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was für ein Glück kann Regen sein ;-)

Mein Freund hat Großes vor, ich sage nur „Ich bin dann mal weg“ 😉 jedenfalls hat er sich Wanderschuhe und einen Rucksack gekauft und das musste nun eingelaufen werden. Ich wandere doch echt gerne, habe auch gute Wanderschuhe und -stiefel, das trifft sich also gut und so sind wir fröhlich los gelaufen. Im Internet gibt es genug Routen und wir haben uns für’s erste einen Wanderweg durch Gerresheim und das Rotthäuser Bachtal ausgesucht.

Gesagt getan gelaufen, es war sehr schön, das Wetter spielte weitgehend mit, nur am Ende regnete es und ich sage jetzt: was für ein Glück!

Denn: ich habe beim x-tem Male aus- und anziehen meiner Jacke offensichtlich das Handy verloren und als wir am Auto ankamen, wurde ich kreidebleich, 350 Euronen hinfort… mir wurde schwummering… ohjeee… 😦

Doch der Wandersmann mit den neuen Schuhen und dem neuen Rucksack bewahrte die Ruhe, griff nach seinem Handy, rief die Ortungsfunktion auf… tipptipptipp… ein Lächeln glitt über sein Gesicht, wir ins Auto, zu dem Bauernhof gefahren, wo es liegen sollte…

…UND DA LAG ES!! Rot leuchtend (ich habe eine rote Hülle) mitten im Matsch und ich bin mir sicher, bei strahlendem Sonnenschein wäre es weg gewesen. Wenn ich Glück gehabt hätte bei einem ehrlichen Finder, aber so war ich doch erleichtert, und es funktionierte noch, bisschen dreckig, aber sonst nix dran.

Hier habe ich es noch

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in der Hand, denn ich habe meiner Schwester ein Bild von dem schicken Wandersmann nach Jordanien gekikt (so heißt das in der Internetfachsprache 😉 ), wo sie derzeit durch die Felsenstadt Petra läuft (übrigens bei sonnigstem Sommerwetter), das Internet ist schon klasse irgendwie. Man schickt sich Bilder durch die halbe Welt, findet Handys im Matsch und lässt die Welt daran teilhaben 😉

Ich wünsche Euch einen schönen Sonntag!
OHNE: Matsch und verlorene Handys 😉

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Stille

Die Nachrichten sind voll davon, die sozialen Medien quillen über: 4U9525. Tiefe Trauer bei vielen Menschen, Anteilnahme. Wie geht man damit um? Wie können die Angehörigen bloß damit weiter leben? Wie lebt man damit weiter, wenn das Leben von jetzt auf gleich zerplatzt?

Ich habe vor einigen Jahren mit Polizisten zusammen einen Lehrgang besucht, da ging es auch um die Überbringung von Todesnachrichten. Das ist nicht mein Job, aber ich musste eine Kurseinheit nachholen und es war nur noch ein Platz bei der Polizei frei, so kann es manchmal gehen im Leben.

Seither ist in meinem Leben viel passiert, auch mein Leben hat sich grundlegend geändert, es ist nicht zerplatzt, es ist nur… anders geworden. Und ich habe gelernt, wie es sich anfühlt, wenn man nicht weiß, ob man überlebt.

Mit 6 Jahren hatte ich das bereits schon einmal, ich gehöre zu den wenigen Menschen, die fortgeschrittenen Wundstarrkrampf überlebt haben. Ich konnte kaum noch atmen, lag zu Hause transportunfähig in einem abgedunkelten Raum, neben mir unser Dorfarzt, der Pferdeserum dabei hatte, immer, da er auch die Pferde der Bauern behandelte, denn bei denen ist das nicht selten und sie überleben fast immer.

Menschen nicht. Ich habe überlebt. Dank des Pferdeserums. Dank des Arztes. Dank des Himmels und der Sterne und Dank von was weiß ich noch, aber ich habe überlebt. Bin davon gekommen.

Im letzten Seminar (der Supervision) sprach ich über die Reaktion der Menschen, wenn sie von meinem Krebs erfahren. Stille. Der eigene Tod rückt in greifbare Nähe und manchmal meine ich, es mag deshalb darüber keiner reden, fast so, als würde es wahr, dass man sterben muss, wenn man es doch tut, das Wort Krebs in den Mund nehmen oder gar Tod.

Und dann steht man am Flughafen und das Leben, was man bisher gelebt hat, endet. Der Mensch, der einem wichtig war, den man abholen wollten, auf den man sich freute, mit dem man Pläne hatte… kommt nicht mehr.

Wie klein werden die Alltagssorgen.

