Klösterle, Leben

mein Klosterleben

Meine Zeit im Kloster geht zu Ende IMG_3478und ich muss sagen, sie hat mich ungemein bereichert. Ich habe das Leben nochmal von einer ganz anderen Seite kennen gelernt. Ich habe mich und mein Leben mit Abstand gesehen und ich habe auch noch mal ganz anders über meine Erkrankung nachgedacht, nämlich so gut wie gar nicht. Nein, ich ignoriere sie nicht, das nun wirklich nicht, aber ich glaube, ich habe sie in mein Leben integriert. Sie ist ein Teil von mir. Sie hat mich zu der gemacht, die ich bin, ob das nun gut ist oder schlecht, einerlei. Ändern kann ich es eh nicht mehr.

Hier treffen sich in einem regelmäßigen Rhythmus die Brüder und beten miteinander, lesen vor, singen, manchmal auch gregorianisch, das macht was mit einem. IMG_3471Ich kann es nicht genau sagen, aber diese Regelmäßigkeit, dieses immer Wiederkehrende, auch wenn manch Gesprochenes für nichtkirchliche Ohren seltsam anmutet, aber es macht was mit einem und das fühlt sich gut an. Es ist so ein bisschen wie meditieren, nur anders 😎

Zum Kloster gehört auch eine kleine Kirche, die mir gut gefallen hat. Jetzt nichts besonderes, aber ich liebe den Geruch von Kirchen, ich weiß gar nicht, wonach es riecht, aber ich mag es. IMG_3501Und überall Symbole, deren Sinn ich leider nicht kenne, aus alten Zeiten, ich kann mich nicht satt sehen daran. Diese Kirche habe ich an meinem ersten „Arbeitstag“ geputzt, gesaugt, ich war in meinem Element 😜 das war eine wundervolle Arbeit, wie meditieren, ich sauge doch so gerne und das in einer Kirche mit dem schönen Kirchengeruch, der Klosteraufenthalt fing schon mal gut an 😎

Morgens früh trafen wir uns aber im Andachtsraum, der liegt über der Kirche, direkt auf meiner Etage, wo ich das Zimmer habe. Ein schöner kleiner Raum, IMG_3474wo wir im Halbrund um Symbole herum sitzen und wo die Brüder wieder lesen, beten, singen. Und manchmal werden wir eingebunden in diese Dinge und lesen auch kleine Textstellen vor.IMG_3483 Das nachdenken darüber macht auch was mit einem, ich kann auch jetzt wieder nicht sagen was. Aber mir hat es gut getan. Das alleine zählt.

Nun ist meine letzte Nacht angebrochen, mir geht es wirklich unglaublich gut. Wie meinem Wandersmann, der mir heute schrieb, wie gut er sich fühlt. IMG_3525Ich befürchte, die Rückkehr in den Alltag wird uns beiden schwer fallen, ihm vielleicht sogar mehr als mir. Und alle Brüder und Mitbewohner waren sich einig, pilgern kann man nur alleine. Spirituelle Menschen tun sehr gut. Jedenfalls mir. Es tut gut, wenn man verstanden wird. Manchmal sogar ohne Worte.

Ich werde das Kloster vermissen, das weiß ich jetzt schon.IMG_3526

7 Gedanken zu „mein Klosterleben“

  1. Ich hatte mir das auch mal überlegt ins Kloster zu gehen für ein
    paar Tage, hatte aber Bedenken, dass bei all der Ruhe und ohne Ablenkung mich die Gedanken an meine Krankheit dann überkommen und es mir dann vielleicht nicht gut geht. Die Sorge habe ich sogar dann wenn es darum geht mal alleine in Urlaub zu fahren. Wenn ich denke so ganz alleine in einem Hotelzimmer würden mich dann düstere Gedanken wegen meiner Krankheit überfallen, das macht mir Angst.

    Mir hat die schlimme Erfahrung mit meinem Onko wirklich arg zugesetzt und ich wollte mich bei DIr nochmal herzlich für Deinen Beistand bedanken. Ich kann es immer noch nicht fassen, dass ich nur dafür, dass ich höflich auf einen Fehler hingewiesen habe, mir vorwerfen lassen musste, dass sich die Arzthelferinnen von mir terrorisiert fühlen. Dieses Wort hat der Onko wirklich verwendet. Ich muss mir immer wieder sagen, was Du mir geschrieben hast, dass ich nicht Schuld bin und mir nichts vorzuwerfen habe. Wenn Du mir das nicht geschrieben hättest, würde ich mich jetzt wie ein Schwerverbrecher fühlen und reumütig zu Kreuze kriechen, denn das Gefühl hat mir der Onko gegeben.

