Leben

Dinge des Lebens

IMG_1165Diese kleine Lok, wie ich jetzt erfahren habe ein Piko-Modell aus Zinkguß von 1949, die Bezeichnung lautet ME102, macht sich demnächst auf den Weg in die Lausitz. Es sollten zunächst nur diese Teile auf dem rechten Foto sein,IMG_1130 aber wie das manchmal so ist im Leben, kommt es doch anders als man denkt. Die kleine Lok war in den letzten Jahren ein sogenanntes Stehrümmchen, vorher hatte sie Jahrzehnte in einem Keller in Heidelberg gelegen, war sie doch einst das Lieblingsspielzeug meines verstorbenen Mannes. Er hat mir so oft davon erzählt und besondere Umstände machten es möglich, dass er sie einige Monate vor seinem Tod noch in Händen hielt. Seine Großeltern hatten ihm das ganze Eisenbahnspielzeug Ende der 40er Jahre geschenkt.

Meine Schwester hat nun hier im Haus weiter renoviert und aufgeräumt und so fiel mir der Karton mit dem alten Spielzeug wieder in die Hände. Schienen, alte Waggons, alles noch aus Blech und Metall, kein Plastik, weil das gab es damals einfach noch nicht. Wegschmeißen mochte ich es nicht, auch wenn es mir langsam immer mehr im Weg war, wohin damit?  Und so dachte ich mir, versteigere ich das ganze doch bei eBay, meine allererste Versteigerung. Ich fand einen älteren Piko-begeisterten Mann aus der Lausitz und dieser fragte mich, ob ich noch mehr hätte, vielleicht alte Loks. Tja, sie stand in meinem Regal, ein Erinnerungsstück an meinen Mann, weggeben wollte ich sie nicht. Eigentlich.

Doch dann merkte ich, dass es schön wäre, wenn sie wieder fahren würde, renoviert und restauriert und hübsch gemacht sollte sie wirklich wieder ihre Kreise ziehen. Ich fragte den Mann, ob er sich das vorstellen könne, diese kleine Lok wieder zum Leben zu erwecken und mir davon ein Foto zu schicken. Das würde ich dann an die Wand hängen und egal wo Hajo jetzt ist, das würde ihm bestimmt gefallen.

Wie das Leben so spielt, fehlt diese kleine Lok noch in der Sammlung des Modelleisenbahners, die ist nämlich selten und wenn, kriegt man sie fast nur noch in weitaus schlechterem Zustand. Er ist gelernter Elektromonteur und sich eigentlich sicher, dass er sie wieder hin kriegt.

Wir wurden uns über den Preis sehr schnell einig und so macht sich das Lieblingsspielzeug bald auf den Weg in ein neues Lok-Leben 🚂 was mich sehr freut. Ich hätte nicht gedacht, dass es mal so kommt, aber so ist das mit den Dingen des Lebens, manchmal kommt es ganz anders als man denkt. Und manchmal ist genau das sogar noch schöner 😎

Leben, Nachwirkungen

Joghurtbecher mit Krebs

Maxi schreibt in ihrem hervorragenden Post Sätze, die mich sehr berührt haben. Sehr.

Mein Ablaufdatum stand fest. Definitiv. Ohne Therapie wäre ich jetzt Tod. 

wenn man an Krebs nicht sterben könnte, dann würden nicht alle so eine Scheißangst davor haben. Alles was jetzt kommt ist extra. Jeder Tag.

Das ist es, was mich beschäftigt, was mich umtreibt, ich habe es nicht in Worte fassen können, heute kamen sie angeflogen, die Worte, von Maxi ins Netzleben geschrieben haben sie mich erreicht und es war wie… es war wie wach werden. Hochschauen. Aufmerken. Verstehen.

Nein, ich weiß es jetzt, nichts ist mehr wie früher. Ich will nicht, wie von so vielen erwartet (und das spüre ich deutlich) so tun, als sei alles wieder normal, als sei alles wie gehabt, wie gewesen, einfach weitermachen, nein, das will ich nicht. Denn alles, was jetzt kommt, ist extra, on top, zusätzlich. Ablaufdatum überschritten. Wäre man ein Joghurtbecher, würde man jetzt aussortiert.

Aber ich bin kein Joghurtbecher. Meine Zeit fängt jetzt erst an. Zum zweiten Mal. Oder zum dritten, genau genommen. Aber das ist jetzt auch egal, es fängt wieder an. Ich fange an.

Ich glaube keiner kann erwarten glücklich zu sein, wenn man dafür nicht kämpft.

