Allgemein

Zerstörung

Ich habe mir heute bei meinem Nachbarn den großen Vorschlaghammer ausgeliehen und auf der Terrasse meiner Zerstörungswut freien Lauf gelassen. Nein, ich bin nicht ausgetillt 😉 obwohl man es bei dem Krach, den ich veranstaltete, hätte meinen können. Montag kommt ein Entrümpler und holt die Terrassenplatten ab und er soll den ganzen alten Schrott mitnehmen, dazu gehörte bis heute nachmittag eine morsche Balkontreppe, die unbegehbar war und der ich mit dem erwähnten Hammer den Garaus gemacht habe. Jetzt ist sie nur noch ein Haufen zerklopptes Holz. Sieht furchbar aus im Moment, aber das ist ja bald weg.

Hier ist die Treppe und sind die Platten noch ein wenig zu sehen, im Sommer vor einem Jahr. Die Platten liegen dank eines guten Freundes alle auf einem Haufen, die Treppe ist Dank des Vorschlaghammers nicht mehr als solche zu erkennen. Und wenn das weg ist, dann ist alles weg, alles Alte ist weg. WEGwegWEG!! Ich bin so froh, so unendlich froh, ich habe alles aufgeräumt und das ist ein grandioses Gefühl.

Und jetzt gehe ich Kaninchen essen, ich bin eingeladen. Habe mich geschäumt und gesprayt und düse jetzt los.

Ich wünsche allen da draußen ein schönes Wochenende!!

Allgemein

Reichefrauenkrankheit

Schon als meine Mutter an Brustkrebs erkrankte, habe ich von kritischen Ärzten erfahren, wie schädlich Kuhmilch ist und dass sie in China „reiche-Frauen-Krankheit“ genannt wird, weil nur die reichen Frauen in den Städten sich die teuren westlichen Milchprodukte leisten können.

Mich macht das heute noch immer fassungslos. Ich kaufe schon lange solche Produkte nicht mehr, aber diese Profitgier, die wird mich wohl immer fassungslos machen. Hier mal ein paar Links dazu:

Allgemein

Krebsgedanken

Bin heute durch die Krebsblogs gehüpft, immer gab es neue zu entdecken, der eine verwies auf den anderen und auch da waren wieder Verweise und so kam ich quasi quer durch ganz Deutschland, sozusagen Krebsdeutschland. Es gab jede Menge Leben und jede Art von Krebs und jedes Alter und alles war dabei. Und dann dachte ich an meine Krebsgeschichte. Das Foto hier, was ich mit Hilfe des Programms Picasa ein wenig verfälscht habe, stammt von Anfang 2012, als ich noch eine Mütze trug, als ich noch im Wendland war, bei meinen Eltern, als ich noch regelmäßig das Gift verklappt bekam. Was ist heute anders als damals? Nun, eins ist anders, ich habe wieder Haare auf dem Kopf und noch eins ist anders, ich gehe wieder arbeiten. Was noch? Was ändert Krebs? Geht es Euch auch so, dass es Euch ärgert, wenn jemand bestürzt reagiert wenn man auf seine Frage antwortet, was denn gewesen ist, warum man denn so lange krank war, ich hatte Brustkrebs? Wie soll ich es sagen, es ist nicht die normale Bestürzung, was hattest du denn, Bein gebrochen, oh weh, das ist ja schlimm… nein, die ist es nicht. Es ist so eine, ja wie soll ich es beschreiben? So eine ultimative Bestürzung. So eine, die irgendwie sprachlos macht. Beide, den mit und den ohne Krebsgeschichte. Und das ärgert mich. Letztens beim Notar, ja warum wollen sie denn unbedingt ihr Haus ihrer Schwester überschreiben… ich hatte Krebs… achso, ja dann… damit kann man so ziemlich alles erklären. Krebs ist ein verdammt guter Grund. Saß ich letztens wieder bei so einer offiziellen Stelle, wegen der Hausübertragung, kriegte ich gesagt, dass es gut sei, dass ich alles regele, wo ich doch nicht wisse, was komme. Ja wissen sie es denn? Äh… Themenwechsel. Das Lustige ist, dass ich das Haus nicht wegen meiner Krebserkrankung übertrage, sondern weil ich das Haus verkaufen wollte und meine Schwester es haben möchte. So simpel kann es sein. Aber wenn ich sage, meine Schwester möchte es haben, kriege ich alle Nachteile, die sich für mich ergeben könnten, akribisch aufgezählt, sage ich, ich hatte Krebs, herrscht vollstes Verständnis. Als Krebskranke hat man keine Nachteile. Würde ich jetzt logisch daraus schließen. Stimmt natürlich so nicht.

