Operation, Tumor

Schmerz lass nach

Gestern noch habe ich gedacht, ich komme nie, niemals von den Schmerzmitteln los, aber heut geht es schon besser, ich brauche weniger. Und diese beschissene Drainageflasche baumelt noch an mir herunter und füllt sich auch immer weniger mit roter Flüsseigkeit. Aus was besteht eigentlich so ein Mensch? Ich kann sowas doch gar nicht ab, medizinische Berufe kämen für mich überhaupt nicht NIEMALS ABSOLUT NIEMALS infrage, und jetzt muss ich ständig so ein Teil mit mir rumschleppen. Na immerhin haben sie mir gestern Flasche No. 1 entfernt, ich hatte ja zwei. Jetzt habe ich nur noch eine. Trotzdem Scheiße.

Und dieses Teil erinnert mich permanent und ohne Gnade daran, dass ich jetzt nicht mehr zu den Sorglosen gehöre.

Schmerzen habe ich trotzdem, so innendrin, aber sie lassen sich aushalten, ab und an ein Pillchen und es geht. Morgen wieder Wundkontrolle in der Klinik. Mir rasen zillionen Gedanken durch den Kopf, dicht gefolgt von doppelt so viel Gefühlen, dann bin ich völlig fertig und möchte weglaufen, und wenn ich realisiere, dass weglaufen nicht mehr geht, bin ich noch fertiger… und dann scheint die Sonne und mir geht es wieder gut.

Ist das normal? Bin ich normal?

Was weiß denn ich.

4 Gedanken zu „Schmerz lass nach“

  1. Ich drücke Dir die Daumen, dass Du die letzte Flasche bald auch los bekommst.
    Und soooo schlimm ist der Beruf, z. B. als Krankenschwester nicht. Ich habe es auf jeden Fall nie so empfunden, wie Du es von außen siehst. 😉
    Kühlst Du die operierte Stelle ein bisschen ?

    lieben gruss sue

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  2. Nein, Sue, so meine ich das nicht, nicht der Beruf ist schlimm, ICH kann kein Blut sehen, ich bin eine richtige Memme, aber sowas von einer Memme.

    Ich finde den Beruf nicht schrecklich, im Gegenteil, ich bewundere die Schwestern und Pfleger, was sie alles können und machen, meine erste große Liebe war Krankenpfleger, bevor er Arzt wurde, ich finde den Beruf echt gut, nur ich könnte das nicht, ich kipp alleine schon bei dem Gedanken um.

    So war das gemeint!!

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  3. Auch ich habe dieses Gefühlschaos durchgemacht, und bin in Gedanken und Träumen auf eine einsame Insel ausgewandert. Aber die Realität war immer da. Das Leben verändert sich grundlegend, aber auch mit vielen schönen neuen Ereignissen.

    Du stecktst noch so mittendrin, da sind die Hochs und Tiefs extrem. Ich habe aber gelesen, dass Du Dir ein ganz perfektes Umfeld aufgebaut hast. Das wirkt meist Wunder.

    Ich wünsche Dir ganz viel Kraft, und Energie für die kommenden Monate.

    Ganz liebe Grüsse
    Ursula

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