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Trauertage

Immer mal wieder kommt einer dieser Trauertage über mich, unverhofft, einfach so, ohne Ankündigung, ohne äußeren Anlass, auf einmal ist er da. Der Tag. Dieser besondere Tag. Ein Trauertag.

Hajo ist jetzt bald 3 Jahre tot, es hat sich viel getan seither. Ich weiß, dass er schwer krank war, ich weiß, dass es so nicht mehr weiter gegangen wäre (was es ja auch nicht ist), und doch, er fehlt mir oft. Verdammt, er fehlt mir. Die Gemeinsamkeit fehlt mir. Nicht immer. Aber dann kommen solche Tage wie der heutige Tag und es haut mich fast um. Er ist tot.

Da kann man dann nichts machen, das muss man einfach aushalten. Die Dunkelheit trotz Sonne. Naja, Sonne stimmt nicht ganz, Wolken, alles voller Wolken. Sie haben uns Sommer versprochen, die medialen Wetterfrösche, der soll jetzt kommen.

Ich hoffe, er kommt wirklich und er bleibt dann auch ein Weilchen.

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bunt bunt bunt…

…sind alle meine Farben… lalala… ach ich brauchte mal wieder was neues, buntes, ich brauchte eine Änderung! Und hier nun ist sie, bunt, was grad ganz gut zu meiner Stimmung passt, die viel mit Stadt und Stadtleben und Menschen und Lebensläufe und Gedanken und Regen und U-Bahn und überhaupt zu tun hat. Wie komm ich auf all das? Angefangen hat das vor vielleicht 15 Jahren, als ich etwas über eine Jennifer Toth las, die sich mit den Mole People in New York beschäftigte, Menschen, obdachlos, die in den U-Bahntunneln von New York lebten. Mich interessierten Tunnel schon immer, seit ich mit meiner Oma das erste Mal mit der U-Bahn in Berlin gefahren bin, da mus sich so vier Jahre alt gewesen sein. Fand ich das klasse!! Da war mein Interesse geweckt an allem, was im Dunkeln liegt, vermeintlich verborgen ist… uuuaaah wie spannend!! 😉 Jedenfalls habe ich seither alles verschlungen, was es über U-Bahnen und Tunnel und was sonst nicht noch alles zu lesen gab.

Dann kam das Internet und mit ihm auch mehr Möglichkeiten, genau darüber etwas zu erfahren. Und irgendwann entdeckte ich dann eine Dokumentation, die genau darüber handelte, über Menschen, die dort unten leben: Voices in the Tunnels: In Search of the Mole People.

Und irgendwie geht mir das Thema derzeit nicht aus dem Kopf, ich schaue viel bei Youtube, und da sind dann halt auch Wände voller Graffitis dabei und das brauchte ich jetzt als Hintergrund, schrille Graffitis, es passt derzeit einfach zu meinem Leben. Bunt. Auch wenn ich jetzt nur grau sehe, wenn ich aus dem Fenster schaue, Regen, grau, Regen, kalt… aber der Sommer soll ja kommen, der steht quasi schon vor der Türe. Wird aber auch endlich Zeit, ich hab’s so satt, dieses Wetter.

Die Wiedereingliederung läuft ganz gut, wenn ich auch am Limit bin, also ich will sagen, es fällt mir nicht so leicht, wie ich es gerne hätte. Die Arbeit ist schön, meine Kolleginnen sind so nett und nehmen so viel Rücksicht, ich könnte es wirklich nicht besser haben. Wir haben eine neue Chefin, die ist auch echt klasse, ein Glück, dass sie es geworden ist, die die freie Stelle bekommen hat, wir sind alle soooooooo froh und auch für mich ist es gut, kein Druck, nix, gute Arbeit, gut eingebunden, klappt alles und macht Spaß. Und trotzdem bin ich am Limit, was mich selber sehr erstaunt, aber so ist es halt. An den Tagen, wo ich arbeite, bin ich OBERPLATT. Ich mach auch kaum was, also ich pass höllisch auf, dass ich mich nicht überfordere. Alles schön langsam. Und ganz wenig Termine, selbst Einladungen kriege ich oft nicht hin, ist einfach so.

Krank ist eben krank und gesund werden ist manchmal auch sowas wie Arbeit, oder?

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16

Das ist jetzt… rechnerechne… 38 Jahre her, holla die Waldfee… was ist das eine lange Zeit. Lebenszeit. Das Universum hüstelt dafür nicht einmal. Derzeit befinde ich mich in der Lebenszeitaufarbeitungsphase 😉 sprich so eine Therapie, ob nun psychoonkologisch oder nur psych… bringt einen ja dazu, alles mögliche zu durchdenken, zu hinterfragen und zu… was auch immer, da geht zuweilen die Post ab.

Naja und wenn so die Post abgeht, dann gucke ich gerne Fotos. Und überlege… was war da noch mal? Wo war ich da? Was habe ich da gemacht? Wie war das damals? Wo wollte ich hin?

Auf dem Foto bin ich 16. Und hatte grad die Handelsschule abgeschlossen und ging zur Höheren Handelsschule. Und ich dachte, ich kenne die Welt. Und weiß, wo ich hinwill. Jau. Mit 16. Das silberne Kreuz um den Hals habe ich übrigens geliebt, wo das wohl hingekommen ist?

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Sommergedanken

Vier Jahre ist es her, dass ich dieses Foto gemacht habe, beim Spaziergang mit meinen Hunden an meinem Lieblingsbach, da war es, anders als heute, richtig warm, es war eben ein richtiger Sommer 😉

Da war auch mein Leben noch ganz anders, mein kranker Mann lebte noch, ich selber war noch nicht krank und auch meiner Mutter ging es besser, sie war noch unter uns und nicht versunken in der Alzheimerwelt.

Es hat sich so viel getan in der vergangenen Zeit und ich habe letztens zu meiner Psychoonkologin gesagt, ich will mein altes Leben nicht zurück haben. Nein, ich will es nicht mehr. Ich habe um vieles sehr getrauert, aber jetzt geht es mir gut, innerlich gut. Ich bin ein Stück weit bei mir angekommen, und ich will mein altes Leben nicht mehr haben. Nur den Sommer, den hätte ich dann doch gerne 😉