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Hah! Ich liebe Computer, nein, ich liebte Computer. Oder liebe ich sie doch? Immer noch? Ich schwelge in Erinnerungen, daaaaamaaaals… lalala… wie bin ich dazu gekommen? Ganz einfach, ich mache auf  meinem MAC eine regelmäßige Sicherung mit TimeMachine, damit mir auch ja nichts flöten geht. Die mache ich auf eine externe Platte, via USB angeschlossen. Nun haben wir seit letzter Woche ein NAS-Laufwerk im Netz, so ein richtig schnelles und gutes. Aber TimeMachine unterstützt NAS-Laufwerke nicht, jedenfalls offiziell nicht, aber natürlich gibt es Tricks, dass man das doch tun kann, einer davon fängt mit dem Befehl

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an und das weckte bei mir wieder Nerd-Gefühle und ach… daaaaaaaamaaaals… lalala… doch, es war eine schöne Zeit. Wirklich, eine wunderschöne Zeit. Es gab kaum Frauen in der EDV und wenn doch, wurden sie bestaunt. Meist hielt man mich zunächst für die Sekretärin, krass, echt, so war das, aber dann war doch schnell klar, dass ich vom Fach bin und das war oft lustig.

Naja, soviel dazu, TimeMachine läuft noch nicht wirklich, weil ich muss noch ein Sparsebundle erstellen, also eine Disc-Image-Datei, das geht nämlich leider nicht automatisch auf dem NAS-Laufwerk. Doch bevor ich das tue, gibt es Nudeln. Kochen liebe ich nämlich immer noch, immer wieder!!

Und was treibt ihr so?

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oben unten oben unten

Mal oben, mal unten, wie die kleinen Welpchen hier beim Gedränge an der Milchbar. Anruf OnkoDoc, der Wert ist wieder unten. Alles ok. Er könne es sich nicht erklären, würde es aber gerne wissen. Ich glaube, da gibt es nichts zu wissen, das ist einfach so.

Mein Professor hat das jetzt in die Hand genommen, der leiert auch die Untersuchungen an, die ich eh machen muss. So soll es sein. Und die Welpchen, die sind alle schon groß. Ach das war wunderbar damals

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Sommer ist’s

Heute mal wieder gewartezimmert, gleich bei zwei Ärzten, man gönnt sich ja sonst nix 😉 bishier ist alles ok. So möge es bleiben.

Es ist warm allenthalben. Was schön ist. Nur für so alte hormonreduzierte Krankfrauen wie mich ist das manchmal nicht leicht 😉 aber ich halte mich tapfer. Morgen der nächste Arzttermin und in der kommenden Woche geht es weiter.

Wie fühlt sich das nochmal an, wenn man gesund ist? Anders? Seufz…

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alles wird anders

Heute morgen las ich ein Interview im SPIEGEL mit einem Nerd. Was ist ein Nerd. Also, der junge Mann sagte in etwa, Computernutzer freuen sich, wenn etwas funktioniert, ein Nerd will wissen, warum und wie es funktioniert und wie er es verbessern kann. Ich war ein Nerd. Ich war gerne ein Nerd. Ich bin kein Nerd mehr. Ich bin gerne kein Nerd mehr. Warum?

Alles wird anders.

Zunächst zu meinem Wert. Den habe ich völlig vergessen, weil der ist ohne bildgebendes Verfahren gar nicht aussagekräftig, der ist sowieso sehr unspezifisch und wenn man bei Untersuchungen nichts findet und er trotzdem hoch ist, wird er ignoriert. Soviel dazu. Ich bin eh am Donnerstag bei meinem Professor, die nächste Untersuchung, es folgen jetzt ja wieder Untersuchungen, zwei mit guten Ergebnissen habe ich schon hinter mir, und in dem Zusammenhang werde ich die Werte besprechen. Und wenn da was ist, dann ist da was, daran kann ich jetzt auch nichts ändern. Ich konnte auch an meinem Tumor nichts ändern. Der war da weil er da war und Punkt. Also lebe ich jetzt weiter. Weil ich hier bin um zu leben. So ist das. Und wenn die Sonne scheint, dann ist das hier auch sehr schön. Mit oder ohne welche Werte auch immer.

Ich lerne. Nämlich den Umgang mit mir, mit meiner Krankheit und mit den Ärzten. Ich lerne Gelassenheit. Ich lerne eigentlich leben. Und ich lerne, das alles anders wird.

