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hättehätte die zweite

Hier bin ich wieder, eingeschneit, aber zufrieden und halbwegs gesund. Oder so ähnlich Zwinkerndes Smiley

Ich konnte eine Weile nicht bloggen, was nicht am Internet lag sondern an meinem iPad, ich hasse sowas, ich hasse Bevormundung und das machen die Macs da mit dem iPad, aber bevor ich mich jetzt darüber auslasse und wieder aufrege, ich kann mich nämlich gar fürchterlich über sowas aufregen, erzähle ich lieber, wie es mir ergangen ist.

Wir waren doch zu Weihnachten in Gartow bei meinem Vater, was einerseits sehr schön war, andererseits aber den Abschied von Mutter deutlicher den jeh werden lässt. Das ist etwas, was mir sehr schwer fällt. Und wenn ich meinen Vater tapfer mit dem Unvermeidlichen kämpfen sehe, fällt es mir nochmal so schwer.

Dann kam meine Nachsorge, die ist ja immer sehr entzerrt, ich habe nicht alle Termine auf einmal, sondern immer mal wieder einen Termin. Nun stand die Mamografie an. Sonografie war schon. Alles war in Ordnung, alle waren zufrieden. Und meine Zähne machen sich auch gut, auch wenn ich noch mittendrin bin in der Behandlung. Also Mamografie. Ich habe ja das Glück, dass ich diese gar nicht merke, also das Gequetsche tut mir nicht weh, was wirklich ein Glück ist.

Dann kam also der Chefarzt und sagte, soweit alles ok, die operierte Seite wunderbar, auf der anderen Seite eine „Verdichtung“. Kontrollsonografie. Nix. Hätte er sich gedacht, aber zur Sicherheit MRT.

Verdichtung? Sicherheit? MRT? Ich war verworren, was denn nun, ist da was oder ist da nix oder ist was nichts oder nichts was? Er erklärte es mir, verstanden habe ich nicht viel. Umrechnung von dreidimensional auf zweidimensional und Datenmenge und Rechenleistung und so weiter und so fort, ok, ich komme vom Fach, ich verstehe das IT-Chinesisch, aber was hat das mit mir und meiner Brust zu tun? Ich solle mir doch bitte keine grauen Haare wachsen lassen… aha, doch die habe ich reichlich, der Rat half mir also auch nicht weiter Zwinkerndes Smiley Nun gut, zwei Tage später kam der Arztbrief, rechtzeitig zum Termin bei meiner Psychoonkologin, die es mir erklärte. Da ist in der Tat nichts, worüber es sich nachzudenken lohnt, da könnte was sein, eventuell Kalk. Und das müsse dann beobachtet werden. Da ich sowieso beobachtet werden muss und mich eh beobachtet fühle, ändert sich erstmal nichts. Aber noch ist ja auch gar nicht klar, ob da wirklich was ist oder doch nur eine Datenverdichtung.

Und daran sieht man, dass man, selbst wenn man es hatte, es trotzdem immer noch hat Zwinkerndes Smiley ich denke grad an meinen letzten Post, also ich will sagen, da ist immer was, es begleitet einen immer. Ob man es hatte oder hätte oder täterätätäää – es wird einen nun auf immer und ewig begleiten. Was für eine prickelnde Aussicht.

Fassen wir also zusammen: es geht mir recht gut. Soweit. Die Zahngeschichte ist mittendrin, ich leide mal mehr und mal weniger und bald hoffentlich gar nicht mehr, Kalk rieselt oder nicht, muss beobachtet werden, ich werde ständig beobachtet, Krebs ist eine ständige Beobachtung des Lebens, Krebs ist ein Teil des Lebens, Krebs ist Leben. Ob man ihn nun (noch) hat oder nicht oder was auch immer, das Leben geht weiter. Täterätä.

Rede ich wirr? Mag sein. So fühle ich mich auch zuweilen, wirr. Aber diesmal positiv wirr. Doch das erkläre ich später, ich muss jetzt Arztrechnungen einreichen, überweisen, kopieren… eine Tätigkeit, die ich noch mehr hasse als bevormundende Computerfirmen.