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gemeinsamer Weg

Dies ist unser Seminarraum, in dem ich die letzten Tage war, mit mir sehr wichtigen Menschen, mit denen ich vor vielen Jahren eine Ausbildung gemeinsam gemacht habe. Dazu ein wenig Theorie:

Die Institution der Sozialen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner des Landes NRW – kurz „SAP“ –  wurde im Oktober 1986 vom damaligen Innenminister Herbert Schnoor ins Leben gerufen. Gesetzliche Grundlage war ein Grundsatzerlass des Innenministeriums. Zunächst gab es die SAP in den Dienststellen der Polizei, da die persönliche Belastung der dortigen Beschäftigten wegen der oft extremen Konfrontation mit Leid und Gewalt besonders hoch war – und immer noch ist.

Ursprünglich ging es um die präventive Alkohol- und Suchtberatung, mittlerweile geht es um die große Spannbreite psychosozialer Probleme. Ob Mobbing, Liebeskummer oder Überschuldung, die Überbringung von Todesnachrichten nach Unfällen, Spielsucht, Probleme mit Vorgesetzten, Kollegen, eigene schwere Erkrankungen oder in der Familie… in jedem Fall stehen wir SAP während der Dienstzeit eigenständig und weisungsungebunden unseren Kolleginnen und Kollegen für ein Gespräch zur Verfügung. Wir unterliegen dabei natürlich der Verschwiegenheitspflicht.

2001 beschrieb der damalige Innenminister Fritz Behrens in seiner Rede zum 15jährigen Bestehen dieser Institution unsere Aufgabe folgendermaßen: „Jeder kann in eine Lage kommen, in der er Rat und Hilfe benötigt und wir alle wissen, dass die Sorgen manchmal so groß sind, dass sie sich auch auf das gesamte Arbeitsumfeld auswirken können. An dieser Stelle ist die ‚Hilfe zur Selbsthilfe‘ durch die Sozialen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner von unschätzbarem Wert, sowohl für den einzelnen als auch für das Miteinander in der Behörde insgesamt“.

Ich bin seit 2001 dabei, d.h. heute nur noch eingeschränkt, Krebs ist Krebs ist Krebs, doch in meiner Behörde gibt es noch weitere gute Leute, die das können. Ich bin nur noch für den Part der schweren Erkrankung zuständig, ich hoffe für uns alle, dass dies so gut wie nicht gebraucht wird, aber wenn, dann bin ich halt da. Irgendwie ist es leichter, wenn man mit jemandem spricht, der das kennt, wie Selbsthilfegruppe sozusagen.

Wie auch immer, wir hatten jetzt Supervision. Bei einer Kinder- und Jugendtherapeutin, das war mal wieder sooooooo klasse, unsere Gruppe, wir kennen uns seit 2001, ist für mich wie ein psychologischer Heimathafen 😉 ich mag es nicht missen, es bringt mich weiter, das sagt jeder, der da mitmacht. Wir kennen uns schon so lange, wir kennen und wissen so viel voneinander und wir haben so vieles gemeinsam erlebt.

Das waren also meine letzten Tage und natürlich war auch der Krebs ein Thema. Und ich habe wieder gemerkt, wie gerne ich lebe. Wie wertvoll das Leben ist.

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Das Leben beginnt hinter dem Zaun

Einfach eine wunderbare Wahrheit, liebe GlatziMaxi, Du sprichst mir aus der Seele, ich reblogge Dich, weil ich Deine Worte so schön finde, sie leuchten! Danke für dieses Leuchten!

Wachsen lassen.

hand-in-hand

Ich hab ein kleines Kästchen unter meinem Bett. Dort liegt es den ganzen Tag. Mein Kopf schließt es ab und denkt nicht mehr daran. Aber abends, wenn ich mich schlafen lege, dann gibt der Kopf den Schlüssel an das Unterbewusstsein ab. Und das Unterbewusstsein ist ein Idiot. Das wartet genau den richtigen Moment ab: wenn es dunkel ist und mich nichts ablenkt, dann schließt es das Kästchen auf. Und das Kästchen ist voller Angst. Eigentlich ist Angst etwas so dummes, dass sie es gar nicht verdient hat, dass ich hier darüber schreibe. Aber das ist ja so oft so: wenn etwas schlecht oder gemein oder einfach nur zum aufregen ist, dann bekommt das viel mehr Aufmerksamkeit, als es eigentlich wert ist. Angst ist hinterlistig. Sie kündigt sich gar nicht an, sondern erwürgt einen hinterrücks. Ich habe vor vielen Dingen Angst: dass der Krebs wiederkommt; dass ich es nicht merke, wenn…

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das Geschenk der Ungewissheit

