Leben

Isabel Dörfler – am 4. Februar 2017 in Düsseldorf

Kennen gelernt habe ich Isabel Ende der 80er Jahre in Köln, damals hatte sie während eines Engagements bei einem Musical bei uns gewohnt. Sie hat so eine tolle Stimme!! So eine tolle Ausstrahlung!!

Und jetzt tritt sie in Düsseldorf auf!! Da lassen wir es uns doch nicht nehmen, in der ersten Reihe zu sitzen und uns von ihr verzaubern zu lassen!!

Leben, Nachwirkungen

dies und das und jenes

Heute habe ich bei meinem Arbeitgeber das Attest meiner Ärzte abgegeben, mein behindertengerechter Telearbeitsplatz muss angepasst werden, Stunden verändert, weil ich leider nicht die volle Leistung bringen kann. Ich habe einen tollen Arbeitgeber, wirklich, niemand, absolut niemand legt mir Steine in den Weg, alle unterstützen mich, alle helfen mit, dass ich noch arbeiten kann!!

Da fällt mir dann mein treuer Follower ein, über den ich letztens schon schrieb, dieser Holocast-Irre. Nennt mich im Umgang mit meiner Krankheit theatralisch, aber hübsch in Fremdworte verpackt, klingt dann professioneller 😜 regt sich auf über was ich schreibe, wie ich es schreibe, nennt es verlogen, eMails würde ich manipulieren, von Fälschungen war die Rede, achja, und gestört sei ich. Aber sowas von 😈

Naja, wer hier gestört ist, lasse ich mal offen. Ich frage mich nur, warum lesen solche Menschen Dinge, die sie gar nicht lesen wollen? Wäre doch besser, andere Blogs zu lesen (zum Beispiel den hier, der ist wirklich gut😊), dann bräuchte man sich nicht so aufregen und Unsinn verbreiten. Aber vielleicht steckt ja Absicht dahinter, wenn man sich so richtig schön aufregen kann, so richtig dolle, dann kommt der Kreislauf in Wallung und dann…

…braucht man nicht joggen 😎

Familie

Erinnerungen

Meine Mutter in ihrem Element! Das war in der Stadthalle, dort organisierte sie jedes Jahr den Weihnachtsmarkt, der großen Zuspruch fand, immer. Weil alles gleich hübsch dekoriert war, weil es nur gute Angebote gab, weil sie auf alles achtete und weil Mutter wirklich ein Händchen dafür hatte.

Es ist sehr lange her. Ein viertel Jahrhundert. Das war eine gute Zeit, wo wir uns wirklich gut verstanden, wo es Mutter gut ging, wo sie aktiv war und gestaltete.

Sie fehlt mir.

Dann kamen schwere Zeiten. Ihr Leben wurde schwerer, am Ende kam der Krebs und als der einigermaßen geschafft war, kam der Alzheimer.

Was ich von ihr habe? Niemals aufgeben. Sich niemals unterkriegen lassen. Von nichts. Und darauf achten: immer eigenes Geld haben um unabhängig leben zu können. Einen guten Beruf erlernen, der Spaß macht und gutes Geld bringt. Und immer weiter kommen wollen.

Als junges Mädchen träumte ich nicht von Mann und Kindern, und von einer „weißen Hochzeit“ schon mal gar nicht, ich träumte von einem interessanten Beruf 😎 echt jetzt, wenn andere sich über tolle Hochzeiten unterhielten, Brautkleider und so ein Zeug (das war damals alles wichtig, zumal auf dem Dorf!), winkte ich nur ab und überlegte, welches Studienfach das bessere wäre. Später, mit Beruf und genug auf dem Konto kann man immer noch heiraten. So habe ich es dann ja auch gemacht.

