Familie, Klösterle, Liebe, Pilgern

klösterliche Pilgergedanken 😉

Pilgern und Kloster ist ja eigentlich was ganz anderes und doch hängt es zusammen. Ich mache mir Gedanken. Viele Gedanken. Was auch daran liegt, dass ich mal wieder einen Hörsturz habe (mal wieder hört sich schrecklich an, beim Arzt heute haben wir die Daten abgeglichen: 2002, 2006, 2010 und nun 2016, scheint ’ne regelmäßige Klamotte bei mir zu sein 😁) und das hat was mit Überforderung zu tun. Es hat was mit eigenen Zielen zu tun, die andere so gern durchkreuzen würden.

Respektvolle Autonomie, sagte mein Freund heute Abend zu mir am Telefon, das präge unsere Partnerschaft. Finde ich gut ausgedrückt. Nach all dem, was ich in den letzten Jahren erlebt habe, aushalten musste, krebsig gedacht, nach all dem geht es für mich auch gar nicht anders. Darum komme ich auch auf klösterliche Pilgergedanken 😉 weil wir uns lassen können. Ohne wären solche Erlebnisse gar nicht möglich.

Und dann das: Blitzschlag gestern, hinter einem Haus in der Nachbarschaft in den Garten. Blitz traf dort auf ein dickes Versorgungskabel von RWE, raste dort entlang in die Häuser und machte ganz viel kaputt. Fernseher, Fritz-Boxen, Computer, Lichtschalter, Lampen, Steuereinheiten und eine Heizung. Meine Heizung.

Bei mir geht sonst noch alles, Internet und Computer und Fernseher. Aber eben die Heizung nicht. Und mit ihr auch die Warmwasseraufbereitung.

YEAH. Back to the roots!! Nein, nix back, forward. Forward to my boyfriend 😛 der hat noch warm Wasser und gewährt mir Asyl 😎

Leben, Liebe, Pilgern

sein Pilgerweg

Hier war er gewesen, am Ende seines Pilgerweges, wir haben ihn alle am Bahnsteig empfangen, nach seiner langen Reise zu sich selber 😊

Das Ziel der Pilger im Außen:

Kathedrale-001

Das Ziel im Innen ist viel viel größer. Er hat so viel zu erzählen. Letzte Nacht ging es bis 3 Uhr. Boah. Ich sage Euch. Mal sehen, wie lange es heute dauert, müde gähn… 😊

 

 

Klösterle, Leben

mein Klosterleben

Meine Zeit im Kloster geht zu Ende IMG_3478und ich muss sagen, sie hat mich ungemein bereichert. Ich habe das Leben nochmal von einer ganz anderen Seite kennen gelernt. Ich habe mich und mein Leben mit Abstand gesehen und ich habe auch noch mal ganz anders über meine Erkrankung nachgedacht, nämlich so gut wie gar nicht. Nein, ich ignoriere sie nicht, das nun wirklich nicht, aber ich glaube, ich habe sie in mein Leben integriert. Sie ist ein Teil von mir. Sie hat mich zu der gemacht, die ich bin, ob das nun gut ist oder schlecht, einerlei. Ändern kann ich es eh nicht mehr.

Hier treffen sich in einem regelmäßigen Rhythmus die Brüder und beten miteinander, lesen vor, singen, manchmal auch gregorianisch, das macht was mit einem. IMG_3471Ich kann es nicht genau sagen, aber diese Regelmäßigkeit, dieses immer Wiederkehrende, auch wenn manch Gesprochenes für nichtkirchliche Ohren seltsam anmutet, aber es macht was mit einem und das fühlt sich gut an. Es ist so ein bisschen wie meditieren, nur anders 😎

Zum Kloster gehört auch eine kleine Kirche, die mir gut gefallen hat. Jetzt nichts besonderes, aber ich liebe den Geruch von Kirchen, ich weiß gar nicht, wonach es riecht, aber ich mag es. IMG_3501Und überall Symbole, deren Sinn ich leider nicht kenne, aus alten Zeiten, ich kann mich nicht satt sehen daran. Diese Kirche habe ich an meinem ersten „Arbeitstag“ geputzt, gesaugt, ich war in meinem Element 😜 das war eine wundervolle Arbeit, wie meditieren, ich sauge doch so gerne und das in einer Kirche mit dem schönen Kirchengeruch, der Klosteraufenthalt fing schon mal gut an 😎

Morgens früh trafen wir uns aber im Andachtsraum, der liegt über der Kirche, direkt auf meiner Etage, wo ich das Zimmer habe. Ein schöner kleiner Raum, IMG_3474wo wir im Halbrund um Symbole herum sitzen und wo die Brüder wieder lesen, beten, singen. Und manchmal werden wir eingebunden in diese Dinge und lesen auch kleine Textstellen vor.IMG_3483 Das nachdenken darüber macht auch was mit einem, ich kann auch jetzt wieder nicht sagen was. Aber mir hat es gut getan. Das alleine zählt.

Nun ist meine letzte Nacht angebrochen, mir geht es wirklich unglaublich gut. Wie meinem Wandersmann, der mir heute schrieb, wie gut er sich fühlt. IMG_3525Ich befürchte, die Rückkehr in den Alltag wird uns beiden schwer fallen, ihm vielleicht sogar mehr als mir. Und alle Brüder und Mitbewohner waren sich einig, pilgern kann man nur alleine. Spirituelle Menschen tun sehr gut. Jedenfalls mir. Es tut gut, wenn man verstanden wird. Manchmal sogar ohne Worte.

Ich werde das Kloster vermissen, das weiß ich jetzt schon.IMG_3526

Klösterle, Leben, Liebe

Ohooooh 😍

Mein allerliebster geliebter Wandersmann hat sich gemeldet, er ist 20 Kilometer vor Santiago de Compostela und alles ist gut!! Ich saß im stillen Klosterzimmer und dachte nach über Gott und die Welt, wie man das im Kloster halt so macht 😋 und dann piepte plötzlich mein Handy und seither geht es mir nur noch gut 😎😎IMG_3391
Heute der Tag war mit interessanten theologischen Diskussionen, ich glaube, das wäre auch was für mich gewesen, Theologie. Im Ernst jetzt, den ganzen Tag debattieren über alten Schriften, wer könnte was wie gemeint haben… 😇