Der erste sonnige Sonntag in Düsseldorf und alles war auf den Beinen. Wir auch, schließlich hatten wir einen Jahrestag zu feiern 😉 wir wollten Eis essen gehen, aber das ist uns am Rhein nicht gelungen. Also dachten wir, marschieren wir etwas weiter Richtung Innenstadt, aber auch da waren die Schlangen eine halbe Stunde Wartezeit lang:

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So betrachteten wir die Drachen, die am anderen Rheinufer in der Luft schwebten:

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und einen ganz mutigen Wasserartisten, der immer da, wo die meisten Menschen standen, schnelle Pirouetten drehte 😉

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sowie zwei Erpel, die sich wohl bald auf die Suche nach Gefährtinnen machen 😉

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und dann konnte ich von weitem noch mein Büro sehen 😉

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Es war ein schöner Tag. Eis gegessen haben wir auch noch, allerdings bei meinem Freund um die Ecke, und auch da musste man warten, allerdings nicht so lange wie am Rhein, doch der Eiscafebesitzter strahlte mit der Sonne um die Wette, seine Einnahmen waren bestimmt großartig 😉

Ein schöner sonniger Tag. Wir sprachen darüber, dass wir nun ein Jahr zusammen sind. Wir sprachen über dieses Jahr und über die nicht immer leichten Jahre davor. Und wir sprachen über unsere Dankbarkeit, dass es so ist, wie es ist. Und wir sprachen über Krebs.

Krebs verändert die Sicht auf das Leben. Vorher lebte man in dieser wunderschönen Ungewissheit. In der jeder lebt, denn keiner weiß, was morgen passiert. Täglich lesen wir von Unfällen, glauben wir wirklich alle, es träfe uns nicht? Wir wissen es nicht und das ist gut so.

Mit der Krebsdiagnose gerät diese Ungewissheit ins Wanken. Wenn wir Glück haben und eine Chance auf Heilung, dann haben wir auch wieder eine Chance auf diese Ungewissheit. Mit einer veränderten Sicht auf die Dinge, aber eben auch mit einer neuen Chance. Haben wir weniger Glück, wird diese Ungewissheit wohl nie mehr zurück kehren.

Das Glück ist fragil geworden. Aber umso schöner. Mein Glück jedenfalls. Ich habe schwere Zeiten hinter mir, 2010 bin ich Witwe geworden, ein Jahr vor dem Krebs, und die letzten Jahre vor Hajos Tod waren manchmal alles andere als leicht. Er hat wirklich sehr gelitten. Das war manchmal furchtbar.

Dann kam mein Krebs. Dann kam die Therapie dagegen. Ich habe mich allem gestellt. Ich habe die Ungewissheit wanken lassen und das erste Mal in meinem Leben bemerkt, wie schön sie doch ist. Wie schön es ist, nicht wissen zu müssen. Nun musste ich wissen. Ich wurde in Apparate geschoben und die Möglichkeit einer schlechteren Prognose in Aussicht gestellt. Das bewahrheitete sich nicht, die Ungewissheit wurde wieder ein wenig steter in ihren Bewegungen.

Als mein Professor alle Diagnosen in Händen hielt, wusste, um was für einen Tumor es sich handelte und die Vorschläge der Tumorkonferenz gelesen hatte, meinte er lächelnd zu mir „man muss auch mal Glück haben“ und ich weiß erst heute so richtig, was das für mich bedeutet hat.

Ich hatte wieder eine Chance auf das Geschenk der Ungewissheit.

Und das allererste Mal in meinem Leben habe ich gesagt: Ich will leben!

Vorher war das alles selbstverständlich. Heute ist es ein Geschenk. Mein Lebensgeschenk.

Es ging mir besser, nicht nur körperlich, auch seelisch. Ich suchte mir ja schon sehr schnell eine Psychoonkologin. Eine meiner besten Entscheidungen!!

Und vor anderthalb Jahren, ich lebte ganz alleine in meinem großen Haus, fasste ich Mut. Ich war nun 54 Jahre alt, ich habe schwere Zeiten hinter mir, ich habe mich dem Krebs gestellt, ich wollte sogar wieder arbeiten gehen, ich war wieder glücklich mit meinem Leben. Und ich hatte den Mut zu sagen, ja, ich möchte in einer Partnerschaft leben. Ich möchte das. Das ist mein Wunsch.

Was macht man, wenn man sich was wünscht? Man spricht es zunächst aus. Ich wünsche mir … ein Stück Schokolade 😉 nur dass meine Schokolade zwei Beine haben sollte und männlich sein und nett und irgendwie so 😉 Ja und nun?