Noch so ein Satz. Das habe ich schon so oft zu meinem Freund gesagt, dass es jetzt so ist, wie es ist, dass es uns so gut geht, dafür haben wir gekämpft. Und wie wir gekämpft haben.

Und das nimmt mir keiner mehr. Egal was passiert, das nimmt mir keiner mehr.

Familie

Terror in der Welt

Geht es Euch auch so? Derzeit herrscht Terror in der Welt, man weiß nicht, wo man zuerst hinschauen soll, irgendwo ist es überall schlimm.

Umso wichtiger ist Familie. Meine Familie, die grad da war, heute noch brachte mein Freund mit seiner Enkeltochter meine Nichte zum Flughafen. Familien vermischen sich. Meine Nichte liebt das Beuteenkelkind  💕 die beiden haben den ganzen Nachmittag das Wohnzimmer meiner Schwester erobert, hätte sie nicht fortfliegen müssen, die Nichte, würden sie vermutlich jetzt noch Stühle rücken und Plätzchen teilen 😍

Die Beuteschwiegertochter, die wunderbare Häkelwesen kreiert. Sie hat die Fähigkeit, aus Stoffresten und Wattebäuschen schöne Dinge zu zaubern, an denen ich mich nicht sattsehen kann.

Der Opa, welcher mein Freund ist, grillt derweil Köstlichkeiten. Sein Sohn bringt uns mit seinem Smartphone die WISE GUYS näher, die ich, ich muss es zu meiner Schande gestehen, noch gar nicht kannte.

Familienleben. Es gefällt mir. Es erdet mich. Und als alle gegangen, geflogen und gefahren waren, saßen wir noch lange auf dem Balkon zusammen und waren einfach nur glücklich, der Wandersmann und ich.

Nein, ich will es nicht anders. Ich will es genau so. Familienleben.

 

Spike

skrupellos

Ja, das bin ich. Ich gebe es zu. Und warum? Nun, ich gehe über Leichen. Nein, ich tue es nicht gerne, aber ich tue es. Wie jeder skrupellose Mensch sage ich, ich würde es ja unterlassen, aber es lässt sich eben nicht verhindern. Es passiert. Vieles passiert.

Blut klebt an meinen Füßen. Nein, nicht an den Händen, auch nicht im übertragenen Sinne. Es klebt tatsächlich an meinen Füßen. Eben weil ich über Leichen gehe. Mit meiner Psyche macht das nichts, ich bin stark. Ich halte das aus. Was ich nicht aushalte ist das Ekelgefühl. Darum hüpfe ich auf einem Bein zum Waschbecken und schreie aus Leibeskräften: „Spikey Du Monsterkater! Kannst du deine verdammten Mäuse gefälligst woanders verspeisen und die Reste nicht immer auf dem Teppich liegen lassen!!!!!!!“ bevor ich mir heißes Wasser über den blutigen Fuß laufen lasse 🙀

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Antiseptisches Spray nicht vergessen 😳

Familie, Leben

eBay und das Leben

Meine fleißige Schwester hat aufgeräumt, sie hat das Bad unterm Dach renoviert, sie hat gewullacht wie verrückt, sich ihr Deutsches Domizil erschaffen, für den Fall, dass man im Orient nicht mehr bleiben kann oder einfach nur so. Weihnachten kommen die Töchter aus England mit ihren Freundinnen und hängen ab. Vorurteile ausbauen: reiche Araberinnen shoppen auf der Kö 😜 Wozu hat man ein Haus in Deutschland 😎

Dann hat sie sich an den Keller gemacht. Ich hatte noch nie einen solch aufgeräumten Keller. Meine Schwester ist meine Heldin!! Sie ist die absolute Sortier-, Aufräum-, Wegschmeiß-, Ordnungmachexpertin!! Ich kenne keinen Menschen, der so schnell so gründlich Ordnung schaffen kann. Und das sage ich nicht, weil sie meine Lieblingsschwester ist. DAS IST SO!! Sie war schon immer so. Ich war noch nie so. Meine Mutter sagte einmal, wie zwei Schwestern so unterschiedlich sein können 😝 aber das ist ein anderes Thema.

