Leben, Liebe, Meer

Erwartungen, Enttäuschungen, Lebensinhalt, Glücksgefühle…

…und vieles mehr. Kämpferkind und Lisa sprachen beide vom Meer. Ich bin auch ein, ich sage es mal leichthin, Meerfan,2014-09-04 10.54.45 wobei dahinter viel viel mehr ist als einfach Fan sein. Das Wasser ist etwas ganz archetypisches, es bringt uns in Schwingung. Mit dem Universum. Mit dem was weiß ich, dem allem irgendwie. Ich liebe das Meer. Ich möchte dieses Jahr auch ein paar Tage ans Meer. Einfach nur da sein, die Füße ins Wasser halten, den Wellen zuschauen, das Rauschen hören, über das Leben nachdenken und über meine Wünsche. Ich würde gerne eine Freundin mitnehmen, die muss aber nur noch zusagen 😎

Meer. Diese Weite, dieses Gefühl der Unendlichkeit. Lisas Oma sagte das gleiche wie meine beiden Omas „man muss das Leben nehmen, wie es kommt“, diese Kriegsgeneration hatte nicht viel Entscheidungsfreiheit. Meine beiden Omas haben zwei Kriege erlebt, Entbehrung war für sie Alltag, Selbstverwirklichung purer Luxus. Ich weiß noch, meine Berliner Oma aß so gerne Krakauer Würste, wie ich ihr vom Markt zwei Krakauer mitbrachte, aus der Pferdemetzgerei. Ich reichte sie ihr und sie strahlte, und ich sagte leichthin „die sind aus Pferdefleisch“. Dass Oma sie nicht hat fallen lassen kostete sie große Überwindung. Und dann erzählte sie mir. 1944, Berlin im Bombenhagel. Meine Mutter 8 Jahre alt. Sie harrten in der Wohnung aus. Ohne Bad. Oft auch ohne Wasser und ohne Strom. Mein Onkel 4 Jahre alt. Ein Angriff. Die Flugzeuge zogen ab. Zurück blieben noch mehr Trümmer und Leichen dazwischen. Und Pferde. Tod oder sterbend. Die sofort zerschnitten wurden. Fleisch. Überleben.

Allein der Gedanke an Pferdefleisch war ihr zuwider. Es mag schmecken Kind, sagte sie, aber ich kann es nicht essen, ich kann es nicht vergessen.

Wir leben im Luxus. Das tun wir wirklich. Und manchmal denke ich, wir vergessen, wo wir herkommen. Wenn ich mir das Pegidageschwätz anhöre, dann bin ich sicher, dass diese Menschen es vergessen haben. Doch das ist ein ganz anderes Thema.

Lasst uns beim Meer bleiben. Ich möchte ans Meer. Und ich hoffe, meine Freundin möchte auch!

Ein Gedanke zu „Erwartungen, Enttäuschungen, Lebensinhalt, Glücksgefühle…“

  1. Ich war letztes Jahr nach 15 Jahren wieder am Meer. Ich kam in
    den Jahren nie dazu, zu viele Schicksalsschläge, zu viel Stress.

    Ich hatte erst Bedenken, dass mit der Krebsdiagnose im Gepäck mich
    das Meer traurig stimmen würde, aber als ich dann da war und dieses
    magische Meeresrauschen hörte, war mein Kopf plötzlich frei von allen Sorgen und Ängsten, wie hypnotisch war das Gefühl, als ob Raum und Zeit verschwindet und ich eins bin mit der Welt. Jetzt bin ich süchtig nach diesem Gefühl und fahre so oft wie möglich an die Nordsee, auch wenn ich dafür immer 9-10 Stunden Anfahrt in Kauf nehmen muss, denn ich liebe die wilde Nordsee mit der tollen Brandung, den hohen Wellen, den Wechsel der Gezeiten und sogar das wechselhafte Wetter. Letztes Jahr waren wir im Sturm am Strand, ganz alleine, nur die Möwen waren da. Es war wunderschön und aufregend zugleich . Wie ein Sandsturm in der Wüste und zusätzlich das atemberaubende tosende Meer. Wir haben uns dann in einem Strandkorb Unterschlupf gesucht und dem Naturschauspiel zugeschaut. Ich habe mich da so lebending gefühlt wie schon lange nach der Krebsdiagnose nicht mehr. Und dann nur ein paar Stunden später, reißt plötzlich der Himmel auf und ein strahlendes blau ist zu sehen und die Sonne scheint, als wäre nichts gewesen und alles wirkt plötzlich ganz lieblich . Das ist die Nordsee, ein Überraschungsei, immer spannend, dramatisch, lieblich, wunderschön.

    Sorry, das ich jetzt schon wieder einen Roman über die Nordsee schreibe, aber seit ich den Film auf Phönix „die Nordsee von oben“
    vorgestern gesehen habe, bin ich wieder wie verliebt und fast verrückt vor Vorfreude auf unsere Reise übernächsten Samstag.

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