Nicht nur bin ich kein Nerd mehr, 20 Jahre waren Computer mein Lebensinhalt, der ist weggebrochen, dafür gibt es viele Gründe, aber die sind jetzt hier nicht wichtig. Wichtig ist, dass ich das Leben lerne. Es wird nämlich wirklich alles anders. Im Außen ist schon so manches anders geworden, ich lebe nicht mehr mit meinem Mann zusammen, er ist 2010 verstorben. Da ist auch was weggebrochen. Ich lebe jetzt in einer WG und das ist schön. Und es ist KOMPLETT ANDERS, als ich es gelernt habe, wie soll ich das erklären ohne hier Romane zu schreiben? Schwer. Als Studentin habe ich nur in WG’s gewohnt und fand es toll, doch darum geht es hier nicht. Ich bin ein gelernter Verbundmensch, habe ich nach meinem Zusammenbruch in der Klinik (nach dem Tod meines Mannes) herausgefunden. Verbundmenschen sind für alles verantwortlich. Sie haben dafür zu sorgen, dass es ihren Nächsten gut geht und an nichts fehlt, allen voran ihrer Familie, ihren Liebsten, ob nun Eltern, Kinder, Ehegesponste oder was auch immer da lebt, sie sind verantwortlich. Ich war schon als kleines Kind verantwortlich für das Wohlergehen meiner Eltern. Das hat sich gehalten und verfestigt und so war ich ein gelernter Verbundmensch, ich war sogar ein Diplomverbundmensch, summa cum laude, Dr. Megaverbund, der immer verantwortlich war und immer funktionierte. Immer. Auch wenn es eigentlich gar nicht ging. Der seine eigenen Bedürfnisse nicht gesehen hat, dafür aber die der anderen ÜBERDEUTLICH. Wie im Focus sozusagen.

Bei meiner Psychoonkologin ist all das ein zentrales Thema. Ich sehe mich nicht. Ich sehe meine Bedürfnisse nicht. Ich funktioniere. Immer und überall.

Meine Krankheit hat sich einen Spaß daraus gemacht, dieses Funktionieren kaputt zu machen. Allzeit bereit ist vorbei. Jäh vorbei. Mein Tumor kam angewachsen und sagte hämisch, so meine Liebe, nun ist Schluss mit Lustig, ich werde dafür sorgen, dass du dich mal um was anderes kümmern musst als ständig um anderleuts Kram. Sprachs und wuchs und veränderte mein Leben.

Und als ich jetzt wieder für andere da sein wollte, obwohl ich eigentlich weder Zeit noch Energie habe, schickte mir die Krankheit mal eben einen erhöhten Wert, der mich erneut daran hinderte, wieder nur die anderen zu sehen und nicht mich.

Meine Freundin, die vor vielen vielen Jahren Brustkrebs hatte und deren Werte alle gut sind und bei der auch nichts mehr gefunden wurde, die sagte zu mir, meine Liebe, mir scheint, du nimmst deine Erkrankung nicht ernst genug.

Ich habe jetzt erstmal alles abgesagt. Alles. Keine Fahrten gar nirgendwo hin. Krebsbehandlung. Nachsorge. Ich. Mehr zählt derzeit nicht. Mehr kann und darf nicht zählen. Meine Erkrankung steht im Vordergrund, alles, was damit zusammenhängt, auch solche Werte, stehen im Vordergrund. Untersuchungen. Abklären. All sowas ist jetzt angesagt. Es dreht sich zum ersten Mal in meinem Leben alles nur um mich.

Alles wird anders. Und wenn ich jetzt sagen würde, ach das ist gut, da ist easy, das ist einfach, dann würde ich lügen.

Es ist alles andere als das. Es ist SAUSCHWER.

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seltsame Werte

Heute Herceptin, kam der OnkoDoc, wollte mich sprechen. Er verstehe es nicht, im April alle Werte ok, doch jetzt ein Tumormarker zu hoch. Fragt mich nicht welcher genau, er hat alles erklärt, aber ich kann mir sowas nicht merken. Er war nur verwirrt, ich war es dann auch, weil er meinte, vielleicht sei ja auch gar nichts, dann kriegte ich neu Blut abgenommen, er glaubt es nämlich erstmal so nicht. Nun gut, ich weiß nicht, was ich glauben soll. Wenn der Wert immer noch zu hoch sei, tja, was dann. Untersuchungen. Er hat Ultraschall gemacht, wir schwiegen beide währenddessen, aber es war alles ok.

