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Sommer und Winter und was kommt und was geht

Wir haben Winter und mein Vater hatte ein paar Tage Sommer 😉 er war mit meiner Schwester und ihrer Familie im Oman. Dort muss es wunderschön sein. Ich will auch mal in den Oman. Unbedingt.

Vater. Sein erstes Weihnachtsfest ohne Mutter, nach 56 Jahren. Wir haben ihn zu dem Flug auch nicht lange überreden müssen. Er wollte weg. Wollte nicht in Deutschland sein. Musste loslassen. Konnte es kaum. Dann besser im Orient.

Und mein erstes Weihnachtsfest mit meinem Freund. Ein neuer Lebensabschnitt. Ungewohnt aber schön. Alle Untersuchungen lagen hinter mir, alles war gut, wir konnten entspannt Weihnachten feiern.

Was war dieses Jahr noch? Ich habe mein Haus verschenkt. Ich bewohne nur noch eine Etage, habe mich verkleinert, habe endgültig von einigen Dingen Abschied genommen. Habe mich entschlossen, die oberen Etagen zu vermieten. Ich habe wieder angefangen zu arbeiten. Und ich habe festgestellt, wie gut mir meine Arbeit tut, wie gerne ich dort bin, wie wohl ich mich fühle. Meine Teildienstfähigkeit ist entschieden, ich werde im neuen Jahr offiziell nicht mehr voll arbeiten. Das hat die Wiedereingliederung ergeben, Vollzeit geht nicht mehr. Und ich habe endgültig einen Telearbeitsplatz bekommen. Das ist jetzt alles in trockenen Tüchern. Geregelt. Unter Dach und Fach. Der Bescheid ist raus und somit ist das Thema abgearbeitet. Es hilft mir, mit meinem Alltag klar zu kommen, ihn ohne große Probleme zu regeln.

Mein Alltag. Zu dem nun ein „neuer“ Mann gehört, auch wenn wir beide zusammen schlappe 115 Jahre alt sind 😉 aber das ist ganz schön neu für mich. Neu aber schön. Ungewohnt. Unverhofft. Gewollt. Wir bringen unsere Geschichten mit, nicht immer schöne, aber so ist das im Leben. Doch wir denken an eine gemeinsame Zukunft und das ist schön.

Das Thema Zukunft hat wieder Raum eingenommen, auch wenn es ein Raum ist, der nach/mit einer Krebserkrankung immer Unsicherheit mit sich bringt. Nach einer oder mit einer Krebserkrankung sieht man vieles anders. Mir ist klar geworden, dass das Leben endlich ist. Das hört sich jetzt gaga an, denn das war es ja vorher auch schon. Doch jetzt habe ich es begriffen, um es mal so zu sagen. Und diese Endlichkeit hat ihren Schrecken verloren. Sie war immer da. Aber seit ich sie nicht mehr verdränge, geht es mir besser.

Ich wünsche mir noch viele viele Jahre mit meinem Freund, ich wünsche mir gemeinsame Erlebnisse, Reisen, Nächte und Tage, Wochen und Monate, Jahre und Jahrzehnte gar. Was kommen wird wissen wir nicht, aber ich weiß, dass es heute schön ist, dass es mir heute gut geht. Und ich weiß, dass Zukunft wieder eine Option ist.

Jetzt freue ich mich ganz profan auf ein Fondue mit zwei Männern 😉 die beide den gleichen Vornamen haben. Den einen kenne ich seit 55 Jahren, den anderen noch nicht ganz so lange 😉 Der eine hat mich in den Schlaf gesungen, der andere sollte das besser nicht tun 😉 Teekesselchen, aber ich glaube, Ihr ahnt, was ich damit meine 😉

Ihr Lieben, rutscht gut, wo immer Ihr seid!!

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Winterwunderland

 

dsci0040So sieht es derzeit bei mir aus, einfach herrlich!! Ich liebe Sonne und Schnee und ich liebe die Hundespaziergänge. Mein kleines Mexlein kriegt im Schnee immer gute Laune und rennt mit sich selber um die Wette, das sehe ich zu gerne.

