aus dem Bauchgefühl, dafür muss ich mich nicht einmal anstrengen. Am 16.01.2017 habe ich die Diagnose erhalten und seit dem ist so viel passiert…mit mir! Ich habe gelacht, geweint, gebangt und manchmal gezittert, aber niemals habe ich die Hoffnung aufgegeben. Es war ein bewußtes, mit Ereignissen vollgepacktes Jahr, wie fast kein anderes zuvor (Geburt meines Sohnes ausgenommen). Es war der unbekannte Dschungel durch den ich hindurch musste und ich war bereit da durch zu gehen. Hier habe ich viel über mich gelernt (ein 3 tägiges Survival-Training hätte es auch getan)!😁 Über meine Wünsche , Träume, über meinen Körper, mein Umfeld, und über meine Lieben, über Freunde , über Dinge die ich nicht brauche und über das was mein Leben erfüllt! Und ich bin noch immer dankbar für diese Erfahrung!! Eine lebensbedrohende Krankheit, welche…

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