Mutter sagte mir einmal, da wusste ich noch gar nicht, was man mit einem Mann alles so anfangen kann 😇 „sieh bloß zu, dass du nie abhängig bist von einem Mann, verdiene immer dein eigenes Geld!“ und wenn man auch oft nicht macht, was die Eltern sagen, darauf habe ich gehört! Und es war gut so!

Tja Mutter, das haste gut hingekriegt. Und jetzt sitze ich hier und vermisse Dich! Auch wenn Du jetzt, mit bald 80, sicherlich andere Sorgen hättest als die Abhängigkeit von einem Mann 😉

Sie fehlt mir.

Mütter sterben nicht, gleichen alten Bäumen,
in uns leben sie und in unseren Träumen.
Wie ein Stein den Wasserspiegel bricht,
zieht ihr Leben in dem unsren seine Kreise.
Mütter sterben nicht.
Mütter leben fort auf ihre Weise.

 

Leben, Liebe

eine großartige Frau und ein großartiger Mann

“Ich habe keine Geduld mehr für bestimmte Dinge. Nicht weil ich arrogant geworden bin, sondern einfach nur, weil ich einen Punkt in meinem Leben erreicht habe, an dem ich keine Zeit mehr mit dem, was mir missfällt oder mir wehtut, verschwenden will. 

Ich habe keine Geduld mehr für Zynismus, für übertriebene Kritik und Forderungen jeder Art.

Ich hab den Willen verloren, denen zu gefallen, die mich nicht mögen, die zu lieben die mich nicht lieben und die anzulächeln, die mich nicht anlachen wollen.

Ich verschwende keine einzige Minute mehr an die, die lügen und manipulieren. Ich habe mich entschlossen nicht mehr mit Verstellung, Heuchelei, Unehrlichkeit und billigem Lob zu koexistieren.

Ich toleriere weder selektive Gelehrsamkeit noch akademische Arroganz. Ich werde mich auch nie an den so beliebten Klatsch gewöhnen. Ich hasse Konflikte und Vergleiche.

Ich glaube an eine Welt der Gegensätze und darum vermeide ich Menschen mit starren und unflexiblen Persönlichkeiten. In Freundschaften mag ich Mangel an Loyalität und Verrat nicht. Ich komme nicht klar mit solchen, die keine Komplimente oder ein Wort der Ermutigung geben können.

Übertreibungen langweilen mich und ich habe Schwierigkeiten Menschen zu akzeptieren die keine Tiere mögen. Und obendrein habe ich keine Geduld für alle, die meine Geduld nicht verdienen.“

~ Meryl Streep

Dem ist, glaube ich, nichts mehr hinzuzufügen. Meryl Streep ist eine großartige Schauspielerin und wenn man ein wenig in ihr Leben eintaucht, wie sie sich die Rollen erarbeitet, was sie von Hollywood hält und so weiter, dann versteht man ihre Worte umso mehr. Mir spricht sie aus der Seele, denn auch ich habe die Nase voll von Menschen, die einen Spiegel lediglich dafür benutzen, um sich die Haare zu frisieren und nicht einmal fragen, was trage ich eigentlich dazu bei, dass es so ist, wie es ist, was ist eigentlich mein Anteil.

Und dann waren wir gestern Abend im Theaterzelt am Burgplatz, Mathias Brandt las aus seinem Buch „Raumpatrouille“ vor, mit Musikbegleitung, wir waren regelrecht begeistert!! Wirklich wirklich klasse!! Danach dann waren wir in einer Brauerei essen, also der Abend war echt gelungen.

Matthias Brand ist auch ein großartiger Schauspieler, ihn live zu erleben war wirklich toll!!

Wir haben Kollegen von meinem Freund getroffen, Freunde von mir, das ist ja immer spannend, Menschen aus anderen Zusammenhängen kennen zu lernen.