Mein Mut meldete sich wieder und so erschien Ende 2013 im Zeitmagazin folgende Anzeige:

wirklicher Partner – Ich bin 54, liebe mein Leben, ich liebe Weihnachtsbäume und Bücher. Ich liebe meine Familie, ich bin gesund, war schwer krank, ich bin verwitwet. Ich rauche nicht, trinke wenig, esse gerne, koche noch lieber und schlafe mit meinem Hund in einem Bett. Und nun suche ich einen Mann, der dazu passt. Der Hunde mag und das Leben, der gerne redet und zuhört und seine Mutter mag. Und Weihnachten und den Orient und mich.

Und mir schrieb ein Mann. Dass er gar nicht sucht. Dass er die Zeit nicht liest, aber von seinem Freund ein Exemplar mitgenommen hat. Dass er die Anzeigen im Zeitmagazin wirklich noch nie gelesen hat, aber diese eine ihm warum auch immer aufgefallen ist. Dass ihn meine Worte berührt haben und er mir Glück wünscht.

Darüber habe ich mich sehr gefreut.

Und ich bekam einen Brief von einer Frau, die schon lange glücklich verheiratet ist, die sich aber auch von meinem Worten angesprochen fühlte und mir Glück wünschte. Beiden antwortete ich und bedankte mich für die netten Zeilen.

Ich fühlte mich gut. Ich habe meinen Wunsch ausgesprochen und mir haben zwei nette Menschen Glück gewünscht und nun kann doch wirklich nichts mehr schief gehen… und dann antwortete mir der Glückwunschmann wieder und ich antwortete wieder und er antwortete wieder und ich…

…habe mich am 24. Februar 2014 am Telefon in Hamburg in seine Stimme verliebt und am 8. März haben wir uns das erste mal getroffen, nach Zillionen eMails und Trillionen Telefonanten und da stand er vor mir: mein Schokoladenmann!

12 Kilometer wohnen wir auseinander, ey Leute, da hat doch jemand dran gedreht 😉 das kann mir doch keiner erzählen 😉

Wir sind glücklich, dass wir uns haben. Wir sind dankbar, nach all den Wirrungen und Irrungen und nach all der Schwere ein neues Glück leben zu dürfen.

Ich bin dankbar für das Glück bei meinen Diagnosen. Möge es mir erhalten bleiben. Ich bin dankbar für den Mut meiner Suche nach dem Schokoladenmann 😉 Ich bin dankbar für seine Antwort. Ich bin dankbar für das kleine bisschen Ungewissheit, was mir erhalten geblieben ist und dass ich da meinen Wunsch nach Leben entgegensetzen konnte. Und meinen Wunsch nach Liebe.

Wie bin ich eigentlich auf all das gekommen? Ach ja, wir wollten Eis essen gehen… 😉

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neue Nebenwirkungen

Statt Anastrotzol nehme ich doch jetzt Exemestan, und wenn man sich das antut und nach dem Zeug googelt, dann stellt man zufrieden fest, dass es hochwirksam zu sein scheint. Na prima. Das freut mich doch sehr. Wie alles im Leben kriegt man den Erfolg nicht umsonst, bei Medizin heißt das Nebenwirkungen. Ich musste umsteigen, weil ich die Knochenschmerzen nicht mehr aushalten konnte. Sie wurden immer unerträglicher. Mein Onkologe empfahl mir dann dieses Exemestan, damit hätte er bei seinen Patientinnen gute Erfahrungen gemacht. Nun hat er eine gute Erfahrung mehr. Die Schmerzen sind nicht weg, nein, aber sie sind so viel weniger, dass ich geneigt bin, sie gar nicht zu merken 😉 naja, sagen wir so, es fühlt sich an, als sei ich am Ende von einem leichten Hexenschuss 😉

Damit kann ich leben.

Aber wie das so ist im Leben, ist es natürlich nicht bei dem leichten Hexenschussende geblieben 😉 neinnein, so einfach geht das nicht 😉 meine Haut ist zuweilen wie Schmirgelpapier und meine Fingernägel brechen ab, aber sowas von voll ab, aber sowas von direkt voll ab… boah! Echt jetzt, das ist nun kein Weltuntergang, aber es ist ÄTZEND.

Immer noch besser als kaum laufen können.

So kann ich also wieder laufen, ein wenig hexenschussgeplagt, der Verbrauch an Schutzlack ist enorm gestiegen, der von Gesichtscreme auch… aber was hilft es, jammern bringt nix, tut manchmal gut, aber dann geht das Leben auch schon weiter. Und wenn man auf meinen befreundeten Blogs so liest, was andere Frauen aushalten müssen, wenn härtere Therapien nötig sind, dann ist man geneigt zu sagen kauf dir deinen Schutzlack und halt die Klappe…

In diesem Sinne einen schönen Samstag!