Krebsgedanken, Leben

Berührungen

Ich sitze hier an meinem Schreibtisch in meinem Dachzimmerlein und bin tief berührt, traurig auch. Ich persönlich habe allen Grund, mich zu freuen. Die Untersuchungen sind vorbei, das Abschlussgespräch bei meinem Professor hat mich auch berührt, es hat mich zu Tränen gerührt, weil er sagte, ich sei auf einem guten Weg, wieder ganz gesund zu werden.

Doch diese Krankheit hat mich verändert und das meine ich nicht negativ. Ich meine es einfach so, wie es ist, sie hat mich verändert. Gesundheit ist nicht mehr selbstverständlich, sie ist kostbar geworden, und so berühren mich halt Lebensgeschichten, die weit weg sind davon.

Noch etwas hat sich verändert. Ich sehe das Leben jetzt anders. Es gibt so viel Wichtiges im Leben aber vieles gehört nun nicht mehr dazu, also ich meine, vieles, was ich wichtig fand, ist nun völlig unwichtig. Und vieles, was eher so nebenher lief, ist mir jetzt sehr sehr wichtig geworden.

Nein, Krebs läutert einen nicht, diesen ganzen Esoterenquatsch mag ich mir sowieso nicht mehr anhören. Es gibt blöde Menschen, die werden krank und sind dann immer noch blöd und der fiese Möpp, der zur Weihnachtszeit von einem Engel geläutert alle Kinder der Welt an seinem Reichtum teilhaben lässt, den gibt es nur in Hollywood.

Aber in einer Lebenskrise, ob nun Krankheit oder was auch immer, hat man halt die Chance, inne zu halten und nachzudenken und Dinge neu zu bewerten.

Und ich habe neu bewertet.

Das ist es, was sich geändert hat. Mehr nicht. Aber auch nicht weniger.

Und darum grinse ich mal ein wenig 😉

2 Gedanken zu „Berührungen“

  1. Das klingt recht zufrieden und abgeklärt. 🙂
    Für mich hat sich auch vieles geändert, einige Veränderungen sehe ich durchaus positiv.
    Freut mich dass Du auf einem guten Weg bist und das auch so fühlst.

    lieben gruss
    sue

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  2. Ich habe ja diese Krebsbehandlungen alle erst vor mir – werde am 8.10 operiert. Aber schon jetzt hat sich in meinem Leben einiges verändert – sowohl in positiver als auch in negativer Hinsicht. Mal sehen was die Krankheit mit mir und aus mir machen wird. 🙂

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