    Nochmal lieben Dank dafür.

    Lisa

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    1. Da kommt noch was ganz anderes hinzu, nämlich das Patienten mit Krebs sich in der Regel sowieso wenn nicht in Ausnahmesituationen so doch zumindest in schwierigen befinden und damit sollte JEDER Onkologe umgehen können. Selbst wenn ein Patient vollkommen austillt, muss der Doc ihn runter holen. Stell Dir vor die Eltern kriegen gesagt, ihr Kind habe Leukämie und dann müssen sie sich auch noch benehme oder was? Dein OnkoDoc sollte Wurstverkäufer werden, da braucht man keine Rücksicht nehmen auf die Befindlichkeit von den Kunden.
      Ich finde das Verhalten dieses OnkoDocs echt SCHRECKLICH!!!! Der muss doch wissen, wie er einen treffen kann. Naja, ich habe auch schon einiges erlebt. Früher habe ich meinen Mund gehalten, heute blöke ich direkt zurück. Es gibt so viele gute und nette Ärzte und Ärztinnen und auch Helferinnen, bei meinem Hausarzt ist das z.B. so, die sind echt alle richtig gut drauf. Bei meinem OnkoDoc auch, aber ich habe wirklich schon anderes kennen gelernt. Schrecklich sowas!
      Lass Dich bloss nicht fertig machen, das habe die nicht verdient!!

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  2. Genau das habe ich mir auch schon gedacht, dass er mich eigentlich
    in den Situationen, wo ich immer in Panik war beruhigen hätte müssen, aber er hat genau das Gegenteil gemacht. Genau da hat er mich immer
    agressiv angefahren. Ein Beispiel, da war ich in Panik wegen dem Rezidivverdacht und habe ihn aufgeregt gefragt, ob man nicht noch mehr bildgebende Verfahren anwenden könnte, da hat er total unfreundlich gesagt:“ Frau x, kommen Sie mal runter ! Sie sind nichts Besonderes, Sie sind eine ganz normale Mamma Karzinompatientin!“
    Darauf habe ich dann schockiert gesagt:“ Herr Dr. X Sie haben heute aber wieder einen harschen Ton drauf.“ Darauf hat er dann gesagt:“ mit Ihnen muss man manchmal so reden.“

    Dann ist mir noch was eingefallen, damals bevor er mich operiert hat.
    Ich hatte ihm gesagt wie wichtig mir ein Einzelzimmer ist und er hat gemeint er organisiert das. Dann hat er mich angerufen und gemeint
    er hätte jetzt den ganzen Tag rumtelefoniert nur damit ich mein Einzelzimmer bekomme und dass es leider nicht ginge. Ich habe ihn dann gefragt, ob dann eins auf der Privatstation möglich wäre. Darauf hat er gemeint, das ginge nicht auf der Station operiert zu werden wo die Kassenpatienten sind und danach auf der Privatstation zu liegen.
    Ich habe dann verzweifelt gesagt:“ aber ich bin ja bereit viel dazu zu zahlen.“
    Darauf hat er gesagt :“ Wissen Sie eigentlich was ich für die OP bezahlt bekomme ? 2OO Euro, dafür leg`ich mich nicht krumm.“

    Dann 1 Tag vor OP im Krankenhaus wegen Narkosebesprechung, habe ich dann im Sekreteriat nachgefragt warum ein Einzelzimmer nicht möglich ist. Die Sekretärin hat mich gefragt wer das behauptet und ich habe gesagt, mein Arzt. Darauf hat sie mir gesagt, dass ein Herr Dr. xy nie angerufen hat bei ihr und das jetzt 1 Tag vor OP kein Einzelzimmer für Kassenpatienten mehr möglich ist , aber auf der Privatstation schon. Darauf habe ich gesagt, dass mein Arzt behauptet hat auf der Privatstation wäre für mich als Kassenpatient nicht möglich. Darauf hat sie nur gesagt:“ das ist Quatsch , das sehen die Ärzte nur nicht gerne, weil sie bei der Visite dann ein paar Schritte mehr laufen müssen.