Bei allem Scheiß, den ich in den letzten Jahren erlebt habe, ich lebe diese Beziehung so gerne! Uns verbindet so viel! Das Leben kann so schön sein. Wirklich. Manchmal ist es sauschwer, aber manchmal ist es eben auch einfach nur schön 😎

 

Familie

Veränderungen 😎

Ich lebe ja nun im Haus meiner Großeltern, in dem ich aufgewachsen bin und in dem ich mit ihnen eine glückliche Kindheit verbrachte. Über die Jahre habe in allen Zimmern gewohnt, erst unten, dann ganz oben, dann oben, dann oben und unten, dann… und mein Vater hat das Haus erst für die Familie und dann für mich  x mal umgebaut. Vater baut gerne um. Baute, denn nun ist er alt und hat dazu keine Lust mehr.

Vor über 20 Jahren baute er mir das alte Wohnzimmer meiner Großeltern und das alte Zimmer meiner Tante zu einer Wohneinheit um, Küche und Wohnzimmer. Zu diesem Zwecke stemmte er einen Durchgang in die Wand. Zwar hat sich im Laufe der Jahre viel drumherum geändert, aber der Durchgang blieb.

Nun wohne ich ja nur noch ganz unten, die Wohnung oben ist die Ferienwohnung meiner Schwester geworden. Ich bin auch nicht mehr die jüngste und ständig Trepprauf und Trepprunter nervt so langsam. Abgesehen davon, dass ich aufgrund meiner antikrebspillenbedingten Knochenschmerzen Treppensteigen eh nicht mehr so prickelnd finde.

Tja und nun habe ich unten mein Schlafzimmer und ein Schlafzimmer ohne Türe ist irgendwie blöd.

Darum geschah am Freitag folgendes:

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Es ist noch nicht ganz fertig, sieht man ja, in die Lücke kommt noch ein Regal, dann ist es ganz zu und dann störe ich meinen Freund auch nicht mehr, wenn ich wie jetzt antikrebspillenbedingt schlaflos durch die Wohnung tapere oder Blogbeiträge tippsel 😛 und ich befürchte, ich werde das Gepille weiter schlucken dürfen, Krebs ist Scheiße, sagte ich ja bereits, aber so’ne Türe, die ist schön 😜

Familie, Leben

Holocast

Letztens zog jemand über meinen Beitrag zu Cancer-Survivor her, Holocast-Überlebender nannte er das, ein „netter“ Tippfehler. Jemand, der offensichtlich keine Ahnung von der Erkrankung hat, aber, was ich noch schlimmer finde, vom Holocaust selber auch nicht. Wie kann man nur die Shoah als Vergleich heranziehen? Wie abgebrüht kann man sein?

In meiner letzten Therapiestunde war mein Tumor Thema, was genau war das für ein Tumor, was genau heißt das, wie aggressiv war er (sehr aggressiv!!) und was bedeutet das für mich.

Es gibt Menschen, die davon so gar keine Ahnung haben, die nicht wissen, was Krebs heißt, die nicht wissen, wie sich die Angst anfühlt, vielleicht daran zu sterben. Die aber groß die Klappe aufreißen müssen, weil sie meinen, bescheid zu wissen.

img_1471Heute war ich mit meinem Freund Essen, beim Italiener, ganz in seiner Nähe, und wir redeten über eben jene Menschen, die sich in das Leben der anderen einmischen, die keine Grenzen kennen, denen man am besten aus dem Weg geht.

Es geht uns so gut miteinander, daran können auch diese „Holocast-Menschen“ nichts ändern. Im Gegenteil, je mehr sie pesten, desto mehr weiß ich, wie groß ihre Eifersucht ist und wie verstrickt sie selber sind in ihr kleines Scheißleben.

Krebs ist auch Scheiße, aber er trennt die Spreu vom Weizen. Ich weiß heute, dass es Menschen gibt, die man am besten aussortiert, weil sie sich und ihrer Umgebung nur Schaden zufügen, weil nämlich meine Zeit zu schade ist dafür. Viel zu schade.

Gute Nacht!