Ich glaube, dass Ultimative an dieser Krankheit ist, dass sie einen daran erinnert, dass man nicht ewig lebt. Seltsam ist nur, dass einige nicht zu wissen scheinen, dass wir ALLE nicht ewig leben. Eine meiner Freundinnen hat panische Angst vor Krebs. Sie war zutiefst erschüttert, als ich dann den Brustkrebs hatte, ich glaube, sie war erschütterter als ich. Eine andere Freundin war so geschockt, dass sie sich außerstande sah, mit mir darüber zu reden. Und die nächste Freundin brach in Tränen aus. Dabei hatte ich ihn doch, den Krebs. Dann gab es den Kollegen, der sofort anrief, als er es erfuhr, der einfach nur wissen wollte, wie es mir geht, aber es gab auch den Freund, der nicht wusste, was er sagen sollte und seit dem gar nichts mehr sagt. Eine Kollegin, die mich behandelt, als sei ich aus hauchdünnem Porzellan, die sogar ihre Stimme verändert, wenn sie mit mir spricht.

Ich sage im Büro (außer dem engsten Kollegenkreis, die können damit umgehen) nicht mehr, wenn ich mich nicht wohl fühle, weil ich glaube eine Grippe sei im Anflug oder weil ich unausgeschlafen bin oder mir den Magen verdorben habe. Mir geht es immer gleichbleibend gut. Denn wenn ich sage, mir geht es heute irgendwie nicht so gut, dann schauen sie mich an, als hätte ich gesagt, ich werde in ca. 35 Minuten definitiv sterben. Außerdem ist es ansteckend.

Krebs ist eine seltsame Krankheit. Sie ruft zuweilen seltsame Reaktionen hervor. Bitte versteht mich nicht falsch, ich sage nicht, dass die Reaktionen schlecht sind, jeder tut eben das, was er kann, mehr geht halt manchmal nicht, ich stelle es einfach nur fest und wundere mich des öfteren. Die weinende Freundin habe ich übrigens getröstet, sie solle sich keine Sorgen machen, ich lebte ja noch und ich gedächte, es auch noch eine gute Weile zu tun.

Was habt Ihr so erlebt mit Eurem Krebs? Hattet Ihr mal die Gelegenheit, jemanden, der sich nicht mehr gemeldet hat zu fragen, warum er es tat und habt Ihr eine richtige Antwort darauf bekommen? Würde mich wirklich mal interessieren.

So, das waren meine Krebsgedanken, jetzt gehe ich ins Bett. Gute Nacht an alle da draußen! Schlaft gut!

Allgemein

Hochsicherheitsmehl ;-)

Darf ich vorstellen, das ist das Drama und darinnen bin ich 😉 Betriebsausflug auf die Museumsinsel Hombroich, 2009 war das, ein Jahr, bevor mein Mann starb, zwei Jahre, bevor ich den Krebs entdeckte. Das war kurz nachdem ich die IT verlassen hatte, mein jahrzehntelanges Lieblingsarbeitsgebiet, was ich dachte, niemals verlassen zu können. Und dann war ich weg und es war gut so. Krass. Wenn ich heute daran denke, krass. Egal, Drama, ich und Drama, ich habe ja viel gelernt, erst in der Klinik und dann bei meiner Psychoonkologin, bei der ich immer noch das Leben lerne, nämlich ein Leben, was mir besser gut tut.

Nicht, dass Ihr jetzt glaubt, ich bin eine Dramaqueen 😉 nene, so nicht, aber in mir war immer Drama, Aufgabenerfüllungsdrama, sage ich mal so. Pflichtenerledigungsdrama. Wie kann ich alle um mich herum glücklich machen. Und mich dabei vergessend und krank werdend… ich will kein Drama mehr. Das hört sich jetzt so einfach an. Denk doch einfach mal an dich, nimm doch nicht immer die anderen so wichtig, erfülle doch erstmal dir deine Wünsche… tscha, watt soll ich sagen, ich sach ma, ett iss nich leicht 😉

Ich habe lange gebraucht, lange, Leute, echt echt suuuuuuperlange, aber ich bin auf einem guten Weg. Es gelingt mir nicht immer, warum auch, nobody is perfect, aber ich merke es, und dann schalte ich einen Gang zurück und dann geht es mir langsam wieder besser.

So, jetzt setze ich mich in mein gemütliches Wohnzimmer und lese den neuen Spiegel und amüsiere mich köstlich über das, was derzeit so geheimdienstmäßig los ist. Ich hab lange genug in dem Bereich gearbeitet, ich bin vor nix mehr fies 😉 jedenfalls überrascht hat es mich absolut nicht. Ungefähr so wie: stellt Euch vor, die Brötchen werden aus Mehl gemacht 😉 Tatsächlich? Ja, tatsächlich!!

Ich für meinen Teil habe mein Netzwerk zu Hause nun weitestgehend abgeschottet, kenne ja genügend Tricks 😉 dafür braucht man leider auch etwas teurere Geräte. Weil so einfach ist das nicht. Für den Fall, dass sie es doch schaffen: warm welcome dear colleague, look around, let’s not bother you!