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Die Lichter in der Stadt

Als Kind hatten wir in der Schule ein Lesebuch, da ging es um ein Geschwisterpärchen, was die Tante in der Stadt besuchte. Dazu gehörte ein Bild, wo die Kinder an einer Ampel standen, es war Abend, dunkel, die Lichter der Stadt leuchteten. Das Bild habe ich wundervoll in Erinnerung, jedenfalls erwachte da in mir die Sehnsucht nach Stadt. Möglichst groß. Möglichst viele Menschen sollten dort wohnen, und am Abend sollten alle Fenster hell erleuchtet sein.

Diese Vorstellung habe ich mir bis heute erhalten, Stadt übt auf mich etwas faszinierendes aus, wenn es dunkel wird, wenn die Fenster hell erleuchtet sind, dann habe ich wieder dieses Gefühl von damals, und das fühlt sich gut an.

Vor nahezu 20 Jahren habe ich eine Ausbildung zur Rollenspielpädagogin gemacht, zwei Jahre, das war eine spannende Zeit. In einer der vielen Übungen ging es um die Wünsche, die wir tief in uns haben. Und bei mir war es die Stadt. Obwohl ich lange in Köln wohnte und von dort auch die schönen Stadtgefühle kannte, war er immer noch in mir, dieser Traum. Von was eigentlich genau? Ich wollte ja nicht mehr in der Stadt wohnen, ich war glücklich in meinem Haus.

Wir machten jedenfalls ein Rollenspiel dazu, genau kann ich mich nicht mehr erinnern, aber am Ende ging ich mit zwei Frauen untergehakt durch eine imaginäre Stadt und staunte über die imaginären Lichter in den imaginären Fenstern. Und genau das fiel mir ein, als ich eben mit meinem kleinen Hund durch den Stadtpark ging und die ganzen hell erleuchteten Fenster der Häuser sah. Als sei ein Traum wahr geworden.

Mein Leben hat sich so verändert. Ich habe reichlich aushalten müssen, aber jetzt ist es gut. Ich hatte wirklich so ein Gefühl des Glücks! Ich gehe durch eine Stadt, ich bin nicht alleine, mein Liebster kocht grad für uns alle, ich bin so dankbar für dieses Glück.

Für die Lichter in dieser Stadt.

2014-02-25 19.46.42

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Angst

Ich bin immer noch ganz berührt von Babsblogsbers Text, er hat mich mal wieder inspiriert, tausend Links zu folgen und nachzudenken und mein Leben… und… werde ich gesund? Geht alles gut? Wie geht es weiter? Was geht weiter? All das, was einem durch den Kopf geht, egal ob mit oder ohne Krebsdiagnose oder welche Diagnose auch immer.

Und ich habe festgestgellt, es hat sich was geändert in meinem Leben, mal wieder. In meinem Denken, Fühlen vor allem. Ich fühle mich gesünder, in der Tat gesünder als vor der Diagnose. Und die Sorglosigkeit kehrt zurück. Nein, bevor jetzt ein Irrtum entsteht, das, was ich mit – sagen wir Mitte 20 – als sorglos empfand, das wird es so nicht mehr geben. Das hat der Krebs nachhaltig zerstört. Ob das gut ist oder nicht, ich weiß es nicht. Es ist so. Und natürlich bei jedem Untersuchungsintervall die Sorge… hoffentlich finden sie nichts…

Nein, der Krebs ist in den Hintergrund gerückt, 2011 wurde er entdeckt und operiert, dann kam Ende 2011 bis Mitte 2012 die Chemo, danach die Bestrahlung. Dann kamen die Untersuchungen. Dann kam jedesmal ein gutes Ergebnis. Und jetzt fühle ich mich irgendwie… wie soll ich es nennen? Nein, die Sorglosigkeit ist nicht wirklich zurück gekehrt. Aber es ist doch anders. Und das macht mir Angst. Sollte ich nicht einfach nur froh sein?

Angst, den Krebs nicht ernst zu nehmen. Angst, etwas zu übersehen. Angst, sich fast schon geheilt zu fühlen und dann…

Angst.

So weiter machen wie bisher. Das auf keinen Fall. Der Onkologe sagte mir beim vorletzten Mal „Sie können jetzt wieder alles machen, was Sie früher auch gemacht haben“ und ich schaute ihn groß an. Ja hat mich das denn nicht krank gemacht? Was hat mich krank gemacht? Ist das esotherisch? Ist das richtig, ist das falsch? Was ist überhaupt richtig? Was falsch?

Bin ich einfach nur in der Phase, wo ich die Krankheit noch nicht loslassen kann? Werde ich sie jemals loslassen? Können? Dürfen?

Babs, ich danke Dir für Deinen Text, er ist großartig!!

Leben heißt dabei sein. Bei mir. Beim anderen. Leben heißt zugewandt sein. Mir, dem anderen. Ich weiß, dass das geht. Und ich weiß noch eins, wer abfällig über das Internet spricht, die sozialen Netze, der weiß nicht, was es uns Frauen gebracht hat, die eine gemeinsame Krebsgeschichte teilen.

Ich bin dankbar für dieses Medium. Ich bin dankbar für die Frauen, die ich dort kennen gelernt habe. Eine sogar in echt (winkewinke nach Hamburg!!)!

Wisst Ihr, worauf ich Bock hätte? Dass wir mal ein Treffen organisieren, irgendwo, wo die kommen können, die kommen wollen. Dass wir einen Topf organisieren, wo wir reinzahlen, damit auch die kommen können, die es nicht so leicht können.

Ich würde aktiv mitmachen. Gibt es sowas schon? Ich hätte echt Lust!! Hat jemand mit Lust?

Liebe Babs, Du hast ganz schön was losgetreten!!

🙂

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was ist das eigentlich…

…Glück? Ich bin oft auf dem Blog von Babsblogsberg unterwegs, da kann man genau nachlesen, was es ist, das Glück. Ich glaube, Glück hat was mit Achtsamkeit zu tun. Sich selbst gegenüber. Und es hat damit zu tun, sein Gegenüber wahrzunehmen. Und es hat mit Zugewandtheit zu tun. Dabei sein, im Leben des anderen dabei sein.

Bekocht werden hat auch was mit Glück zu tun 😉

Aber auf das Bild müsst Ihr noch was warten, mein Programm auf dem iPad kann es nicht einfügen 😦

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o.B.

Ich bin o.B. was heißt ohne Befund, ich wurde untersucht, ich wurde gescannt, ich wurde durchleuchtet und ich wurde begutachtet und es wurde befunden: o.B.

Ohne Befund. Kein Krebs gar nirgendwo.

So möge es bleiben.

Und jetzt fahre ich in Urlaub!