Familie, Leben, Liebe, Meer, Urlaub

Idioten aus dem Weltall

Gestern Abend, nach einem sehr leckeren Fischtopf im Strandlokal, bin ich mit Askan noch über die Dünen gelaufen. Das war herrlich, ein riesiges Schiff tuckerte vorbei (ich wüsste gerne was für eins das ist) und ich ging aufgeräumt und zufrieden nach Hause in unser Ferienhäuschen.Später dann füllte ich meinen 10-Jahres-Kalender aus und schaute auf die Einträge des vorigen Jahres. Vor genau einem Jahr sind wir Opfer eines privaten eMailShitstorms geworden, ich hatte das schon ganz vergessen, habe mir daraufhin noch mal einiges durchgelesen. Holla die Waldfee, was für ein Stuss. Und jetzt aktuell neuer Stuss. Thema: Untermietermenschen. Die Wandersmannmietwohnung liegt in einem Haus voller schwerreicher Eigentümer, die Wert darauf legen, dass sie schwerreiche Eigentümer sind und die mehrfach deutlich machten, dass Mieter sowas wie… äh… ja… eben Untermietermenschen sind, die darum an der Suche der Mieter beteiligt werden wollen, damit nicht so einfache Unreiche einziehen, so Menschen ohne Niveau. Ich meine, wer sich keine Wohnung leisten kann, der ist halt nicht so… ja… anerkannt. Oder was auch immer. Ich kenne mich in deren verschrobenen Denkhorizonten nicht aus. Ich habe ein Haus, vielleicht ist das Eigentumswohnungsspezifisch. Oder liegt es am Wetter? Oder an der Lage? Da wohnen nur so Superreiche, von denen etliche sehr nett sind, aber die in dem Haus eben nicht. Ich glaube, in dem Haus wohnen alle Unnetten. Jedenfalls schrieb die Hausverwaltung, wir stören die Nachtruhe. Ich hab sowas von gelacht. Das sind die gleichen Leute, die vor einem Jahr behauptet haben, ich würde mir im Hausflur die Kleider vom Leib reißen. Wirklich jetzt. Kein Scherz. Absoluter Ernst. Haben sie genauso behauptet. Haben wir schriftlich. Ich sehe meinen Wandersmann und gerate dermaßen in Verzückung, dass ich mir… nunja, die Kleider vom Leib reiße. Und die liegen dann da im Hausflur rum. Die Kleider. Nicht der Wandersmann und ich. Obwohl… der Gedanke hat was… äh… 😜

Es gibt Menschen, die sind sowas von durchgeknallt, da hilft glaube ich nix. Wirklich nix. Und als ich das jetzt nochmal alles so Revue passieren ließ, da schrieb ich dem Wandersmann, nun sei es genug mit den Verrückten da aus dem Weltall. Viel zu lange hätten wir überhaupt darüber nachgedacht. Es gibt so viel wichtigeres im Leben. Da gehört diese Sorte von Gestörten nun wirklich nicht dazu.

Ich sitze seit vier Sommern auf dem Wandersmannmieterbalkon und schaue in den Schwerreicheneigentümergarten und habe die dort wohnenden Menschen noch NIE, wirklich NOCH NIE lachen gehört. Die mögen ja viel Geld haben, aber das sind ganz ganz arme Leute. Die sich beschweren, wenn der Kinderwagen im Keller unter der Treppe steht, wo NIEMAND hinkommt, wo man nicht vorbeikommt, leerer nutzloser Raum im Grunde, dann beschweren die sich, das sei im Hause nicht üblich. Die sich beschweren, wenn man 10 cm mit dem Hinterreifen über der Parkplatzabsperrung steht. Wirklich jetzt. Die ständig Zettel hinter Scheibenwischer stecken, was man alles falsch gemacht hat.