Nun ist dieses Jahr bald um, was mir so viel Neues gebracht hat. Und so viel Schönes! Und wie es ausschaut, werde ich das neue Jahr ebenso gemütlich und besinnlich begrüßen, wie ich Weihnachten gefeiert habe, nach gefühlten 100 Jahren mal wieder in der Stadt!!

Ich wünsche Euch Allen einen schönen Übergang und für 2015 alles Gute!

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Fröhliche Weihnachten

Liebe BlogleserInnen, ich wünsche Euch allen fröhliche Weihnachten und egal, ob Ihr es nun feiert oder nicht, es möge Euch gut gehen!! Ich selber sitze etwas angeschlagen im Bett (meine Magen-Darm-Geschichte ist wieder aufgeflammt und hat mich etwas beeinträchtigt) und denke über den Adventskalender von Babsblogsberg nach. Über das 24. Türchen, hinter dem die Liebe wohnt.

Die letzte Ausgabe von DER SPIEGEL berichtete über die „Geburt Gottes“ und wem es vorher nicht schon klar war, spätestens jetzt muss man einräumen, dass alles nicht so gewesen ist, wie es uns seit Jahrhunderten verkündet wird. Ich empfehle die Bücher von Uta Ranke-Heinemann „Eunuchen für das Himmelreich“ und „Nein und Amen“. Hartgesottene Katholen werden Herzflimmern bekommen, aber was wir da immer aufgetischt bekommen haben, was gar Dogmen sind, alles Humbuk. Da hilft kein Vaterunser und der Rosenkranz schon mal gar nicht. Vieles ist schlicht gelogen und wird auch durch ewiges Wiederholen nicht wahrer.

Die Kirche kannte im übrigen die ersten drei Jahrhunderte nach Christi das Datum der Geburt von Jesus nicht. Und im 4. Jahrhundert entbrannte dann eine Diskussion über diesen Tag. Einige schlugen den 6. Januar vor, den Tag des Koreion, an dem die Jungfrau Kore in Alexandria Aion – die mystische Darstellung der Geburt der neuen Sonne – gebar. Heute heißt der Tag Epiphanias, die griechisch-orthodoxe Kirche feiert Weihnachten noch immer zu diesem Zeitpunkt.

Der Klerus in Rom bevorzugte das Mittwinterfest des Mithraskultes. Mithra war für die alten persischen Magier der Gott des Lichtes. Licht wurde von der Luft getragen und darum nahm man an, Mithra wohne zwischen Himmel und Erde. In der Mythologie der Magier ist Mithra aus einem Felsen geboren. Hirten haben das Wunder gesehen und beobachtet, wie er sich fast nackt aus dem Felsen rang, bekleidet war er lediglich mit der Phrygermütze (die Mithra), außerdem hatte er eine Fackel, um die Finsternis zu erleuchten. Die Hirten kamen, um das göttliche Kind anzubeten. Erinnert doch alles irgendwie an die heiligen drei Könige.

Kaiser Aurelius nun vermischte dieses Mittwinterfest mit dem griechischen Sonnenfest der Helia und nannte es “Geburtstag der unbesiegten Sonnen”. An diesem Tag, dem 25. Dezember, wurden auch andere Götter geboren: Attis, Dionysos, Osiris, der syrische Baal und viele andere Versionen des Sonnengottes. Man nannte sie Sonne der Gerechtigkeit, Licht der Welt oder auch Erlöser.

Die meisten heidnischen Mysterienkulte feierten die Geburt des göttlichen Kindes zur Wintersonnenwende. In Nordeuropa feierte die Menschen den Geburtstag ihres Herrn Freyr am dunkelsten Tag des Jahres, dem Julfest – wenn wir da nicht an IKEA denken ;-). Die Nacht der Geburt, der “Heilige Abend”, hieß Modranect (lateinisch matrum nox), Nacht der Mutter. Viele Kinder wurden dort geboren, Rhiannon gebiert ihren Sohn Pryderi, durch Isis wird Horus wieder geboren, Demeter bekommt ihre heilige Tochter Persephone, die Erdgöttin schenkt Dionysos das Leben, und in Japan kommt Amaterasu aus ihrer Höhle.

