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Weihnachtsgebimsel

Gebimsel, das war eins der Lieblingsworte meines IT-Kollegen, wenn es um Dinge ging, die… eben anders waren. Oder mehr. Oder wuchtig. Oder wie auch immer, bei ihm war viel Gebimsel. Und zu dem hier würde er mit Sicherheit Weihnachtsgebimsel sagen 😉 ich liebe mein Weihnachtsgebimsel!! Es ist nun schon das dritte Weihnachten ohne meinen Mann und das zweite ohne meinen Tumor. Krass, oder? Das erste Weihnachtsfest ohne meinen Mann war mit Tumor, aber das wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht.

Auf was für Gedanken man so kommt, auch krass. Jedenfalls geht es mir ganz gut, ich kriege ja noch Herceptin verabreicht und das verursacht bei mir arge Knochenschmerzen. Aber so richtig arge. So argarge 😉 Die ersten Tage sind furchtbar, so nach einer Woche geht es dann wieder. Ich komm dann kaum vom Sofa hoch, ehrlich. Wenn es ganz schlimm wird, nehme ich Schmerzmittel. Ich kriege dieses Zeug noch 2 oder 3 mal, dann ist auch das vorbei.

Ich treibe dennoch fleißig Sport. Entweder mit der Gruppe draußen, Nordic Walking, mit den Stöcken das, oder drinnen auf meinem Crosstrainer, den ich mir gegönnt habe. Und mit Hanteln wuchte ich auch ständig rum, das tut meinem operierten Arm gut. Ich fühle mich eigentlich wieder gut. Bin guter Dinge. Jedenfalls oft. Manchmal eben auch nicht.

Meine WG löst sich auf, bin bald alleine. Aber nicht lange, mein alter Vater zieht in die untere Etage. Mutter geht. Sie kann gar nichts mehr, sie ist schon fast nicht mehr da. Sie spricht nicht mehr und essen kann sie auch nicht mehr.

Abschied. Für meinen Vater ist es derzeit sehr hart. Montag kommt meine Schwester mit ihren Kindern und dann fahren wir zu ihm, Weihnachten ohne mein Weihnachtsgebimsel, aber wir kriegen dort auch einen schönen Weihnachtsbaum.

Wir werden Mutter besuchen, ob sie uns noch erkennt?