Und jetzt also stören wir die Nachtruhe. Ich glaube, ich kriege grade Lust, mal wirklich die Nachtruhe zu stören 😈

Askan, Meer, Nachwirkungen, Seele, Urlaub

Krebsurlaub 🐾

Warum dies ein Krebsurlaub ist? Nun, weil Sue und ich uns niemals ohne Krebs kennengelernt hätten 😜 was man gut oder schlecht finden kann, wir beschränken uns heute aber auf das Gute und das ist das Meer und die Spuren im Sand, das leckere Essen, das schöne Ferienhäuschen und Askan, der wilde Hundling 🐺

Und ich stelle eine Besserung fest, habe ich mich letztes Jahr noch ganz fürchterlich aromatasegehemmt die Düne rauf und wieder runter gequält, so geht es dieses Jahr viel leichter. Tamoxifen haut in dieser Beziehung nicht so rein. Es haut anders rein. Aber haut die Krebsbehandlung nicht immer rein? Eben. Und damit ich nicht vergesse, was 2011 so alles reingehauen hat, schlucke ich jetzt meine Pillchen. Und dann haue ich rein und mache Frühstück. Am Strand war ich schon. Das war klasse. Hund und Strand. Besser geht nicht ❤️

Askan, Meer, Urlaub

wir sind am Meer

Wir sind am Meer!! Nach einer langen Fahrt durch die Sonne mit Hund sind wir am Meer angekommen, haben unser Häuschen bezogen und sind dann erstmal essen gegangen. Köstlich. Und dann sind wir mit Askan im Dunklen ans Wasser, so dunkel, dass ich leider keine Aufnahmen machen konnte. Leider, denn es war zu schön, wie der wilde Hundling durch den Sand pflügte und in die Wellen biss, wie er Muscheln durch die Luft schmiss und um uns herum raste. Er konnte nicht genug bekommen.

Morgen dann werden wir im Hellen ans Meer gehen und einfach nur das Leben genießen.                 ❤️

Allgemein

Games Of Cancer

Der Lieblingsschotte und ich sind ausgesprochene Fans von Game Of Thrones, echt jetzt, hätte ich niemalsnienicht gedacht, bis ich angefangen habe, es zu schauen. Wir haben uns die DVDs gekauft, wir sind süchtig geworden, wir haben NÄCHTELANG diese Filme geguckt. Kennt Ihr die? Spielt in einer Fantasiewelt ähnlich Herr der Ringe, es ist der Romanreihe Das Lied von Eis und Feuer entlehnt, die Handlung ähnelt dem europäischen Mittelalter, Männer mit Schwertern und Frauen mit Drachen, es geht um den Krieg der Adelshäuser untereinander, um Religion, Politik, Macht, um Moral, Verrat, um Mord und Totschlag. Es wird regelrecht gemetzelt. Schlachten werden ziemlich originalgetreu der Welt des Mittelalters nachgestellt. Es ist furchtbar, aber so war die Welt. Und ich glaube, so ist sie heute noch oft, viel zu oft, aber das ist ein anderes Thema.

Viele bekannte Schauspieler sind dabei, sogar Sibel Kikelli (die nette Tatortkommissarin 😍), ich schaue sie gerne, diese Filme, wobei wir nur noch eine Folge übrig haben, dann haben wir alles geschaut, was derzeit in Deutsch verfügbar ist, dann müssen wir auf die neue Staffel warten.

Und so saßen wir in unserem Cottage und schauten Folge x und y und z auch noch und ich dachte drüber nach, wie die Menschen im Mittelalter gelebt haben. Wir besuchen ja gerne Mittelaltermärkte, dort wird vieles geboten und manche Händler versuchen sogar so zu reden wie damals. Ein wenig kommt mir das wie eine Verherrlichung vor, wobei ich das durchaus legitim finde. Es ist ja ok, wenn man sich etwas vor->stellt und seiner Fantasie freien Lauf lässt und Spaß dabei hat. Warum nicht, es ist ein netter Zeitvertreib.

Aber das Leben damals war hart. Man starb an einer Blinddarmentzündung, entzündete sich ein Zahn, war man vom Tode bedroht, war die Ernte schlecht, verloren die schwächsten Familienmitglieder ihr Leben, marodierende Räuberbanden zogen umher, der Fürst verlangte seinen Obolus, wenig blieb zum Leben übrig, ständig drohte Gefahr und viele Kinder überlebten die ersten Jahre gar nicht erst.

Man lebte von jetzt auf gleich, was die Zukunft bot, wer wusste es schon? Urlaub planen? Kannten die Menschen damals überhaupt das Wort Urlaub? Wer jeden Tag ums Überleben kämpft, wo will der Urlaub machen?