    Was ich auch schlimm finde ist, dass er mich wegen dem dass seine Arzthelferinnen ihm gesagt hätten, dass sie sich von mir terrorisiert fühlen einfach vorverurteilt, ohne sich vorher erstmal meine Seite anzuhören. Ich meine, dass ich mich nicht an ihn wenden konnte, als ich gesehen hatte, dass die die Spritze bei mir falsch angewendet haben, weil ich genau diese negative Reaktion von ihm befürchtet hatte, ist schon schlimm genug.
    Als ich letzte Woche nochmal hinmusste wegen einem Rezept, hat er getan als wäre nichts gewesen und Scherze gemacht . Dieses Spielchen ging eigentlich von Anfang an so und das Schlimme ist, dass er es geschafft hat mich mit seinem Charme immer wieder einzuwickeln und aus Angst davor, dass ich an einen noch schlimmeren Onkologen gerate, bin ich geblieben und habe mich so von Jahr zu Jahr weiter dahingeschleppt.
    Ich muss jetzt schaun, dass ich das noch vor unserem Urlaub in 3 Wochen aus meinem Kopf bekommen, denn darauf freue ich mich schon
    seit 1 Jahr und ich wollte endlich mal einen Urlaub seit der OP erleben wo ich nicht an den Krebs denken muss. Nach dem Urlaub suche ich mir dann eine neue Praxis und wenn ich in ein anderes Bundesland fahren muss um einen guten zu finden, das ist es mir dann wehrt.

    Entschuldige bitte, dass ich Dich jetzt nochmal damit zutexte, aber mein Lebensgefährte hat so gar keinen Kopf dafür im Moment und mir geht es richtig schlecht deswegen.

    Lieben Dank nochmal für Deine Unterstützung.

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    1. Liebe Lisa,
      das tut mir richtig in der Seele weh, was Du durchmachen musst und das schlimmste ist: UNNÖTIG WIE EIN KROPF weil der Typ einfach Scheiße ist. Sorry, aber das musste mal raus!!

      Selbst wenn Du unnötig nervös bist und kirre vor Angst und überreagierst, hat er so nicht zu reden! Und er lügt Dich an, aus Bequemlichkeit. Und das mit den 200 Euro finde ich unverschämt. UNVERSCHÄMT.

      Geh bloß weg von dem!! Du findest einen guten!! Frag mal die Dame da im Sekretariat. Die dürfen nix sagen, aber wenn Du sagst, dass Du verzweifelt bist und gar nicht mehr weiter weißt und ob sie nicht eine Adresse hätte… die wissen von anderen Patientinnen, wer gut ist. Frag die mal!

      Oder frage in der Apotheke, die hören ja auch viel von Patientinnen. Frag einfach, sag dass Du verzweifelt bist und jemanden brauchst, wo Du Dich aufgehoben fühlst. So habe ich das damals auch gemacht, als ich im EVK in Düsseldorf wie der letzte Dreck behandelt worden bin. Frag rum. Die, die mit Patientinnen in Kontakt kommen. Apotheke, Sekretärin, Sprechstundenhilfe von einem anderen Arzt, Du wirst was in Erfahrung bringen. Und dann hau den Mist aus dem Kopf, dieser Mann hat es nicht verdient, überhaupt noch beachtet zu werden.
      Ich wünsche Dir, dass Du drüber weg kommst, das ist ja schrecklich, was diese Monster in Weiß (und ich weiß aus Erfahrung, dass es wirklich gute Ärzte gibt!!) da alles lostreten!!
      Lass es Dir gut ergehen, ich bin bei meinem Wandersmann, der so ein komisches Leuchten im Gesicht hat… 😉 und ständig spanisch murmelt 😎

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  3. Lieben dank für Deine aufbauenden Worte. Ohne Dich hätte der es wirklich geschafft, dass ich denken würde, ich bin Schuld und wäre da noch weiter mit schlechtem Gewissen hingegangen , weil wenn alle dort gegen einen sind,( also seit die guten Arzthelferinnen dort weg sind, sind die verbliebenen ja auch gegen mich,denn die haben dem Arzt ja gesagt,sie würden sich von mir terrorisiert fühlen) dann glaubt man irgendwann automatisch man ist Schuld.
    Ich konzentriere mich jetzt nur noch auf die Urlaubsplanung für unseren heiß ersehnten Strandurlaub in 3 Wochen und danach werde ich Deinen Rat beherzigen und mich umhören um einen guten Onkologen zu finden.
    Genieße die Zeit mit Deinem Liebsten. Wenn man sich länger nicht gesehen hat ist man wieder wie frisch verliebt , gell ?

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