Leben

therapeutisches Kochen

Ich versuche mich in begreifen. Es fällt mir schwer. Meine Gedanken kreisen um Babs, dass ich nie wieder etwas von ihr lesen werde, dass sie fortgegangen ist. Sie kreisen um das kleine Mäntelchen von meinem kleinen Hund, was im Flur hängt und was ich nicht abhängen kann. Muxi fehlt mir so. Ich vermisse ihn unendlich.

Nein, so richtig begreifen kann ich das alles nicht. Erklären. Ja klar. Aber begreifen? Nein, begreifen geht nicht.

Ich weiß, dass Hunde soundso alt werden, ich weiß, dass Krebs tödlich enden kann. Letztendlich endet jedes Leben tödlich. Das wissen wir alle. Und doch, wenn es soweit ist, dann ist es unbegreiflich.

Jedenfalls für mich.

Ich habe eine Leidenschaft, das Kochen. Ich koche für mein Leben gerne, es ist für mich wie meditieren, in der Küche hantieren, Gemüse schnippeln, Fleisch (natürlich artgerecht!!) anbraten, heute ist mein neuer Bräter gekommen, den ich bestellt hatte, ich liebe es einfach, den Umgang mit Lebensmitteln. Da kann ich abschalten. Da bin ich bei mir.

Ich koche dieser Tage viel, es ist wie therapeutisches Kochen, ich versuche zu begreifen. Damit ich damit leben kann. Mit dem Verlust.

Als ich meine Krebsdiagnose bekam, als ich alle möglichen Untersuchungen über mich ergehen lassen musste, als mir nach und nach die Ergebnisse mitgeteilt wurden (ich hatte damals absolut keine Ahnung, was das bedeutete), da habe ich mich daran festgehalten: egal was passiert, egal, was sie dir sagen, du wirst nicht tot umfallen, du wirst nach Hause fahren und heute abend mit deinem Muxi auf dem Sofa gemeinsam die Nachrichten schauen.

So war es. Und das hat mich aufrecht gehalten.

Und jetzt fehlt er mir.

Mein Muxi.

aMixi

7 Gedanken zu „therapeutisches Kochen“

  1. Ich kann Deine Gedanken sehr gut nachvollziehen. Kaum zu begreifen, dass
    Babs nun schon seit 1 Woche nicht mehr lebt. Wie schnell die Zeit davonläuft .
    Auch wenn man weiß, dass wir alle sterben müssen und keiner, wirklich keiner
    weiß wann, und es für jeden schon morgen zu Ende sein kann, ist es doch
    nicht wirklich zu begreifen. Manchmal beneide ich Tiere darum, dass sie
    wahrscheinlich nicht wissen, dass ihr Leben endlich ist und sie deshalb
    solche Gedanken nicht belasten können. Aber wer weiß schon wirklich was
    Tiere alles denken .

    Was hast Du denn feines gekocht, wenn ich fragen darf ?
    Koche und esse auch für mein Leben gern. Ich glaube, dass ist
    sogar das was mir am meisten Lebensfreude gibt, neben meinem
    Liebsten natürlich.

    LG

    Lisa

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  2. Du, fühl mal genau hin und dann wirst du fühlen, dass Muxi immer noch an deiner Seite ist, davon bin ich überzeugt und auch Freundschaft endet nicht mit dem Tod… Ich schick‘ dir eine warme Umarmung, von Herzen… die Nelly ❤

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  3. ach jaaaa. das Begreifen….das ist ein elend langer Prozess….Babs fehlt, an vielen Ecken. Kochen ist toll, schön dass Du es für Dich nutzen kannst. Ich glaube so was brauche ich auch…wobei mir das Schreiben aktuell hilft. Namaste Katinka

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