Abschied, Chemo, Krankenhaus, Operation

Abschiedsgedanken

Das war seit Dezember letzten Jahres meine Anlaufstelle für meine Giftverklappung, die Tagesklinik im Altmark-Klinikum in Salzwedel. Ich könnte mich heute noch knutschen für den Entschluss, die Chemo hier durchzuziehen, es war einfach nur gut. Ruhig, besonnen, ohne Massenstress wie in Düsseldorf (was nicht heißt, dass die Schwestern nicht genug zu tun hatten, oh nein, aber für uns Patienten war es einfach eine ruhige Zeit), ich fühlte mich gut aufgehoben und umsorgt. Und ich bin überzeugt, darum ging es mir auch so gut während dieser Zeit. Die Psyche hat schließlich auch was zu sagen.

 

Ich musste in den 1. Stock, das war mein Empfangsraum hier, das Treppenhaus. Und dann hinauf und ab in die Tagesklinik. Den zweiten Chemozyklus mit dem Eibensaft bekam ich ja wöchentlich. Jeden Mittwoch, das war hinterher so eine richtige Gewohnheit.

 

 

Und dann war es auf einmal um. Dann hatte ich die letzte Blutkontrolle hinter mir, zur Stärkung der Schwestern hatte ich noch jede Menge Berliner Ballen mitgebracht, wir verabschiedeten uns, die Blutwerte waren gut und dann war ich damit fertig. Ein seltsames Gefühl. Am 19.03. um 12 Uhr 35 bin ich davongedüst.

 

Noch ein Abschied, lauter Abschiede begleiten mich, diesmal aber ein guter Abschied und hoffentlich ein endgültiger, das wünsche ich mir. Ich habe versucht, das so bewusst wie nur möglich zu begehen, damit auch in mir drin alles Abschied nehmen kann. Und damit ich nach Hause kann, zurück ins Rheinland.

Dann ist mir gestern noch mal so richtig klar geworden, welches Glück ich habe, dass meine Operateurin eine wirkliche Künstlerin an der „Lanzette der Ärzte“ ist, das bedeutet nämlich Skalpell 😉 mir war das bisher wirklich nicht so bewusst. Meine „neue“ Brust sieht echt schöner aus als die „alte“, mit Narbe, aber das macht mir zum Glück nichts. Warum? Weiß ich nicht, ist aber so. Vielleicht kriege ich das ja auch noch raus oder ich nehms einfach hin, dass ich so bin. Schon als Kind fand ich Narben klasse, wie Auszeichnungen, die ich stolz herumzeigte 😉 Nun werde ich das bei dieser Narbe nicht tun 😉 aber so vom Gefühl macht es mir in der Tat nichts. Halt eine Narbe. Die zweite, die mich ziert, auf dem Bauch habe ich auch eine 30 cm lange Narbe, die aber fast verblasst ist. Da hat meine Operateurin auch dran mitgewirkt, in einer anderen Zeit und einem anderen Krankenhaus. Ziemlich dramatisch aber es ist gut gegangen und sie haben mich heile gemacht.

Dass sie nochmal an mir rumschneiden würde hätte ich im Leben nicht gedacht. Aber so kann es kommen und ich wünsche mir, sie hat mich auch heile gemacht. Heil werden, ja, ich möchte heil werden. Meine Narbe wird mich immer an die unheile Zeit erinnern, aber das Ergebnis, das ist schön. Ich zeigs trotzdem nicht 😉

Posted by Picasa

5 Gedanken zu „Abschiedsgedanken“

  1. Prima! Ein guter Abschied war das! Und es ist schön, wenn man sich wo gut aufgehoben fühlt-wie du schon sagst-alles richtig gemacht!

    Und nun heißt es gesund werden! Ich wünsche dir gute Besserung und hoffe, hier nur Positives zu hören!!

    Viele sonnige Grüße aus Sachsen!

    Gefällt mir

  2. Alles Gute zum Ende der Chemo! 🙂
    Ich hab morgen meinen Abschied von der Radioonkologie – und irgendwie ist es auch ein komisches Gefühl, dass es jetzt aus ist, obwohl ich nie ein „Fan“ des täglichen Procederes war.

    Ok, ich geb's zu, ich hab mir das Tattoo von Sue auch angeschaut – sieht gut aus. 🙂 Auch wenn ich mir für mich sowas nicht vorstellen kann.

    Liebe Grüße!
    Patentsocke

    Gefällt mir

  3. Hey Sue, also ich finds echt gut!! Ich bin nicht so mutig, wobei ich das nicht schlimm finde, eine ist es, eine nicht. Aber es sieht gut aus, wobei ich die Idee, sich offensiv mit all dem auseinander zu setzen am besten finde dabei. Gibt ein gutes Gefühl. Auch als nur „Zuschauerin“.

    Tatoo war aber nie meins, ich bin eine Schissbux, selbst Ohrringe stechen lassen ist für mich undenkbar, ich kipp ja schon bei dem Gedanken daran um 😉

    Gefällt mir

  4. Liebe Gabi,
    wäre der Tätowierer nicht auch ein guter Psychologe gewesen, der das Tattoo an der Schulter angefangen hat und in der zweiten Sitzung dann in der Leiste…. es wäre mit Sicherheit deutlich kleiner geworden 😉 So mußte ich durch, auch wenn das ganz schön heftig Autsch gemacht hat. Aber ich habe es nie bereut und bin stolz auf meine Rosen. Ich bin nieeee mehr wirklich nackt *lach*

    lieben gruss sue

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.