Jedenfalls setzte im Jahre 353 Papst Liberius die Geburt Jesu dann auf den 25. Dezember fest. In Rom wurde damals das Christentum zur Staatsreligion erklärt und in einem Aufwasch alle Festtage des heidnischen Kultes umgewandelt in christliche Feste. Der so entstandene christliche Weihnachtskult umfasste damit auch das heidnische Fest der Wintersonnenwende und das Fest des Aion. Die Kirche wählte ganz bewusst die Datierung des Geburtstermins von Jesus als Ersatz für den heidnischen Kalender.

Bräuche wie Weihnachtsbäume, Geschenke, Mistelzweige, Kerzen, Stechpalmensträucher, Lieder und Feiern waren alle heidnisch. Sie stammten aus der Verehrung der Göttin als Mutter des göttlichen Kindes.

Weihnachtsbäume kamen von den Pinienhainen, die nahe bei den Tempeln der Göttin lagen. Priester schnitten in der Nacht vor dem Heiligen Abend eine der heiligen Pinien, schmückten sie und trugen sie in den Tempel. Daran wurde das Bild des Attis aufgehangen. Attis ist ein Sohn der irdischen Inkarnation der Göttin, er war ein “Gott ohne Vater”, der Sohn der Jungfrau, er begleitete Kybele, die Große Mutter der Göttin, von Kleinasien nach Rom. Der Attiskult beeinflusste das frühe Christentum sehr stark, was an der “jungfräulichen Geburt” des Christus zu erkennen ist.

Doch die Feiern der Weihnachtszeit blieben heidnisch, so dass viele Kirchenmänner verbittert diese “fleischliche Extravaganz und Ausgelassenheit” beklagten. Die Puritaner in Massachusetts versuchten sogar, das Weihnachtsfest ganz abzuschaffen, was ihnen natürlich nicht gelang.

Neben vielen anderen Bräuchen, die mit dem Weihnachtsfest verbunden waren, gab es einige, die für heidnische Festtage typisch waren und die mir meine Großmutter selber noch erzählt hat, nämlich dass um Mitternacht des Heiligen Abends Tiere menschliche Worte sprechen.

Weihnachten ist für mich ein Mysterium. Ich liebe Weihnachten. Und ich spüre, da ist was. Etwas, was Licht und Freude bringt. Und was mit unbefleckter Empfängnis nicht das geringste zu tun hat

Da komme ich zurück zu Babsblogs 24. Türchen, wo die Liebe wohnt. Wenn wir uns die Geschichte nun anschauen, wie es zu dem 24. Dezember kam, dann hat das doch immer mit Licht zu tun, das Kind des Lichts wird geboren, die Dunkelheit verschwindet, die Finsternis wird erleuchtet. Wir haben daraus das „Fest der Liebe“ gemacht und das ist es auch, was ich fühle an diesem Tag, denn ich fühle mich aufgehoben im Kreis meiner Familie, auch wenn viele von ihnen gar nicht mehr leben.

Weihnachten ist für mich eng mit meiner Großmutter verbunden, väterlicherseits, die mein emotionales Überleben garantierte, die mir Stütze war und Halt. Großmutter war eine sehr einfache Frau, alles andere als gebildet, aber sie hatte Herzensbildung, und sie liebte mich, so wie ich war. Ihr war ich genug, mir fehlte nichts, ich war richtig. Bei ihr fühlte ich mich ganz.

Und an Weihnachten sind alle noch mal hier, um das Bäumchen versammelt, niemand kann sie sehen, aber sie sind in mir. Meine Oma, mein Opa, meinte Tante, auch meine Eltern, obwohl ich da kaum Erinnerungen dran habe.

An Heiligabend waren mein Freund und ich zusammen, wir haben es uns gemütlich gemacht und ich habe ihm Fotos von meiner Familie gezeigt. Morgens war ich bei meiner Schutzengelchenfreundin und ihrem Mann Frühstücken, es war wirklich ein schöner Tag. Und da hat Babsblogsberg Recht, beisammen sein mit den Menschen, die man liebt, die man mag, wo man sich aufgehoben fühlt, dass ist der eigentliche Sinn dieser Weihnachtszeit.

Fröhliche Weihnachten!

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Psychoonkologische Partnerwahl ;-)

Heute wieder psychoonkologische Therapie gehabt, was ist das ein Segen, dass es sowas gibt! Was bin ich froh, dass ich mich damals gleich dafür entschieden habe!

