Askan, Leben, Liebe, Pilgern, Urlaub, Wandern

Wandersmantrailing

Mein Hund hat heute die 50-cm-Marke geknackt, und das mit knapp 4 Monaten. Das heißt, er wird letztendlich groß werden. So richtig groß. Noch größer 🐾 Und er ist ein Schmusebär, was ich ja liebe. Er kuschelt so gerne. Und dann liegen wir auf dem Sofa und wenn ich eingeschlafen bin, zuzzelt er an meinem Ohrläppchen rum, bis ich wieder wach bin 😍 wirklich jetzt, ganz vorsichtig, der Hund ist echt gut! Ohne Hund ist jedenfalls doof.

img_3132Und er lernt grad Schnüffeln oder sagen wir so, er arbeitet sich an das Thema ran 😛 meine Hundetrainerin bietet auch solche Mantrailing-Kurse an und wenn ich den Hundeführerschein habe, so heißt das wirklich, also alle Kurse fertig, dann fangen wir damit an, Menschen erschnüffeln. Das finde ich spannend.

Heute hat mein Wandersmann wieder das wandern angefangen, nach seiner großen Pilgerreise brauchte er erstmal Zeit. Wie das so ist im Leben, alles hat seine Zeit und alles braucht auch seine Zeit. So, wie ich meine Zeit brauchte, um mir wieder einen vierbeinigen Gefährten zu suchen. Und als die Zeit da war, war Askan da 😻

Jetzt haben wir endlich ein neues Projekt, also der Wandersmann hat eins,  aber ich darf wie immer mitmachen. Dieses Jahr geht es nach Schottland auf den West Highland Way. Klasse, oder? Ich liebe seine Vorbereitungen, Karten studieren, Hotels aussuchen, Jugendherbergen buchen, wenn er mir davon erzählt und ich seine Begeisterung spüre, dann springt der Funke über und dann sprudeln auch bei mir die Ideen. Wobei, an diesem Projekt bin ich nicht ganz unschuldig 😉

Und wir wollen auch noch in den Highlands Urlaub machen, eine Ferienwohnung in der Nähe von Edinburgh und dann Tagestouren mit dem Auto. Diese Planungen, die sind einfach nur schön, wunderschön, heute jedenfalls ging es auch wieder richtig ans Wandern, ich habe ihn an den Anfang der heutigen Etappe des Neanderlandsteiges gebracht und bin dann zum Endpunkt gefahren und wir sind uns entgegen gewandert. Ich mit Hund, er mit Rucksack 😎

Wandersmantrailing ist echt klasse 😎

Allgemein

Depression

Mein kleiner Muxi, knapp ein Monat, bevor er über die Regenbogenbrücke ging. Mein kleines Krauterlein, Mixmännlein, Muxepuxe, Männileini Brummfisch, ich habe so sehr an ihm gehangen!! Heute vor einem Jahr war das. Ein trauriger aber doch stimmiger Jahrestag.

Ich habe lange überlegt, ob ich noch was zu Depression schreiben soll, ja, ich tue es. Was meine Kommentatorinnen geschrieben haben, das stimmt alles, es ist eine Stoffwechselerkrankung des Gehirns und…

…doch darum geht und ging es mir nicht. Es geht mir um die Aggression. Spätestens seit dem Suizid des Piloten, der so viele Menschen mit in den Tod riss, sollte jedem klar sein, dass es sich bei einer Depression um eine sehr aggressive Erkrankung handelt. Das habe ich in meiner Psychologischen Ausbildung gelernt, wenn mir ein Klient gegenüber sitzt und ich immer wütender werde und gar nicht weiß, wo das her kommt, wo doch der Klient so abgeschlagen vor mir sitzt, spätestens dann soll ich an Depression denken. Übertragung/Gegenübertragung. Und ihm einen geeigneten Psychiater suchen.

Jeder hat das Recht, seinen Freitod selber zu wählen, stimmt manchmal, aber wenn sich mein Mann sein Gehirn mit einer Waffe wegpustet und ich ihn finde… wenn sich der Ehemann im Schlafzimmer bei der schlafenden Frau erhängt… wenn man sich vor den Zug schmeißt und den Lokführer in die Klinik bringt…

Das sagt doch was aus! Wenn ich mein Flugzeug in den Abgrund steuere und hunderte mit in den Tod reiße, UNSCHULDIGE, wenn das keine Aggression ist, dann weiß ich es nicht.

Ein guter Freund von mir hatte eine Tochter, die mit 12 Jahren an Depression erkrankte, das ist selten, aber das gibt es, die Jahre in der Jugendpsychiatrie zubrachte, die ihren Vater anflehte, Papa mach, dass das aufhört, die sich dann mit 17 im Wald erhängte… Recht auf Freitod?

Mein verstorbener Mann litt an einer schweren Depression. Bei Gott, ich weiß, wovon ich rede. Depression ist die Hölle auf Erden. Für den Erkrankten. Für die Angehörigen.

Soviel dazu.

Leben

Der Tod ist so nah.

Vor einigen Tagen habe ich erfahren, dass ein Mensch, den ich vor mehr als zwei Jahrzehnten recht gut kannte und der zu meiner Familie gehörte, sich das Leben genommen hat. Er war so alt wie ich. Er hat sich aufgehangen.

Nun könnte man sich fragen, was war geschehen, warum wusste er keinen Ausweg mehr… all diese Fragen, die dann kommen. Und dann denke ich, es gibt Menschen, die kämpfen jeden Tag ums Überleben, die lassen Gift durch ihren Körper laufen, lassen radioaktive Strahlen durch sich hindurch gleiten, um länger leben zu können und nicht sterben zu müssen.