Und was das Täterätä anbelangt, bald ist Karneval. Ich lebe im Rheinland. Da kann man dem nur entkommen, wenn man sich eingräbt Zwinkerndes Smiley wirklich…

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hatte habe gehabt zu haben hätte könnte täte ;-)

Tja, habe ich nun Krebs oder hatte ich ihn? Sue hat im letzten Kommentar geschrieben, sie hat nach der letzten erforderlichen Infusion den Port entfernen lassen, quasi um das Thema abzuschließen. Hm, ich lasse ihn genau deswegen drin Zwinkerndes Smiley aber irgendwann möchte ich ihn schon noch los werden. Ich glaube, es geht auch gar nicht um hatte oder haben oder hätte täte täterätätääää sondern darum, wie jede für sich mit der Krankheit umgeht. Die eine will den Port sofort los werden, die andere lässt ihn drin, die nächste macht dies und wieder die nächste das. Ich glaube, da gibt es kein falsch und kein richtig. Sondern nur das, was man selber will.

Ich habe festgestellt, wenn mich jemand fragt, wie es mir geht und ich sage, ich habe Krebs, dann geht es manchmal richtig ab, weil dann bei manchem Gegenüber schlimme Ängste hochkommen. Sage ich, ich hatte… dann hört sich das so an wie eeeeeewig her, darum sage ich jetzt immer, ich bin in der Krebsnachsorge. Das fühlt sich für mich richtig an.

Letztendlich gibt es nur ein eigenes richtig. Was für mich richtig ist. Was ich für mich für richtig halte.

Heute leide ich. Nicht an hätte oder täte sondern an echtem ZAHNWEH! Gestern abschleifen, heute Abdrücke, und weil ich doch so ein angegriffenes Zahnfleisch habe, musste extra… es tat jedenfalls weh und ich bin noch betäubt und Tee trinken geht grad so, aber wirklich nur grad.

Nächste Woche geht es weiter. Ich fühle mich arg gebeutelt.

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verworrene Wege

DSC00615Also das war eine Überraschung heute, als ich bei meinem OnkoDoc war und erfuhr, dass dies nun die letzte Herceptininfusion ist. DIE LETZTE??! Ich bin doch gar nicht auf Abschied eingestellt, wieso die letzte, und dann? Tja, so war es aber, es war die letzte, ich bin da wohl durcheinander geraten und und nun fange ich so langsam an mich zu freuen. Die letzte Infusion!!! Was für eine Erleichterung!!! Denn das war etwas von dem Negativen, was mich ereilte, einmal meine Zahngeschichte, die noch nicht ausgestanden ist und dann die elendigen Knochenschmerzen. Holla die Waldfee!!!! Nach jeder Infusion kam ich mir vor wie eine alte kröchelige knorrige Hexe, die gebeugt durch die Gegend schleicht. Zusammen mit meinen Aromatasehemmer hat das voll durchgeschlagen, Schmerzen in den Gelenken, ich bekomme oft kaum eine Wasserflasche auf und vom Stuhl aufstehen gestaltet sich echt schwierig. Wenn ich mich bewege, dann ist es, als habe ich nichts, aber vom sitzen in den Stand, grausam. Das wird jetzt hoffentlich bald weniger, ok, die Aromatasehemmer verursachen auch Knochenschmerzen, aber am schlimmsten war es immer nach den Herceptininfusionen. Und die sind ja nun um.

Ich kann es noch gar nicht fassen, was für ein Weg! Eben, als ich mit meinem kleinen Hund ging (die große ist bei meiner Freundin), da habe ich daran gedacht, wie ich den Krebs entdeckte, wie das war, was dann kam, die ganzen Termine, das Glück, einen Professor zu haben als Lotsen, die schnelle OP, die gute Operateurin, damals fühlte ich mich gut aufgehoben, es ging mir da wirklich gut.
Dann kam die Chemo, die auch ok war. Dann fing das Herceptin an. Die Bestrahlung schaffte mich, aber ich habe sie auch gepackt. Und jetzt ist wieder ein Abschnitt um. Manchmal kommt es mir so unglaublich vor, Krebs, das ist doch gar nicht möglich, das ist doch ein Film, der stimmt doch gar nicht… habt Ihr das auch?

Ich trau mich gar nicht zu sagen, dass es mir gut geht. Klar, den Umständen entsprechend gut. Ich bin krebskrank. Oder ich war krebskrank? Wie drückt man es aus? Ich war krebskrank. Ich hoffe, dass dieser Satz so bleibt. Ich leide immer noch unter den Nachwirkungen der Bestrahlung, ich leide sehr unter Herceptin, ich leide unter den Aromatasehemmer, aber das sind alles Begleiterscheinungen, die ich in kauf nehme, was bleibt mir auch anderes, die ertrage ich, wenn es weiter nichts ist, dann ertrage ich es.