Bevor sie los legte sagte sie: „Tabula rasa, ok? Jammer nicht bei jedem Teil herum, ich entscheide, was weg kommt!“ Und ich habe nur bei einem einzigen Teil gejammert. Bei meiner alten Benneton-Tasche, 25 Jahre alt, Löcher, aber noch zu gebrauchen. Meine Lieblingstasche. Wirklich jetzt. Meine erste Bahrain-Reise-Tasche. Die kann man doch nun wirklich nicht wegschmeißen!! 😅

Meine Schwester hatte ein Einsehen. Die Tasche durfte bleiben. Der Rest flog auf den Müll. Gnadenlos. Dafür sieht der Keller grandios aus. Wirklich grandios. Und ich bin zu meiner allerersten eBay-Versteigerung gekommen, also ich als Verkäuferin. Ich habe den Karton mit der mindestens 65 Jahre alten DDR-Modell-Eisenbahn meines verstobenen Mannes gefunden. Zum wegschmeißen zu schade, aber vielleicht gibt es ja Sammler von so altem Modell-Eisenbahn-Zeug.

IMG_1130Und was soll ich Euch sagen? Es haben schon Leute geboten 😃

Meine Schwester ist übrigens nicht zum ausleihen 😇 müsst’er schon alles selber räumen 😜

Familie, Leben

„Fürchtet euch!“

furcht

Ohoh, heute hatten wir ein schweres Thema, der Wandersmann und ich. Am Telefon. Wir telefonieren oft. Eigentlich täglich. Und sei es nur, um uns gute Nacht zu wünschen. Heute aber dauerte das Gespräch länger. Es ging um diesen jungen Mann, der scheinbar ein Täter aus dem Nichts geworden ist. Es ging um Verschwörungstheorien. Um die AfD. Um Donald Trampel. Und es ging um den guten Artikel von Jan Fleischhauer vom SPIEGEL: „Fürchtet euch! Was die Anhänger der AfD mit der Friedensbewegung der Siebzigerjahre verbindet.“

Fürchtet euch. Es ging um Furcht. Um Angst. Um Bauchgeschichten, die den Kopf ausschalten. Um Menschen, die keinen rationalen Argumenten mehr zugänglich sind und warum das so ist. Der Wandersmann ist ja nicht nur ein Wandersmann, er kennt sich ja sozusagen aus mit diesen Bauchdingen. Beruflich und so. Jedenfalls können wir gut diskutieren. Und streiten. Das können wir auch.

Jetzt sitze ich hier und denke, wo führt das alles noch hin? Ich habe keinen blassen Schimmer. Immerhin schmerzt mein Auge nicht mehr. Das ist doch schonmal was. Und meine superfleißige Schwester hat das Bad unterm Dach renoviert.

Soweit dazu. Gute Nacht!

Nachwirkungen

ich roste

Nein, ich meine das jetzt nicht im übertragenen Sinne, ich meine es auch nicht lustig 😜 ich meine es echt so, wie ich es sage: ich roste. Oder korrekt: ich rostete. Und das kam so: ich saß auf des Wandersmanns Balkon, wir genossen das Leben, als es plötzlich im linken Auge piekste. Ob er mal schauen solle… neinnein, schon weg, sprach ich leichthin und rieb an dem Auge herum. Vermutlich habe ich da den Metallsplitter so richtig… 🙀 ab und an so ein leichtes pieksen blieb, aber nichts weiter. Dann wurde das Auge letztes Wochenende rot. Ich tippte auf Bindehautentzündung, ich meine, würde ja passen, erst die Ohren dann die Augen… es wurde immer roter und so ging ich Montag morgen gleich in die Augenklinik, die wir hier praktischerweise haben. Und der Arzt sagte mir dann, da wäre wohl ein Metallsplitter gewesen. Ja woran er das denn sehen könne. Na an dem Rostrand, der sich gebildet hätte. Mir wurde leicht übel. Ach das sei nicht schlimm, das kratze er jetzt erstmal weg. Mir wurde noch übler. Ach ich solle mich nicht sorgen, das täte gar nicht weh… sprach er und griff zu seinen Instrumenten und es dauerte nicht lange, da war ich schmerzfrei rostfrei. Bekam diverse Sälbchen und Tröpfchen und wurde mit den Worten entlassen, dass die Betäubung nachlassen werde und dann der Schmerz käme.

Was soll ich sagen? Die Betäubung ließ nach und der Schmerz kam. Aber sowas von. Ich konnte kein helles Licht ertragen und hatte das Gefühl, ich sei auf dem Rückweg der Eiger Nordwand, erschöpfungstechnisch. Habe nicht genau verstanden warum, war aber so.

Heute geht es endlich besser. Eiger Nordwand ist abgehakt, es schmerzt auch nicht mehr und das Licht wird immer erträglicher.

Und nun soll es brüllend heiß werden 😩