Jetzt warte ich erstmal ab. Was soll ich auch sonst tun. Außer ins Bett gehen und ein gutes Buch lesen: Der Junge, der Träume schenkte, einfach klasse, passt in die Art: Die Asche meiner Mutter, nur dass es keine wahre Geschichte ist. Aber es ist lesenwert, absolut lesenswert.

Und das lese ich jetzt und wünsche allen eine gute Nacht!

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es ist vorbei

Vorbeivorbei tandaradei!! Die Strahlung hat ein Ende!!

Heute um kurz vor 9 war das Kapitel vollendet, der Arzt war zufrieden und ich war es auch. Meine Haut sehe gut aus, beschied er und fragte nach der Müdigkeit. Ich hätte sie ihm gerne demonstriert und wäre liebend gerne spontan in einen Tiefschlaf verfallen, doch dafür war es zu früh, sowas habe ich nur nachmittags, genauer gesagt: JETZT.

So lege ich mich nun. Erschöpft über den langen Weg, den ich seit der Diagnose gegangen bin, dankbar, dass es so gut gelaufen ist mit Chemo und Bestrahlung. Und erleichtert, weil ich jetzt nicht mehr jeden Tag in die Strahlenklinik muss.

Übringens, so lese ich grad bei Wiki, ist tandaradei eine lautmalerische Nachahmung des Nachtigallengesangs. Nün denn, so sei es.

Strahlende Grüße sende ich… chrrrr…. chrrrr…. chrrrr…. tirili…

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Kellergedanken

Mein Mitbewohner hat ganze Arbeit geleistet, naja ok, er nicht direkt, er hat die Arbeiten beaufsichtigt, eine Entrümpelfirma kam und hat den alten Kohlenkeller, Bastelkeller, Frickelkeller, Zeugslagerraumkeller, Gedönekeller… ausgeräumt, nun ist alles fort, auch das alte Holz auf der Terrasse, alles ist weg. Wegwegweg. Das war ein großes Thema bei der Psychoonkologin, Altes loslassen, damit Neues wachsen kann. Oh was war das für mich schwer, früher, da war das ganz schwer. Noch viel schwerer. Jetzt geht es. Durch den Tod meines Mannes ist da einiges in Gang gekommen. Ich habe mich trennen können. Und ich kann mich immer noch trennen. Jetzt ist meine Ursprungsfamilie dran. All die alten Sachen, teilweise noch von meinem Großeltern, die seit Jahrzehnten hier in diesem Haus lagerten, die kommen nun fort.

Es ist, als entsorge ich meine Vergangenheit. Tante Ingelores alter Couchtisch, an dem ich als kleines Kind meine Muscheln sortierte, den soll ich wegschmeißen? Ok er ist alt und hat schon Schlieren auf dem Holz und… aber wegschmeißen? WEGSCHMEISSEN?!? Die Erinnerungen… was? Die schmeiße ich ja gar nicht mit weg? ECHT NICHT? Aber der Tisch… eigentlich ist er doch ganz schön… äh… naja, wenn man ihn streicht? NEU KAUFEN? Wieso soll ich einen neuen kaufen? Der alte tuts doch auch… Erinnerungen…

Ich habe jetzt die letzten Punktbestrahlungen, 5 an der Zahl, also nur noch 4, denn gestern war die erste. Es wird auch Zeit, dass es vorbei ist, denn ich bin so platt, so unsagbar platt, vorgestern, da dachte ich, ich kriege kein Bein mehr vor das andere gesetzt, wenn ich jetzt nicht sofort einschlafen darf, dann heulen alle Sirenen und Steine fallen vom Himmel… so war mir. Von der Bestrahlung merkt man ja nix, aber selbst wenn man was merken würde, ich merkte es nicht, weil ich so platt bin, dass ich noch auf dem Bestrahlungstisch einschlafe.

Früher, wenn wir aus der Kantine kamen, wieder am Schreibtisch saßen und müde waren, nennten wir diesen Zustand belustigt Suppenkoma. Jetzt habe ich das Strahlenkoma. Aber holla. So platt war ich in meinem Leben noch nicht.

Und ich schmeiße Altes weg. Über den Tisch wird noch zu reden sein. Ich werde ihn mal knallrot anstreichen. Wenn ich entplättet bin. Derzeit geht gar nix. Sonst heulen alle Sirenen und Steine fallen vom Himmel… wirklich… chrrrr…,. chrrrr…. chrrrr….