Nebenwirkungen als da sind: Knochenschmerzen, elendige Knochenschmerzen. Dann Konzentrationsschwäche, ich vergesse viel, ich verwechsele viel, in der Schule nannte man das Flüchtigkeitsfehler. Jetzt sind es Krebsfehler Zwinkerndes Smiley Ich weiß gar nicht, wie das gehen soll, einen ganzen Tag arbeiten, weil ich ja schon nach zwei Stunden Beihilfe beantragen am Rand bin. Aber dafür ist ja eine Wiedereingliederung gut, langsam anfangen und stetig steigern. Ich freu mich so auf die Arbeit, ein Stück Normalität zurück gewinnen. Weiter mit den Nebenwirkungen: ständig aufs Klo, Nachts wenigstens vier Mal. Da ich, GOTT SEI DANK, keine Schlafstörungen habe, wanke ich aufs Klo und wieder zurück und schlafe augenblicklich wieder ein. Außerdem: der Kieferknochen wird immer weniger, gesunde Zähne fallen aus, ich brauche umfassenden Zahnersatz.

Nochwas? Mir fällt nix ein, aber ich finde, das reicht. Ich habe keine Hitzewallungen, was ein Segen ist. Und alles andere ertrage ich, was bleibt mir auch. Ich kann mich damit arrangieren, ich weiß ja, wofür ich es tue. Ich will wieder gesund werden, also ertrage ich es.

Was für ein Weg. Gestern kam mir in den Sinn, das der Krebs meinem Leben einen Rahmen gegeben hat. So fühle ich es. Er hat mir das vor Augen geführt, was uns alle betrifft, ob nun mit oder ohne Krebs oder was auch immer: die Endlichkeit. Wir tun immer so, als ginge alles ewig, aber das geht es nicht.

Der Krebs hat mich gelehrt, meinen Alltag zu lieben. Hört sich bestimmt völlig abgedreht an, ist aber wirklich so. Jeden Tag liebe ich, jeden einzelnen Tag. Dachte ich früher immer in großen Zusammenhängen, so sind es heute die Kleinigkeiten, ist es ein Tag für Tag.

Der Krebs hat meinem Leben eine andere Richtung gegeben. Ich will das nicht bewerten, so von wegen, das war aber gut… es war einfach, so war es, und ich habe es angenommen.

So, genug der Gedanken, Herceptin ist vorbei. Ich habe zwar wieder furchtbare Knochenschmerzen, aber die zelebriere ich jetzt Zwinkerndes Smiley und wünsche Euch allen für 2013 viel viel Gutes, jede Menge Glück und vor allem Gesundheit!!

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Gangnam Style

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Brandenburger Tor, Millionen Menschen tanzen Gangnam Style… NEIN!! Nicht ich, neinnein, nun wirklich nicht, ich war alleine mit mir selber und es war gut so. Meine Nichte war dort, für die alte Tante ist das nix, erstens will ich nicht und zweitens kann ich nicht und drittens sowieso nicht Zwinkerndes Smiley

Euch allen zunächst ein frohes neues Jahr!! Es gibt mich noch, ich konnte nur nicht bloggen, ich war Weihnachten doch bei meinem Vater, meine Schwester mit ihren Kindern ebenso, das war auch gut, Weihnachten alleine geht ja gar nicht, so hatte ich meine Familie und das war gut. Dort gibt es aber kein Internet. Wir haben uns dann einen Stick besorgt, der dort in der Pampa grottenlangsam ist. Ging bloggen leider auch nicht. Nunja, so war es, jetzt bin ich wieder zu Hause und habe schnelles Internet und morgen kriege ich Herceptin. So ist das Leben.

Meiner Mutter geht es schlecht, sie kann nichts mehr, gar nichts, sie erkennt uns nicht mehr und spricht nicht mehr und kann sich nicht mehr bewegen, nicht mehr aufstehen, nicht mehr gehen, nichts mehr greifen, nichts mehr essen, nichts mehr kann sie. Nur noch da sein. Es ist eine verdammt scheiß grausame Krankheit, dieses Alzheimer.

Tja und dann flog meine Schwester davon und eine Nichte blieb übrig und die war mit noch mehr Mädels am Brandenburger Tor und tanzte Gangnam Style, muss toll gewesen sein, sie war jedenfalls hellauf begeistert!! Mein Vater verschwand um 10 im Bett, er hat so viel auszuhalten, er schafft kein Silvester, so war ich alleine und das war ok, habe mir im Fernsehen die Veranstaltung am Brandenburger Tor angeschaut und gehofft, ich seh meine Nichte. War aber nix. Um 2 bin ich dann auch ins Bett, zufrieden, wie alles bisher gelaufen ist, mit allem positiven und auch negativen der Krebsgeschichte. Dazu aber morgen mehr, ich bin müde.