Und auf einmal merkte ich, dass ich auch nicht mehr plane, also ich meine, ich lebe nicht im Mittelalter und es ziehen keine marodierenden Banden an meinem Haus vorbei, kein Fürst verlangt zu viel von dem wenigen, was einem zum Leben bleibt (über die Forderungen des Finanzamtes können wir uns durchaus streiten 😜), all das betrifft mich nicht, betrifft niemanden von uns. Solch ein Leben führen wir nicht, selbst wer keine Arbeit hat, wird in unserem Land nicht verhungern. Nein, das ist es nicht. Es ist etwas ganz anderes.

Der Krebs katapultiert einen ins Mittelalter zurück, ins gefühlte Mittelalter. Natürlich plane ich Urlaub, ich möchte mit meinem Wandersmann nächstes Jahr nach Irland, klar müssen wir das planen. Und doch hat sich etwas verändert, früher konnte ich in Jahrzehnten denken. Das ist vorbei. Ich konnte in Dekaden planen. Das geht nicht mehr. Ich bin in den Games Of Cancer angekommen, wir alle wissen nicht, was uns erwartet, keiner weiß das, gesund oder krank, spielt keine Rolle. Aber im gefühlten Mittelalter ist dieses Denken Alltag. Was vor 10 Jahren für mich selbstverständlich war (auch wenn ich es nicht wissen konnte, ich dachte es jedenfalls), ist für mich heute zumindest fraglich, im besten Falle möglich. Es ist nichts mehr selbstverständlich. Es ist schön, wenn es so kommt, wie man es sich wünscht. Aber ob es so kommt, nun, bei den Games Of Cancer wissen wir, dass wir nichts wissen. Das weiß keiner. Aber wir Mitspieler wissen, wie es sich anfühlt, wenn man es nicht weiß.

Das ist der Unterschied. Den ich nicht kannte, von dem ich nicht mal mehr wusste, dass es ihn gibt.

Willkommen im Club, kann ich nur sagen 🙃

Leben, Liebe, Seele, Urlaub

urlaubsreif

Es waren mal wieder DocDays und sie waren erfolgreich, d.h. es ist alles gut soweit. Was mich natürlich sehr zufrieden macht, wie Ihr Euch vorstellen könnt. Zudem scheine ich mich langsam an diese Aufregungen zu gewöhnen, ich blende den Termin meist bis einen Tag vorher aus. Das klappt erstaunlich gut. Urlaubsreif war ich dann trotzdem. Was aber nicht an den DocDays lag sondern an dem ganzen Kram, den ich die letzten Wochen und Monate erledigen musste.

Nun hocke ich mit meinem Liebsten in Schottland, in einem wunderschönen Cottage, und genieße das gemeinsame Leben! Es ist wundervoll hier, gestern waren wir in den Highlands unterwegs, sind über die Isle of Skye gefahren und haben auch dort übernachtet.

Eine Woche haben wir gebraucht, um wirklich anzukommen und jetzt stellen wir fest, wie nötig wir diese Auszeit haben. Und wie gut wir miteinander harmonieren. Manchmal könnte ich darüber regelrecht frohlocken, denn selbstverständlich ist das nicht. Nach all den Mühen, all dem Dunklen der vergangenen Jahre bin ich darüber sehr sehr dankbar.

Das Dunkle. Vor vier Tagen war der 7. Todestag meines Mannes, wir haben darüber gesprochen, über seine Krankheit, seine Hoffnungslosigkeit, die Schwere, die ihn umgab, den Kummer, den er hatte und somit auch ich. Es waren harte Jahre gewesen und es folgten noch härtere, nämlich die Antikrebstherapie, die wahrlich nicht von Pappe ist. Krebs zieht tiefe Furchen in den Lebensweg, viel, verdammt viel muss man aushalten. Bis heute. Und es wird noch länger dauern, auch wenn ich nicht klagen will, aber so ist es. Punkt.

Heute zieht ein Sturm über’s Land, wir sitzen in dem gemütlichen Cottage und lassen es uns einfach nur gut ergehen. Die Küche hier ist prima, so kann ich meiner Leidenschaft fröhnen und leckere Gerichte zaubern. Mein Freund genießt das, wie Ihr Euch vorstellen könnt 😎 und ich genieße das brutscheln in der Küche. Heute gibt es Schweineschnitzel (Bio natürlich) mit Schmorgurken und Kartoffelpüree. Mömpf! Liebe geht durch den Magen, wissen auch die Schotten 😜❤️