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was geht – was kommt

Der letzte Post für dieses Jahr, ich habe schonlänger nichts mehr geschrieben, es war einfach zu viel los und dann war ich ja auch eine Weile nicht zu Hause. Ich habe heute eigentlich auch keine Zeit, aber ich will Euch da draußen in der Netzwelt grüßen und Euch einen guten Rutsch und für 2014 alles alles Gute wünschen!! Aus gegebenen Anlass dann auch Gesundheit oder Stillstand, Ihr wisst, was ich damit meine. Ruhe an der Krebsfront, wie Sue es mal ausdrückte.
Lasst uns leben!!
Zwei Bilder habe ich ausgesucht, die für das stehen, was kommt und was geht. Es geht das Chaos. Stellvertretend dafür das Bild unten, der Schutt in meinem Garten, den es wegzuräumen galt. Der mir hinterlassen wurde. Den ich nicht verursacht habe. Aber angenommen. Es war also viel Chaos in meinem Leben, was ich nicht verursacht hatte, aber wogegen ich mich auch nicht heftig genug gewehrt hatte. Bis ich meinen Weg gefunden habe, dauerte es etwas und so seltsam wie es klingen mag, mein Krebs kam mir dabei zu Hilfe. Nein, ich habe jetzt keine esoterischen Anwandlungen 😉 sondern ich meine es so, wie ich es sage: der Krebs kam und ich nutzte die Gelegenheit, wenn man schon mal an einer möglicherweise (und unbehandelt garantiert) todbringenden Krankheit leidet,

dann kann man auch gleich sein Leben ändern. Ich habe mich das erste Mal in meinem Leben nur um mich gekümmert. Ich habe das Chaos beseite geräumt, dafür steht das Bild oben von meinem leeren Wohnzimmer mit dem frisch lackierten Boden (habe ich selber gemacht!!). Ich habe Platz geschaffen für meine Dinge. Für mich. Und das ist, was jetzt kommt. Nämlich die Füllung 😉

Mit was fülle ich nun mein „neues“ Leben? Mit Achtsamkeit. Und ich hoffe auch mit Gesundheit. Ich tue viel dafür. Mehr kann ich  nicht tun.

Dann habe ich mein Haus verschenkt, es gehört nun meiner Schwester. Ich bin die Nießbraucherin und so gehört es quasi uns beiden. Sie macht nun mit und entlastet mich. Ich habe auch da wieder für mich gesorgt, indem ich mir Hilfe geholt habe. Hilfe, die ich liebe, denn ich liebe meine Schwester. Sie ist mit der wichtigste Mensch in meinem Leben. Meine Psychoonkologin sagte einmal zu mir, wie schön es doch für mich sein müsse, eine solche Schwester zu haben. Ja, das ist es. Schön. Wunderbar. Ich bin dem Leben so dankbar, dass es sie gibt.

Ich habe einen Brieffreund gefunden, der Austausch mit ihm tut mir mehr als gut und vielleicht lerne ich ihn ja im kommenden Jahr kennen. Wer weiß. Wie auch immer, auch das tut mir gut und auch dafür habe ich gesorgt.

Ich habe gelernt, für mich zu sorgen. Auch auf der Arbeit, denn ich arbeite wieder. Vorletztes Jahr um diese Zeit, mitten in der Chemo, da dachte ich noch, niemals nie wieder werde ich ein Büro von innen sehen… und nun gehe ich wieder mit Freude zur Arbeit. Wenn auch noch nicht Vollzeit, ich bin noch in der Wiedereingliederung, aber das ist es ja, was ich meine, für mich sorgen heißt, nicht mehr alles auf einmal wollen.

So, nun genug, denn ich muss runter zu meiner Schwester, nach vielen vielen Jahren, Jahrzehnten, begehen wir dieses Silvester gemeinsam. Weil auch nun ein gemeinsamer Lebensabschnitt beginnt, auch wenn sie 6000 Kilometer weit weg wohnt. Das Haus ist nun etwas gemeinsames, wir haben das geschafft, wir haben Ordnung in das familiäre Chaos gebracht (das ist eine andere und eine lange Geschichte, die ich hier nicht erzähle), das wollen wir heute gemeinsam feiern.

Und dafür müssen wir halt einige Vorbereitungen treffen, Luftschlangen und so 😉 Ihr wisst schon, und dann kann er kommen, der Übergang!!

Ich wünsche Euch Allen da draußen wirklich von Herzen alles alles Liebe, ich danke Euch für Eure stille oder auch kommentierende Begleitung!! Lasst uns leben!!

Herzlichst
Eure Samate

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Kitsch und das vierte Türchen

Muuaaahaaaa ist das nicht schrill?!? Ein Lastwagenleuchteweihnachtsbäumchen, ich MUSSTE es haben, ich musste es einfach haben!! Für (3…2…1…) 14 Euronen (meins!!!) gehörte es mir und nun ziert es mein kleines Prilblumenauto, was so kam…

…ich bin ziemlich nachlässig, was Autos anbelangt, also technisch nicht, regelmäßig lasse ich die Dinger warten, das wohl, aber ob da nun Beulen drin sind oder ob der Lack nun… oder nicht… das ist mir alles egal, ab und an mal Waschstraße, wenn er gar zu sehr verdreckt ist, da gibt es umsonst Sauger, also auch innen ein wenig entmatscht und enthundehaart und gut ist. Ich habe gerne schrille Farben, weil ich dann den Wagen auf großen Parkplätzen immer wieder finde. Und nun habe ich das zweite dunkle Auto, der Vorgänger war schwarz und ich suchte mich zuweilen blöd, denn ich merke mir leider nicht immer, wo die Karre steht. Das hat mein Mann gemacht, wenn wir einkaufen waren, Großeinkauf im Supermarkt, der wusste immer, wo das Ding steht und ich verlasse mich heute noch drauf aber… er ist ja nicht mehr da. Zwei Mal habe ich mich dusselig gesucht, dann hatte ich die Nase voll und habe mir Prilblumenaufkleber bestellt. Und jetzt finde ich das kleine Töfftöff recht schnell.

12 Jahre ist das kleine Auto alt, hat 3 Zylinder und fährt gut. Für meine Zwecke ist er völlig ausreichend. Wir sind mit dem Teil schon mit 4 Menschen, einem Hund, einem großern Flachbildschirm und Gepäck in Urlaub gefahren!! Geht alles, dann kann man halt nicht 10 Hosen mitnehmen und ein Dutzend T-Shirts sondern weniger und Rei in der Tube 😉 Ich mag dieses kleine Autoteil, ich zockel damit durch die Gegend, auch weite Strecken, aber das ist ja nicht so oft.

Gestern abend kam ich vom Büro zurück, es war schon dunkel, das kleine Leuchtebäumchen leuchtete und ich war so richtig zufrieden, mit allem, mit meinem Leben, mit der Arbeit, wie es ist, ist es gut. Ich habe verdammt hart dafür gekämpft, vor allem, als mein Mann starb, als dann der Krebs kam, aber es ist nun gut. Ich gehe wieder arbeiten, das Haus ist renoviert, bald wird ein Teil vermietet, es ist geregelt und gut. Und mein Prilblumenauto bringt mich von A nach B und im Dezember leuchtet darinnen ein Bäumchen.

Die letzten Jahre waren so verdammt verdammt schwer, und jetzt stehe ich da und sage: es ist gut.

Und an all das musste ich denken, als ich von der Hoffnung hinter dem vierten Türchen las. Danke babsblogsberg, dein Blog ist so wunderwunderschön!!