Krebs wird immer weniger Thema, er ist in mein Leben integriert, so soll es auch sein. Thema ist mein Leben, mein Weg, den ich gegangen bin, den ich noch gehe, die Richtungsänderung, die schönen Momente, die ich mir schaffe. Meine Partnerwahl. Wie sagte es eine Bekannte meines Freundes, wir haben uns nicht gesucht, wir haben uns gefunden.

Ja, wir haben uns gefunden. Das, was wir hinter uns gelassen haben, kennen wir beide. Wir begegnen uns auf Augenhöhe und wir blicken in die gleiche Richtung.

So beleuchtet geht es mir noch einmal besser.

Ich bin so dankbar, dass es so ist, aber ich weiß auch, was ich dafür geleistet habe!

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Bloggen

Es gibt doch tatsächlich Leute, die wissen nicht, was ein Blog ist… war’n Scherz, wer hier liest, der weiß, was ein blog ist 😉 Aber es gibt Leute, die verstehen nicht, warum man blogt, die halten das alles für Teufelszeug und rümpfen die Nase. Nun, dazu sagte meine Oma immer, wat den Eenen sin Uhl, is den Annern sin Nachtigall.

Ich blogge jedenfalls gerne. Mein Krebsblog hat mir viele gute Kontakte beschert, viele Infos gebracht, Austausch mit Betroffenen und nicht Betroffenen. Aber auch ohne das alles, ich tue, was mir Spaß macht. Und ich tue es, wann es mir Spaß macht.

Hier mal ein interessanter Artikel über 10 gute Gründe heute noch mit dem Bloggen anzufangen 😉

Habt Ihr eigentlich schon alle Weihnachtsgeschenke?

😉

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Lichter in der Stadt

Wer Düsseldorf kennt, der weiß, dass das ehemaligen Mannesmann-Hochhauses wie ein Tannenbaum leuchtete, die Bürolichter wurden extra so geschaltet, heute ist da Vodafone drinne. Ich kann das von meinem Bürofenster aus sehen, das ist irgendwie wunderschön. Ich sagte es ja schon, ich mag Weihnachten. Ich hatte als Kind einfach schöne Weihnachten und das prägt sich als Erinnerung mit jede Menge Glitzergefühlen ein und ich brauche nur solche Bilder sehen, Weihnachtsdeko, Christbaumkugeln… egal was, es fühlt sich gut an.

Wir hatten heute von der Arbeit unsere Weihnachtsfeier, erst besuchten wir den wirklich schönsten Weihnachtsmarkt in Düsseldorf, nicht einen dieser Ramschmärkte in den Einkaufspassagen, dann gingen wir in ein schönes Lokal am Rande der Altstadt. Kaum betraten wir es, sahen wir auch schon einen Haufen anderer Kollegen, die die gleiche Idee hatten 😉 Das Essen war jedenfalls sehr lecker. Es war ein wirklich entspannter schöner Abend, ich habe so nette Kolleginnen, ich habe so eine schöne Arbeit, mir wird das immer bewusst, wenn ich andere erzählen höre, wieviel Stress… wieviele Unmöglichkeiten… und dann bin ich immer ganz still, mir geht es so gut auf meiner Arbeit. Vor zwei Jahren noch dachte ich, dass ich nie wieder ans Arbeiten komme. Nie wieder. Und jetzt bin ich so glücklich dort. Zwar Stunden-reduziert, aber ich arbeite wieder. Ich bin dankbar, dass es so ist, dass ich wieder arbeiten kann.

Dann bin ich noch kurz zu meinem Freund, der wohnt auf dem Weg nach Hause, und als ich seine drei Kerzen am Adventskranz brennen sah, da dachte ich, wie drei? Was ist passiert? War es gestern nicht erst eine…

Die Zeit fliegt!

Wir werden Heiligabend zusammen verbringen, darauf freue ich mich schon. Ganz gemütlich, kein Stress, kein Konsumrausch, einfach nur beisammen sein, von früher erzählen, das kleine Plastebäumchen betrachten, sich erinnern, Glitzergefühle.

Ich liebe Weihnachten wirklich.