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Erinnerungen und Neuerungen und Schleudergefühle

Nein, auf dieses Karussell habe ich mich nicht getraut, früher vielleicht, mit einer gehörigen Portion jugendlichen Leichtsinns 😉 das mag sein, doch trotzdem fühle ich mich durchgeschleudert und das liegt an der Änderung, die ich vielleicht… hm… wie soll ich sagen, vor mir habe? Haben will? Ach was weiß ich, in mir schleudert alles.

Es hat mit meinem Haus zu tun und mit meiner Kindheit und mit mir und mit was weiß ich nicht noch alles 😉 jedenfalls schleudert es in mir und ich habe tatsächlich schon drei Wohnungen nachgefragt (noch keine Antwort erhalten) und bin jetzt völlig wuschig.

Ohne meine Psychoonkologin würde ich jetzt vermutlich unten an der Haustüre klammern 😉 und immer jammern „ich will hier nicht raus ich will hier nicht raus“ aber Dank ihrer Hilfe habe ich meine Familienrolle aufgearbeitet und kann doch tatsächlich daran denken, mein „Hütehunddasein“ für dieses Haus zu beenden. Dran denken habe ich gesagt. Dran denken. Das reicht erstmal. Und so Angebote muss man ja nicht annehmen und… aaaaaaah… es schleudert schon wieder 😉

Wohnungen mieten ist etwas ganz einfaches, zumindest in unseren Breitengraden, aber ein geliebtes und zudem eigenes Häuschen aufgeben, in dem man groß geworden ist und wo einen in jeder Ritze die Erinnerungen berieseln… schleuder… äh… wie? Nun, die Vernunft sagt ganz klar, dass ein altes Haus und eine ältere Frau mit umfassender Krankengeschichte nicht unbedingt zusammen passen, aaaaaaber… schleuder… also die Psychoonkologin hat noch was zu tun, das sage ich Euch 😉

Puh…

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aufs Dach gestiegen

Da bin ich mal meinem Arbeitgeber sozusagen aufs Dach gestiegen 😉 ist aber schon einige Wochen her, da war noch Sommer. Da genossen wir dann den Ausblick über Düsseldorf. War nett.

Und jetzt? Jetzt sitze ich ein paar Etagen tiefer und mache gleich Feierabend, die Akten sind bearbeitet, das Tagwerk ist getan, und ich bin unsicher. Sicher. Unsicher. Sicher. Und wieder unsicher.

Warum? Tja, warum. War ich doch letzte Woche bei meinem Bankmann, ein netter und kompetenter Mensch, mit dem ich eigentlich nur ein wenig plaudern wollte. Er sitzt nämlich im gleichen Gebäude wie auch ich. Nur ganz unten. Mein Bankmann. Seit Jahren. Vertrauter. In vielen Dingen. Und dieser also frug mich, ob ich denn tatsächlich so lebe, wie ich leben wolle… WAS FÜR EINE FRAGE und dann kam WAS FÜR EINE ANTWORT!! Nein kam, ein spontanes kurzes aber herzhaftes NEIN.

Und nun? Tja, und nun. Ich lebe in dem mittlerweile 62 Jahre alten Häuschen meiner Großmutter, auf drei Etagen, den ausgebauten Keller nicht mitgerechnet. Immer mehr ist darin zu tun, immer anstrengender wird es für mich. Doch das loslassen fiel mir schwer, fällt mir immer noch schwer. Habe ich doch so viele schöne Erinnerungen daran, meine Kindheit bei Oma… Legosteine… Sommerferien… Birkenbäumchen im Garten… Spiele auf der Wiese…

Hach. Ja. Aber mein Bankmann ist nicht nur ein Bankmann, er ist auch irgendwie ein wenig Psychologe. Ich solle mal das Haus vergessen, und auch, dass ich es verlassen solle wolle oder wie auch immer, das mache mich ja nur krank. Ich solle mir mal vorstellen, wie ich denn wirklich wohnen wolle…

Und seither denke ich.

Heute schon die erste zarte Kontaktaufnahme. Zu einer vielleicht möglichen Möglichkeit unweit meiner jetzigen Wohnstatt… mehr will ich noch nicht sagen. Nur dass es so ist, wie ich es immer wollte. Eigentlich. Was ich aber schon längst vergessen hatte, weil es so weit weg war, so unendlich weit weg… Fachwerk… Kühe… … …

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Berührungen

Ich sitze hier an meinem Schreibtisch in meinem Dachzimmerlein und bin tief berührt, traurig auch. Ich persönlich habe allen Grund, mich zu freuen. Die Untersuchungen sind vorbei, das Abschlussgespräch bei meinem Professor hat mich auch berührt, es hat mich zu Tränen gerührt, weil er sagte, ich sei auf einem guten Weg, wieder ganz gesund zu werden.

Doch diese Krankheit hat mich verändert und das meine ich nicht negativ. Ich meine es einfach so, wie es ist, sie hat mich verändert. Gesundheit ist nicht mehr selbstverständlich, sie ist kostbar geworden, und so berühren mich halt Lebensgeschichten, die weit weg sind davon.

Noch etwas hat sich verändert. Ich sehe das Leben jetzt anders. Es gibt so viel Wichtiges im Leben aber vieles gehört nun nicht mehr dazu, also ich meine, vieles, was ich wichtig fand, ist nun völlig unwichtig. Und vieles, was eher so nebenher lief, ist mir jetzt sehr sehr wichtig geworden.

Nein, Krebs läutert einen nicht, diesen ganzen Esoterenquatsch mag ich mir sowieso nicht mehr anhören. Es gibt blöde Menschen, die werden krank und sind dann immer noch blöd und der fiese Möpp, der zur Weihnachtszeit von einem Engel geläutert alle Kinder der Welt an seinem Reichtum teilhaben lässt, den gibt es nur in Hollywood.

Aber in einer Lebenskrise, ob nun Krankheit oder was auch immer, hat man halt die Chance, inne zu halten und nachzudenken und Dinge neu zu bewerten.

Und ich habe neu bewertet.

Das ist es, was sich geändert hat. Mehr nicht. Aber auch nicht weniger.

Und darum grinse ich mal ein wenig 😉

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Knubbelfindejahrestag

Heute ist Knubbelfindejahrestag, lese ich grad in meinem 10-Jahres-Kalender, heute vor zwei Jahren habe ich meinen Knubbel gefühlt. Fast genau ein Jahr, nachdem mein Mann verstorben ist.

Ich habe Urlaub. Den brauchte ich auch dringend. Aber jetzt gehe ich ins Bett. Mit meinem kleinen Hund.
Und ohne Knubbel.