Ich denke jetzt nicht an mich. Ich habe heute bei Amazon was kaufen wollen, die merken sich ja immer, was man mal gesucht hat, und so bekam ich „Krebsliteratur“ angezeigt und fand etliche Bücher von jungen Menschen, die sterben mussten, sterben müssen.

Was ist das für ein Unterschied, wenn jemand sterben muss und jemand sterben will? Wie wäre es, wenn man sagen könnte, kannst du nicht meinen kranken Körper nehmen und mit ihm sterben und ich nehme deinen gesunden und lebe mit ihm weiter?

Warum ist dir so unwichtig, was mir so wichtig ist? Warum beendest du, was ich weiter haben möchte?

Darf man wütend werden auf Menschen, die sich umbringen?

Ja, man darf. Sage ich. Weil es egozentrischer gar nicht mehr geht. Ich sage das nicht einfach so. Ich sage das als Ehefrau eines schwer depressiven Mannes, er sich das Leben nehmen wollte, der aber aufgrund einer Lungenembolie nicht mehr dazu kam.

Ich bin dem Schicksal dankbar, dass es mir erspart hat, was er für sein Ende vorgesehen hatte. Ob ich mich davon hätte erholen können, kann ich heute nicht sagen. Und genau das finde ich so egozentrisch. Das eigene Leid zählt mehr als das Leid er Angehörigen.

Depression ist eine Scheißkrankheit.

Leben, Liebe, Urlaub, Weihnachten

Nachlese

Ich liebe diese hohen Zimmer mit den großen Christbäumen🎄 der hier steht in Edinburgh, ich liebe es einfach. Nun sind wir schon acht Tage wieder in Deutschland, es ist uns schwer gefallen, ich gebe es zu. Edinburgh war gar so schön und schön war auch, mal alles hinter sich zu lassen. Kaum hier, meldeten sich wieder die üblichen Nervensägen und machten uns klar, dass Alltag was völlig anderes ist als Auld Lang Syne 😓 aber es war trotzdem schön, es war einfach nur wunderschön!!

Was waren die großen Themen des letzten Jahres? Es ging so schnell vorüber, wobei, es ging ja nicht schneller als sonst 😜 aber irgendwie, je älter man wird, desto rasender ist alles, oder? Mein großes Thema war die Umstrukturierung meiner Arbeit, noch mehr Telearbeit, weil ich gesundheitlich einfach nicht mehr leisten kann. Damit verbunden die anhaltenden Schmerzen, die ich ganz gut aushalten kann, die aber mein ständiger Begleiter sind. Genauso wie die Vattigüh, die mir manchmal den letzten Nerv raubt.

Dann ein weiteres Thema war das Meer mit Sue. Unser wunderschöner Urlaub in Zoutelande.

Abschied von meinem Gemixe. Er fehlt mir noch heute.

Kater Spike zieht ein. Und später im Jahr Askan.

Camino, ein weiteres großes Thema. Zwar bin ich ihn nicht gegangen, aber ich habe die ganze Vorbereitung miterlebt und all meine guten Wünsche begleiteten meinen Wandersmann.

Kloster Wangen. Eine Woche ganz raus aus meinem Leben, während mein Wandersmann pilgerte. Das war auch eine sehr sehr schöne Erfahrung.

Was war noch? Die ganzen Kontrolltermine, die halt üblich sind. Die jedesmal Nerven kosten.

Es war, alles in allem, ein gutes Jahr. Auch wenn es nicht immer leicht war, aber es war ein gutes Jahr.

 

Chemo, Leben, Nachwirkungen, Urlaub

Eddnbroh 😎

img_8675-001Da stehe ich in einem schönen Pub, wir schreiben noch 2016 aber nicht mehr lange 😜 wir sind durch die Stadt gewandert, Edinburgh, alles sagt hier ziemlich hart „Eddnbroh“ 😛 doch egal, wie man es nun ausspricht, es ist wunderschön hier! Und die Pubs sind klasse!!

„Auld Lang Syne“ ist dann ein wenig spärlich ausgefallen, wir hörten nur rudimentäre Liedfetzen, aber das tat unserer guten Stimmung keinen Abbruch. Es war herrlich!! Wir fühlten uns herrlich!! Das neue Jahr in Eddnbroh begrüßt, klasse, einfach nur klasse!!

Die Nacht war noch lang und schön und wir waren bester Stimmung, fröhlich, ausgelassen, gemeinsam, ein sehr schönes Gefühl, und wir haben uns diesen Wunsch erfüllt, Silvester in Edinburgh. Das Leben ist oft anstrengend, oft leider auch hart, oft aber eben auch wunderschön!! Manchmal bin ich sehr nachdenklich, weiß ich doch aus leidvoller Erfahrung, dass alles sehr schnell vorbei sein kann, darum sind solche Augenblicke so kostbar.

Ich spüre meine aromatasegehemmten Knochen und Muskeln auch hier sehr deutlich, sie sind mein ständiger Begleiter. Ich weiß, warum das so ist, ich weiß, dass dies zu meinem Antikrebsstandardprogramm gehört, all das weiß ich. Ich vergesse es auch nicht. Sowas kann man nicht vergessen. Es ist nur nicht mehr ständig im Vordergrund.

Vor fünf Jahren habe ich auch Cocktails genossen, allerdings sahen die etwas anders aus, schmeckten metallisch, verursachten Übelkeit, den Verlust der Haare und brachten große große Unsicherheit, nein, sowas vergisst man nicht. Niemals.

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Eddnbroh ist definitiv besser 😎